Sicherheitsfirmen untersuchen Insiderhandel im Darknet

Insider sind im Darknet ebenso von Wert wie gestohlene Passwörter oder andere Daten. Aber welche Firmengeheimnisse geben sie eigentlich den Anwerbern preis? Die beiden Sicherheitsfirmen Redowl und Intsights haben den Insiderhandel im Darknet genauer unter die Lupe genommen. Dafür mussten sie sich erst einmal Zugang zum digitalen Untergrund verschaffen: Die beteiligten Sicherheitsforscher durchliefen mehrere Interviews und zahlten für ihre Mitgliedschaft einen Bitcoin, das entspricht derzeit etwa 900 Euro.

Bei der Untersuchung kam ans Licht, dass Insider aus Firmen beispielsweise aktienkursrelevante Informationen weiterleiten, wie "Golem" berichtet. Diese können dann genutzt werden, um rechtzeitig Aktiengeschäfte abzuschließen. Die Insider selbst werden für die Weitergabe der Informationen mit einer Kommission belohnt. Da sie im Darknet stets anonym bleiben, haben sie kaum Konsequenzen zu befürchten.

Insiderhandel an der Börse, in Banken und im Handel

Der Analyse zufolge wurden folgende Informationen von Insidern in dem untersuchten Marketplace gestreut:

  • Firmengeheimnisse über den generellen Aktienmarkt
  • Informationen über Währungsgeschäfte (Forex-Trading)
  • Insiderwissen zum Rohstoffhandel

Das Geschäft läuft offenbar ordentlich. Ein Indiz dafür: Der Bitcoin-Wallet des Marktplatzes hat einen Gegenwert von rund 180.000 US-Dollar.

Ebenfalls gefragt sind außerdem Insider aus dem Handelsbereich. Mit deren Informationen wollen Kriminelle Kreditkartenbetrug durchführen. Aber auch Bankinsider sind beliebt bei Anwerbern im Darknet. Ihre Aufgabe: Die Installation von Malware auf den Computern der Bank. So können Kriminelle ungehindert auf das System zugreifen.

Weiterführende Links:

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