Wasserstoff aus Sonnenkraft: Nanotechnologie macht's möglich

Autozulieferer aufgepasst: Forscher der TU Eindhoven haben eine Solarzelle gebaut, die elektrischen Strom erzeugt. So weit, so normal. Doch der Strom wird verwendet, um eine chemische Reaktion freizusetzen: Wasser wird durch die Elektrizität in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten. In der Folge kann der Wasserstoff als sauberer Sprit für Fahrzeuge dienen.

Möglich machen das Nanodrähte aus Galliumphosphid. Die Drähte sind 500 Nanometer lang und 90 Nanometer breit – dadurch absorbieren sie Sonnenlicht ohne große Verluste. Gleichzeitig überzeugt das Material schon heute mit einer akzeptablen Wasserstoff-Ausbeute.

TU-Professor Erik Bakkers ist von der Technologie begeistert und verspricht sich eine große Materialersparnis:

"Für die Nanodrähte haben wir 10.000 Mal weniger wertvolles Galliumphosphid gebraucht, als für die herkömmlichen, flachen Solarzellen."

Diese Ressourceneffizienz könnte auch den Preis der Zukunftstechnologie drücken. Bakkers sieht Galliumphosphid als Schlüssel für saubere und nachhaltige Treibstoffe – auch in der Automobilbranche. Er fordert: "Bei den solaren Treibstoffen der Zukunft können wir Galliumphosphid nicht länger ignorieren."

Hersteller wie Mercedes oder BMW werden dafür sicher ein offenes Ohr haben. Beide arbeiten schon seit Jahren an Antrieben auf Basis von Brennstoffzellen. Und somit eröffnet die Nanotechnologie neue Chancen auch für innovative Zulieferer der Branche.

Weiterführende Links:

  • Nanotechnologie: Die wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema finden Sie auf "Nature.com".
  • Solartechnik: Wie ein Radweg in Holland Strom erzeugt, lesen Sie auf mittelstand DIE MACHER.
  • Fünf innovative Unternehmen der Solarwirtschaft haben wir in diesem Beitrag vorgestellt.