Der Tintenfisch als Inspirationsquelle

Ein bisschen Wärme und Wasser und schon ist das kaputte Plastik wieder heil. Klingt nach Abrakadabra, ist es aber nicht. Damit sich Kunststoff auf diese Weise reparieren lässt, bedurfte es einiger Forschungen, die ein Team der Pen State University in Pennsylvania gemacht hat. Die entscheidende Inspiration zur Verbesserung des Plastiks lieferte Ihnen ein Tier – und zwar der Tintenfisch. Dessen Zähne beinhalten ein besonderes Protein, das dafür sorgt, dass sich die Beißer bei Blessuren selbst reparieren können, wie die "Wirtschafts Woche" berichtet.

Diese Eigenschaft wollten die Wissenschaftler auf Plastik übertragen. Dabei gelang es ihnen dabei, das besagte Protein mithilfe von Bakterien nachzuzüchten. Das so erhaltene Material haben sie dann einem selbst entwickelten Polymer – dem Hauptbestandteil von Kunststoff – beigefügt. Das Ergebnis ist ein besonders widerstandsfähiges Plastik, das große Gewichte halten kann.

Plastik reparieren mit Wärme und Wasser

Nun der Clou: Sollte eine Bruchstellen auftreten, braucht es nicht mehr als einen Tropfen Wasser und einen warmen Metallstift. Dieser muss nur auf die angefeuchtete Bruchstelle gedrückt werden, und schon klebt der Kunststoff wieder zusammen. Alternativ kann man auch zwei aneinanderliegende Plastikstücke mit Wasser und Wärme behandeln, um sie miteinander zu verbinden. Sobald das Plastik wieder trocken ist, kann es wie zuvor belastet werden.

Anwendbar für viele Einsatzfelder

Eine Idee, die sich für viele Einsatzfelder als nützlich erweisen wird – glauben die Forscher. Bisher ist das Biomaterial für Tiefseekabel und medizinisches Kunststoff vorgesehen. In einer feuchten und warmen Umgebung repariert sich das Plastik dann bei Rissen selbst. Aber auch andere Anwendungsmöglichkeiten sind denkbar, beispielsweise kaputte Brillengestelle, Spielzeugfiguren oder luftdichte Verpackungen – im Grunde genommen viele künftige 3D-Druck-Fabrikate.

So funktioniert die Wunderheilung im Labor:

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