Fast ebenso lange wie es Android-Smartphones von Samsung gibt, kritisieren Kunden, dass vor allem die hochwertigen Galaxy-Modelle „nur“ aus Plastik seien. Auch wenn Samsung seine Smartphones längst aufwendig verarbeitet, verstummt die Kritik seit vielen Jahren nicht. Mit dem Galaxy Alpha schlagen die Koreaner jetzt einen neuen Weg ein: Das schlanke Gerät besitzt erstmals einen robusten Aluminiumrahmen, der dem Handy gleich ein edles und hochwertiges Aussehen verleiht. Die Rückseite besteht zwar weiterhin aus Kunststoff, allerdings mit einer fein strukturierten, lederähnlichen Oberfläche. So wirkt und fühlt sich auch die Rückseite edel an. Vorteil: Die Rückendeckung lässt sich problemlos abnehmen, ein Akkutausch ist also eine Sache von wenigen Sekunden.

Insgesamt ist das neue Galaxy Alpha sehr gut verarbeitet und macht auf den ersten Blick eine schnittige Figur. Der Eindruck verstärkt sich, wenn man das Gerät in die Hand nimmt. Mit nur knapp 114 Gramm und nur 6,7 Millimeter schlank ist das Modell mit dem 4,7-Zoll-Display ein echter Handschmeichler. Die Bedienung mit einer Hand gelingt meist problemlos. Für jeden, der bei einem Smartphone mit Bildschirmgrößen über fünf Zoll Bedienprobleme hat, dürfte das Galaxy Alpha eine Alternative sein.

Galaxy Alpha im Praxistest Mit dem Galaxy Alpha geht Samsung neue Wege: Erstmals spendiert der Hersteller seinem Smartphone einen Metallrahmen. Auch das Display ist mit einer Diagonale von 4,7 Zoll für Samsung'sche Verhältnisse überschaubar. (© 2015 Samsung)

 

Groß oder lieber klein und handlich?

Dass sein Super-AMOLED-Display mit 11,9 Zentimeter Bilddiagonale (4,7 Zoll) etwas kleiner ausfällt, ist zu verschmerzen. Ebenso seine geringere Auflösung mit 720 x 1280 Pixel. Im High-End Bereich sind heute eigentlich 1080 x 1920 Pixel schon Standard. Und mit einem superscharfen 1440 x 2560 Pixel-Display wie etwa beim LG G3 oder beim Samsung Galaxy Note 4 lässt sich der Kompakt-Bildschirm des Alpha ohnehin nicht vergleichen.

Smartphones mit derartig hochauflösenden Displays sind aber wesentlich größer und zwangsläufig weniger handlich. Der Bildschirm des Galaxy Alpha strahlt angenehm hell, ist farbintensiv, spiegelt kaum und bietet recht gute Kontraste. In der Sonne ist die Anzeige dennoch gut zu lesen.

Galaxy Alpha im Praxistest Die Ähnlichkeit zum iPhone lässt sich nicht leugnen – doch die Gemeinsamkeiten der Smartphones beschränken sich auf das Äußere. (© 2015 Samsung)

 

Gute Werte rundherum

Nicht nur äußerlich kann das Alpha überzeugen, auch die inneren Werte sind beeindruckend: Der eingebaute Achtkern-Prozessor verrichtet seinen Dienst mit Bravour. Zusammen mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher arbeitet er recht flott – nichts ruckelt beim Ausführen von Apps oder Scrollen durch das Menü. Der interne Flashspeicher fasst 32 GB, davon sind rund 25 GB frei nutzbar

Für die meisten Anwender reicht der Speicherplatz locker, jedoch ist zu beachten, dass anders als bei vielen Samsung-Phones, der interne Speicher nachträglich nicht per Speicherkarte aufgerüstet werden kann. Der entsprechende Steckplatz fehlt schlichtweg. Im Samsung Exynos-Systemprozessor steckt ein neuartiges Funkmodem, das sowohl den neuesten LTE-Standard (CAT 6) mit bis zu 300 Mbit/s ebenso wie den neuen WLAN- ac Standard mit bis zu 1.300 Mbit/s beherrscht.

Der Akku des Smartphones Alpha reicht für einen Tag

Die schlanke Bauform des neuen Alpha setzt sich beim Akku fort: Er speichert maximal 1860 mAh, was nicht sonderlich viel ist, aber bei durchschnittlicher Nutzung über den Tag ausreicht. Geschickter Schachzug: Den winzigen Schönheitsfehler macht Samsung mit einer Schnellladetechnik wett. Innerhalb von zwei Stunden ist der Akku komplett aufgeladen. Damit nicht genug: Falls der Akku unterwegs doch einmal schwächelt, bietet das Alpha - ähnlich wie das Galaxy S5 – einen sogenannten Ultra-Energiesparmodus. Dann schaltet das Alpha die Anzeige in den Schwarz-Weiß-Modus und die verfügbaren Apps werden eingeschränkt. Dank dieser Radikalkur bleibt das Smartphone selbst bei sehr eingeschränkten Energiereserven noch viele Stunden empfangs- und gesprächsbereit.

Galaxy Alpha im Praxistest Auch in Sachen Speicher versucht Samsung etwas Neues aus. Das Alpha kommt mit 32 GB auf den Markt und lässt sich erstmals nicht mit einer externen Speicherkarte erweitern. Nutzer legen ihre Dokumente in der Cloud ab, da wird zusätzlicher Speicher nicht mehr gebraucht. (© 2015 Samsung)

 

Gutes Auge, gut gefühlt

In Sachen Fotografie verzichtet Samsung auf das übliche Pixel-Wettrüsten. Die 12-Megapixel-Hauptkamera und der 2,1-Megapixel-Frontkamera machen ganz ordentliche Bilder, wobei der Autofokus der Hauptkamera ziemlich flott reagiert. Immerhin bietet das Edel-Phone die gleichen umfang-reichen Einstellmöglichkeiten wie das Schwestermodell Galaxy S5. Wie beim S5 fehlt aber ein optischer Bildstabilisator, statt dessen kommt ein einfacher digitaler Stabilisator zum Einsatz.

FazitWaren die iPhones von Apple lange das Maß aller Dinge in Sachen Design und Haptik, hat das Galaxy Alpha hier endlich die "Schönheitslücke" geschlossen. Das Alpha darf ohne Abstriche als echtes Design-Phone von Samsung gelten. Und es sieht nicht nur schön und hochwertig aus, sondern ist es auch – Schein und Sein stimmen. Das Smartphone mit dem kompakten 4,7-Zoll-Display ist angenehm leicht und handlich; das mit Android 4.4.4 ausgerüstete Smartphone lässt sich kinderleicht bedienen. Kurzum: Die Technik befindet sich auf dem neuesten Stand. Das gilt für Display, Prozessor, Kamera und Sensoren – das Alpha verzichtet bewusst auf seltene Highend-Features. Kleine Schwächen gibt’s dennoch: Das Akku fällt schmächtig aus und der Speicher lässt sich nachträglich nicht mehr erweitern.

Wie bei allen neuen Topmodellen aus dem Hause Samsung verfügt auch das Alpha über eine Reihe von Sensoren. So ist beispielsweise ein Fingerabdruck-Scanner im Home-Button integriert. Einen Pulsfrequenzsensor gibt es auch, der auf der Rückseite neben der Kamera eingebaut ist. Die praktische Fitness-App S-Health ist bereits installiert.

Ebenfalls vorinstalliert ist der Termin-Planer S Planner sowie eine Diktiergeräte-App. Zudem stellt Samsung im eigenen App-Store als Galaxy Essentials die App Optical Reader zum nachträglichen Download bereit, die Visitenkarten oder QR-Codes via Kamera erfasst und deren Inhalt abspeichert. Ebenfalls verfügbar ist Polaris Office 5 mit deren Hilfe Texte, Tabellen und Präsentationen erstellt und bearbeitet werden können.

Außerdem unterstützt das Galaxy Alpha HD-Voice, dementsprechend gut ist die Sprachqualität unter kompatiblen HD-Voice Endgeräten. Das klappt nicht nur im Telekomnetz, sondern in allen Mobilfunknetzen.

Technische Daten des Alpha

  • Display: 11,9 Zentimeter, Auflösung 720 x1280 Pixel, Super AMOLED
  • Prozessor: 1.8 GHz Octa-Core Typ Samsung Exynos 5430
  • Arbeitsspeicher: 2 GB RAM
  • Interner Speicher: 32 GB davon 25 GB frei verfügbar. Speicher nicht erweiterbar
  • Betriebssystem: Android 4.4.4
  • Online: 2G, 3G, LTE, LTE+ mit Cat 6 (max. 300 Mbit/s)
  • WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac, 2,4 und 5 GHz
  • Kameras: 12-Megapixel-Hauptkamera, 2,1-Megapixel-Frontkamera
  • Akku: 1860 mAh
  • Größe und Gewicht: 132,4 x 65,5 x 6,7 Millimeter, 115 Gramm
  • SIM-Karte: Nano SIM

Das Samsung Galaxy Alpha bei der Telekom