Kleider aus Milch? Funktioniert!

Das deutsche Start-up QMilk wird für seinen innovativen Weg in der Textilindustrie ausgezeichnet: Das Unternehmen erhält am 29. Mai in Berlin den GreenTecAward in der Kategorie Produktion –  für Kleider aus Milch!

Kleider aus Milch – wie funktioniert das?  Zunächst mal gibt es genug Rohstoff. In Deutschland werden jährlich zwei Millionen Tonnen Milch entsorgt. Die abgelaufene Milch aus den Supermärkten eignet sich zwar nicht mehr zum Verzehr, enthält aber das kostbare Milcheiweiß Kasein.

Das Unternehmen sammelt die 'abgelaufene' Milch, trennt das Eiweiß aus der Milch heraus und vermischt es mit Wasser und natürlichen Zusatzstoffen. Daraus lässt sich ein Teig formen, der in einer Düse zu dünnen Fasern zusammen gepresst wird. Fertig sind die Textilfasern, aus denen das Unternehmen anschließend die Kleider schneidert!

QMilk: Nachhaltige Bio-Mode

Aber warum ist dieses Verfahren so nachhaltig? Weil die Textilien von QMilk sich durch folgende Eigenschaften auszeichnen:

  • Das Material enthält keine Pestizid-Rückstände vom Anbau der Baumwollpflanzen – ein Vorteil besonders für Allergiker.
  • Die Fasern bieten einen natürlichen UV-Schutz.
  • Milch, die sonst im Abfall landen würde, wird sinnvoll verwendet.

Die Gründerin Anke Domaske hat vor vier Jahren QMilk quasi im Alleingang ins Leben gerufen. Aufgrund der Krebserkrankung ihres Stiefvaters wollte sie selbst chemisch unbehandelte Kleidung herstellen. Mittlerweile beschäftigt sie 20 Mitarbeiter und plant im Jahr 2016 die ersten Kleider aus Milch auf den Markt zu bringen.

QMilk ist ein schönes Beispiel dafür, welche Innovationskraft deutsche Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsideen an den Tag legen. Weitere inspirierende Unternehmensideen finden Sie auf der Homepage des GreenTecAwards.

Weiterführende Links: 

  •  Lesen Sie auf mittelstand DIE MACHER, wie Unternehmen dank Cradle-to-Cradle vom Kreislauf der Natur lernen können.
  • Mehr zum Thema Nachhaltigkeit gibt es auch in unserem Beitrag zum Thema Gütesiegel.