Übersetzung in drei Sprachen

Auf den ersten Blick sehen sie wie gewöhnliche Megafone aus, doch das "Megahonyaku" des japanischen Elektronikkonzerns Panasonic kann mehr, als die Sprache elektronisch zu verstärken: Es dient als Simultanübersetzer. Die ersten Geräte können Japanisch in Englisch, Chinesisch sowie Koreanisch übertragen und dann in einer Lautstärke wiedergeben, die auch große Menschenansammlungen erreicht.

Im Dezember 2016 hat Panasonic die ersten Geräte ausgeliefert, bis 2018 sollen bis zu 10.000 Einheiten vornehmlich an Flughafenbetreiber, Bahngesellschaften oder touristische Einrichtungen vertrieben werden, berichtet das Magazin "Technology Review".

Megafone von Panasonic kein Universalübersetzer

Der Hintergrund dieser Idee: Zum einen sollen sich Polizei und Feuerwehr in Notsituationen für alle verständlich bemerkbar machen können, zum anderen können auch Ausländer bei Führungen von dieser Entwicklung profitieren. Der Tourismus in Japan boomt, zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio wird ein Besucherrekord erwartet.

Ein echter Universalübersetzer ist das Megafon jedoch noch nicht: Derzeit kann es nur rund 300 japanische Phrasen abrufen. Diese identifiziert das Gerät per Spracherkennung. Der Benutzer muss lediglich ins Mikrofon sprechen, eine Computerstimme übersetzt dann in die gewünschte Sprache. Das System verwendet dabei sogar die Tonlage des Sprechers, so dass es tatsächlich so wirkt, als würde dieser selbst die Ansage machen. Interessierte Firmen können allerdings auch Sätze programmieren lassen, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Weitere Sprachen sind in Zukunft ebenfalls denkbar.

Megafone nicht zu kaufen

Kunden müssen eine monatliche Abo-Pauschale in Höhe von rund 180 Dollar aufbringen, dafür profitieren sie dann auch von der Anbindung an den Cloud-Dienst, mit dem eine Analyse der Spracheingaben durchgeführt wird. Für private Nutzer sind die Megafone nicht vorgesehen.

Weiterführende Links:

  • Digitale Gründer arbeiten öfter an innovativen Ideen als andere Existenzgründer.
  • Dieser Simultanübersetzer erinnert an den Babelfisch aus Douglas Adams' Roman "Per Anhalter durch die Galaxis": Der Ohrstöpsel "Pilot" des Start-ups Waverly Labs soll in Echtzeit übersetzen.