Kritik an Werbeblocker Crystal

Die App Crystal wird von über 100.000 iPhone-Besitzern genutzt und ist damit einer der beliebtesten Werbeblocker für mobile Geräte. Nun hat Entwickler Dean Murphy einen Deal mit AdBlock-Plus-Anbieter Eyeo geschlossen: Die Anzeigen, die bei Eyeo auf der Whitelist der "akzeptablen Werbungen" stehen, blockiert künftig auch Crystal nicht mehr.

Dafür ist Murphy an den Einnahmen beteiligt, die durch diese Liste generiert werden: Denn wer seine Werbung trotz Blocker sichtbar machen möchte, zahlt dafür Beträge in Millionenhöhe an AdBlock Plus. Eyeo will noch weitere erfolgreiche Werbeblocker für iOS mit ins Boot holen und sich und seinen Kunden damit auch den Markt der iPhone-Nutzer erschließen. Diese dürften verwirrt sein, wenn sie trotz jüngst erworbener App nicht vor Anzeigen geschützt sind. Erst seit iOS 9 ist es überhaupt möglich, auf dem iPhone Adblocker zu installieren.

Das doppelte Geschäft der Werbeblocker

Adblocker reduzieren mit Werbung versehene Webseiten, indem sie die Anzeigen blockieren. Für die Werbetreibenden ist das ein Problem: Die bezahlten Anzeigen erreichen ihre Zielgruppe nicht. So musste zum Beispiel Google im Jahr 2012 durch AdBlock Plus Einbußen in dreistelliger Millionenhöhe hinnehmen.

Anbieter von Adblockern hingegen kassieren gleich doppelt: durch den Verkauf der App beziehungsweise des Plugins (sofern diese kostenpflichtig sind) und indem Firmen ein Platz auf der Whitelist verkauft wird – ihre Anzeigen also trotz eingeschaltetem Blocker auf dem Display der Nutzer erscheinen. Google zahlte AdBlock Plus 25 Millionen US-Dollar und auch Microsoft gehört zu den circa 70 Kunden, deren Anzahl schnell steigen könnte. Diese Praxis wurde vom Blogger Bernd Rubel  schon als mafiös kritisiert und mit Schutzgeldzahlungen verglichen.

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