Das perfekte Tablet? Apples iPad Air 2! Jedenfalls bis zur Vorstellung seines Nachfolgers des 9,7’’ iPad Pro war das so. Dieses ist noch schlanker, sein Display nach heller, seine Kamera schießt schärfere Fotos, der Prozessor verspricht mehr Tempo und die SIM-Karte für mobiles Surfen mit LTE-Highspeed steckt bereits im Gehäuse (eSIM). Der Praxistest zeigt, ob sich der Umstieg aufs neue iPad lohnt. Außerdem: Was bietet Apples neues 4-Zoll-iPhone?

Das neue Display

Laut Apple besitzt das neue 9,7’’ iPad Pro „das fortschrittlichste Display in einem iPad“. Im direkten Vergleich zum iPad Air 2 hat sich an Auflösung (satte 2048 x 1536 Pixeln) und Punktdichte (Schärfegrad) mit 264 ppi aber erst einmal nichts geändert. Da heißt es im Praxistest genau hinschauen: Der iPad-Bildschirm reguliert seine Helligkeit jetzt von selbst, das kann das iPad Air 2 zwar auch, aber nur zeitgesteuert und nicht situativ. Beim 9,7’’ iPad Pro erkennen eingebaute Sensoren die Lichtintensität in der Umgebung und passen die Hintergrundbeleuchtung und Farbtemperatur dynamisch an. Apple nennt dieses Funktion „True Tone“. Im Praxistest arbeitete sie sehr zuverlässig. Und auch mit seinem Kontrastverhältnis von 1083,7:1 liegt das 9,7’’ iPad Pro vor dem Air 2 mit einem Verhältnis von 924:1. Im Sichtvergleich wirkt die Anzeige des neuen iPad etwas heller. Farben werden außerdem mit hoher Farbtreue sehr natürlich wiedergegeben. Die wohl größte Neuerung: Das Display ist jetzt deutlich weniger verspiegelt. Der Praxistest zeigt: Im grellen Sonnenschein lässt es sich noch gut ablesen.

Im Größenvergleich: Apples 12,9'' iPad Pro (links) vs. 9,7'' iPad Pro (rechts). Im Größenvergleich: Apples 12,9'' iPad Pro (links) vs. 9,7'' iPad Pro (rechts). (© 2016 Apple)

iPad Pro: einmal klein, einmal groß

Das neue 9,7’’-Gerät (Diagonale: 24,64) ist das zweite iPad-Pro von Apple. Das deutlich größere 12,9’’ iPad Pro (Diagonale: 32,76 Zentimeter) hat zwar nominell eine höhere Display-Auflösung mit 2732 x 2048 Bildpunkten, dennoch ist seine Anzeige mit 264 ppi genauso scharf wie beim 9,7-Zöller. Der Vorteil der größeren Display-Oberfläche: Darauf lassen sich auch zwei Apps problemlos gleichzeitig nutzen (zum Aufteilen des Displays reicht eine Wischgeste vom rechten Rand nach links), etwa E-Mail-App und Browser oder Word und Excel. Das klappt zwar auf dem 9,7’’iPad Pro auch, erwies sich in der Praxis aber längst nicht als so optimal wie beim 12,9’’iPad Pro. Im Handhabungs-Vergleich trumpft das kleine iPad Pro aber gehörig auf: Es wiegt mit gerade einmal 444 Gram in der WiFi und Cellular-Version fast 300 Gramm weniger als sein großer Konterpart. Denn mit Abmessungen von 30,57 x 22,06 x 0,69 Zentimeter überragt das 12,9’’iPad Pro sogar ein 12’’ MacBook Air. Letztlich schielt Apple aber mit beiden Geräten auf andere Zielgruppen. Wer unterwegs oft ein Tablet bei Kundenterminen, auf Messen oder Konferenzen benötigt dürfte eher zum vergleichsweise handlichen 9,7’’ iPad Pro greifen.

Mehr Power, mehr Tempo

Neue Maßstäbe setzt Apple auch beim Arbeitstempo: Wie beim iPad Pro mit 12,9“ steckt auch im 9,7“iPad Pro der hauseigene A9X-Prozessor (64-Bit-fähig). Daneben treibt der Co-Prozessor M9 das Gerät zusätzlich an. Die Taktrate beim 9,7’’er ist allerdings geringer (2 x 2,16 statt 2 x 2,24 Gigahertz). Genau wie der eingebaute Arbeitsspeicher: 2 statt 4 Gigabyte schlagen beim 9,7’’ iPad Pro zu Buche. Bei Tempo-Tests lassen sich aber für den Großteil aller Apps und Anwendungen keine oder nur minimale Unterschiede im Vergleich zum 12,9’’-Gerät ausmachen. Dieses empfiehlt sich aber für diejenigen, die jedoch häufiger hochauflösende 4K-Videos auf dem Tablet bearbeiten und schneiden müssen.
Für sattes Surf-Tempo (bis 300 Mbit/s) unterwegs sorgt in der Cellular-Version das eingebaute LTE-Modem (LTE Cat. 6). Im Büro klinkt sich das iPad via WLAN ac schön flott ins drahtlose Firmennetz ein.

Mit dem Apple-Pencil kann auf dem Display des neuen 9,7'' iPad Pro geschrieben und gezeichnet werden. Mit dem Apple-Pencil kann auf dem Display des neuen 9,7'' iPad Pro geschrieben und gezeichnet werden. (© 2016 Apple)

Mit Stift und Tasten

Was Steve Jobs wohl dazu gesagt hätte? Übermittelt ist schließlich ein Zitat von Apple-Gründer, das er einen „Griffel“ niemals in einem seiner Geräte im Einsatz sehen möchte. Mittlerweile ist der Apple Pencil genannte Eingabe-Stift aber nach dem großen iPad Pro auch für die kleinere Pro-Version auf Wunsch im Einsatz. Ein Griffel ist der Digitalstift mitnichten: Das optional erhältliche Zubehör (109 Euro) erwies sich bei Schreib- und Zeichentests als präzises Eingabewerkzeug – zumal sich handschriftliches auch digital umwandeln lässt. Das Schreiben auf dem Display fühlt sich mit dem Apple Pencil fast so an wie auf Papier – sogar der Handballen kann beim Schreiben auf dem Display liegen, denn es „stört“ sich nicht daran. Leider kann der Stift derzeit nur für sehr wenige Apps zum Schreiben und Zeichnen eingesetzt werden. Sollte man damit jedoch künftig auch in Word oder Excel schreiben können, wäre das praktische Helferlein sicher ein ständiger Begleiter für viele Geschäftsleute. Geladen wird er im Übrigen direkt über die Lightning-Schnittstelle im iPad. Der Stift ist an der Außenseite magnetisch und kann so an einem Smartcover andocken – allerdings hält er dort nicht sehr zuverlässig. Eine spezielle Tasche fürs iPad mit Stifthülle kann da schon eher vor einem ärgerlichen Verlust schützen.

Apple Pencil und Smart Keybord: Mit diesen Utensilien wird das iPad Pro zur Arbeitsmaschine. Apple Pencil und Smart Keybord: Mit diesen Utensilien wird das iPad Pro zur Arbeitsmaschine. (© 2016 Apple)

Wer nicht mit der Hand schreiben, sondern wie vom Notebook gewohnt, Termine, Protokolle oder neue Ideen eintippen möchte, kann auch eine externe und aus iPad abgestimmte Tastatur mit dem iPad über die „Smart Connector“ genannte Schnittstelle verbinden. Koppeln über Bluetooh entfällt dabei, mit Strom versorgt wird das entsprechende Zusatzprodukt über den Smart Connector direkt vom iPad. Schade nur das das Apple Smart Keybord (169 Euro) bislang nur in einer US-Variante erhältlich ist (Tastatur-Layout: QWERTY statt QWERTZ) – denn in der Praxis boten die Tasten einen präzisen Druckpunkt und solide Tastenanschläge.

Innovativ: Die (e)SIM steckt bereits im Gerät

Für Geschäftsreisende, die unterwegs stets mobilen Zugriff auf Internet, E-Mail und weitere Nachrichtendienste wie Twitter oder Facebook brauchen, bietet die Cellular-Version des 9,7’’ iPad Pro ein eingebaute SIM-Kartenmodul mit einer integrierten Apple-SIM (eSIM). Das soll etwa im Ausland einen einfachen Wechsel zwischen Prepaid-Anbietern möglich machen. Die Buchung erfolgt dabei in wenigen Schritten direkt über die Geräte-Einstellungen des 9,7“ iPad Pro. In Deutschland bietet derzeit ausschließlich die Telekom einen passenden Datentarif (Data Start Flat) für die eSIM an. 15 Euro pro Monat kosten damit 1 Gigabyte Datenvolumen mit einem Download-Tempo von 16 MBit/s. Natürlich gibt es neben der eSIM wie gewohnt auch einen Einschub für Nano-SIM-Karten im iPad. Ein passender Tarif zum 9,7’’ iPad Pro wäre etwa der Data Comfort L Business Premium mit Premium-Tablet für netto 33,57 Euro pro Monat (Laufzeit: 24 Monate), Einmalpreis für das 9,7“ iPad Pro: 252,06 Euro.

12 statt 8 Megapixel-Kamera

Mit dem iPad so gute Fotos knipsen wie mit dem iPhone 6s? Das ist jetzt nahezu möglich. Denn wie beim 6s Plus steckt die gleiche iSight-Kamera (mit Bildstabilisator!) auch im 9,7’’ iPad Pro. Testaufnahmen wirkten qualitativ durchaus ansprechend. Die 12 Megapixel-Linse ragt jedoch etwas aus dem Gehäuse heraus. Was aber in der Praxis nicht weiter störend ist. Zumal das iPad, wenn es mit der Rückseite plan auf einem Tisch liegt, nicht im Geringsten wackelt. Auch Video-Freunde kommen auf Ihre Kosten: Die Hauptkamera zeichnet Ultra-HD (4K)-Videos in guter Qualität auf. Die 5 Megapixel-Frontkamera (beispielsweise für Video-Anrufe via FaceTime oder Skype) bietet HD-Auflösung (1280 x 720 Pixel) und eine HDR-Funktion.

In Rosé: Apple neues iPhone SE gibt's auch in der neuen Modefarbe Rosé-Gold. In Rosé: Apple neues iPhone SE gibt's auch in der neuen Modefarbe Rosé-Gold. (© 2016 Apple)

Wir haben das iPhone (wieder) geschrumpft

Und noch einmal iPhone 6s: Die neueste Smartphone-Technik in einem vermeintlich veralteten Gehäuse? Kann das gutgehen? Für Apple offenbar kein Problem und so landet das Beste aus iPhone 6 und 6s im neuen iPhone SE. Sein Gehäuse entspricht größtenteils den Abmessungen des iPhone 5s (12,38 Zentimeter hoch, 113 Gramm schwer). In der Praxis bedeutet das: Einhand-Bedienung at its best. Das kommt vom iPhone 6s: Das 4-Zoll-iPhone SE bietet die gleiche 12 Megapixel-Hauptkamera und 5 Megapixel-Frontkamera. Damit können Videos in 4K-Auflösung (4096 x 2160 Pixel) gedreht werden. Es gibt außerdem eine sehr gute Zeitlupenfunktion. Ein A9-64-Bit-Prozessor samt M9-Bewegungs-Coprozessor treibt das handliche iPhone SE sehr schnell an. Alle Tempomessungen lagen in etwa auf dem hohen Niveau des iPhone 6s. Schnelles LTE und WLAN sind an Bord, genau wie ein präzise reagierender Fingerabdrucksensor zum Entsperren des Geräts.

Fazit:

Das neue 9,7’’ iPad Pro löst das iPad Air 2 ab. Apple erfindet dabei das iPad zwar nicht neu, bringt aber seine aktuelle Top-Technik in einem sehr schlanken Gehäuse unter. Fürs neue 9,7’’iPad Pro heißt das: Es bietet Apples derzeit schnellsten Mobil-Prozessor, sein noch mal helleres Display ist deutlich entspiegelt und es gibt eine 12 Megapixelkamera, die fast so gute Fotos knipst wie das iPhone 6s. Mit der optional erhältlichen Kombi aus Tastaturhülle und Eingabe-Stift, lassen sich die Möglichkeiten des iPads noch einmal erweitern. Allerdings mit der Einschränkungen das die Tastatur bislang nur in einer US-Tastbelegung erhältlich ist. Der Stift arbeitet – beim Schreiben und Zeichnen – absolut zuverlässig. Schade nur, dass die Anzahl der Apps, die ihn unterstützen noch sehr übersichtlich ist. Aber es gilt: wer vor der Entscheidung steht sich jetzt ein neues mobiles Arbeitsgerät zuzulegen, kommt nach wie vor an einem iPad nicht vorbei.

Apples aktuelle Smartphones im Größenvergleich (von links nach rechts): iPhone 6S Plus, iPhone 6S und iPhone SE. Apples aktuelle Smartphones im Größenvergleich (von links nach rechts): iPhone 6S Plus, iPhone 6S und iPhone SE. (© 2016 Apple)

Pluspunkte:

  • Vier Lautsprecher eingebaut, dadurch guter Klang, wie etwa bei der Video-Wiedergabe
  • iPad Pro: längere Akku-Laufzeiten im Vergleich zum Vorgänger
  • iPhone SE: sehr handliche Maße, sehr schnell, iPhone 6s-Technik eingebaut
  • Fingerabdrucksensor zum Entsperren der Geräte
  • Gute Kamera

Technische Daten:

Display (Maße und Auflösung):
iPad: 9,7 Zoll, Diagonale: 24,64 Zentimeter, Auflösung: 2048 x 1536 Pixeln (Schärfewert: 264 ppi)
iPhone: 4 Zoll, Diagonale: 10,16 Zentimeter, Auflösung: 1136 x 640 Pixel (Schärfewert: 326 ppi)

Abmessungen:
9,7’’ iPad Pro: 24,0 x 16,95 x 0,61 cm, 444 Gramm
iPhone SE: 12,38 x 5,86 x 0,76 cm, 113 Gramm

Weitere Ausstattung:

  • 9,7“ iPad Pro: Apple A9X-Prozessor mit 2 x 2,16 GHz
  • LTE für alle Frequenzen bis 300 Mbit/s im Download (LTE Cat. 6)
  • Für 2,4- und 5 GHz-WLAN-Netze, auch für 5 GHZ WLAN-ac , MIMO
  • 12 Megapixel Kamera, Video-Aufnahme auch für hochauflösende 4K-Videos (3840 x 2160 Pixel) möglich
  • Frontkamera: 5 Megapixel (Videoaufnahme in Full-HD „1080p“)
  • Bluetooth 4.2

Preise:

9,7’’ iPad Pro (WiFi + Cellular) im Data Comfort L Business Premium mit Premium-Tablet: netto 33,57 Euro pro Monat (Laufzeit: 24 Monate), Einmalpreis für das iPad: 252,06 Euro.

iPhone SE im Magenta Mobil M Business mit TopHandy 50,37 Euro pro Monat (Laufzeit: 24 Monate), Einmalpreis für das iPhone: 8,36 Euro

Weiterführende Links zum Thema

9,7’’ iPad Pro kaufen (Telekom)
iPhone SE kaufen (Telekom)
Geschäftskunden Telekom