Datendiebstahl: Schäden in Milliardenhöhe

Datenklau, Spionage und Sabotageakte: 51 Prozent der Unternehmen in Deutschland waren in den vergangenen zwei Jahren von digitalen Angriffen betroffen. Die deutsche Wirtschaft erleidet dadurch einen Schaden von 51 Milliarden Euro pro Jahr. Dies ergab jetzt eine BITKOM-Studie. Für die Studie befragte der Branchenverband 1.074 Geschäftsführer und IT-Verantwortliche.

Der Diebstahl von IT- oder Telekommunikationsgeräten, die Manipulation von Mitarbeitern, um an sensible Daten zu gelangen, sowie die Unterschlagung von sensiblen elektronischen Dokumenten führen zu drastischen Umsatzeinbußen. Die Täter nutzen die geklauten Informationen beispielsweise, um Plagiate anzufertigen. Sie verstoßen so gegen Patentrechte und schädigen die deutsche Wirtschaft enorm.

Der Automobilsektor ist von den digitalen Angriffen am häufigsten betroffen. Rund 68 Prozent der befragten Autobauer wurden in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Datendiebstahl und Sabotage. Ebenfalls häufig attackiert: Die Pharma- und Chemiebranche (66 Prozent) und Firmen im Finanz- und Versicherungswesen (60 Prozent).

IT-Sicherheit: Mitarbeiter als Täter

Das größte Sicherheitsrisiko geht von aktuellen oder früheren Mitarbeitern aus. Nach Angaben von rund 52 Prozent der betroffenen Unternehmen waren die Mitarbeiter für Datendiebstahl oder Sabotage verantwortlich. Aber auch Wettbewerber, Kunden oder Lieferanten spionierten und klauten sensible Daten von deutschen Unternehmen. Rund 17 Prozent gaben an, von Hobby-Hackern attackiert worden zu sein.

BITKOM-Präsident Dieter Kempf verbindet diese besorgniserregenden Studienergebnisse mit einem Appell:

Viele Unternehmen schützen ihre materiellen und immateriellen Werte nicht ausreichend. Gerade der Mittelstand muss beim Thema Sicherheit nachlegen.

Datenschutz: Was Sie tun können

Die BITKOM-Studie identifiziert vier Punkte, um Datendiebstahl zu verhindern:

  • IT-Sicherheit: Sorgen Sie mit Firewalls und Virenschutz für einen soliden Grundschutz.
  • Organisatorische Sicherheit: Kontrollieren Sie genau, wer im Unternehmen Zugriff auf sensible Daten hat. Halten Sie diesen Personenkreis möglichst gering. Erstellen Sie einen Notfallplan für den Krisenfall.
  • Personelle Sicherheit: Bilden Sie Ihre Mitarbeiter zum Thema IT-Sicherheit weiter und schaffen Sie so eine Sicherheitskultur in Ihrem Unternehmen.
  • Sicherheitszertifizierungen: Mag zwar mit Aufwand verbunden sein, ermöglicht aber einen höheren Sicherheitsstand im gesamten Unternehmen.

Um sensible Daten zu sichern, lohnt sich für Mittelständler auch ein Backup in der Cloud. Birte Karalus erklärt im Video, wie das funktioniert:

Weiterführende Links:

  • Im Beitrag auf mittelstand DIE MACHER erfahren Sie, wie das CYOD-Konzept für mehr IT-Sicherheit im Unternehmen sorgt.
  • Datendiebstahl verhindern: Mehr zum Thema Datenschutz gibt es in unserer Sendung.
  • In diesem Ratgeber zeigen wir, wie Sie mit einem Online-Backup die Datensicherheit in Ihrem KMU erhöhen.