WLAN im ICE jetzt auch in der zweiten Klasse

Das neue Jahr begann für Zugreisende der Deutschen Bahn mit einer guten Nachricht. Seit dem 1. Januar 2017 haben auch Passagiere der zweiten Klasse kostenlosen Zugang zum WLAN im ICE. Bleibt die Frage, wie die drahtlose Verbindung über das lokale Funknetz in der Praxis funktioniert. Dazu hat sich jetzt der Fahrgastverband Pro Bahn geäußert, wie unter anderem "Golem.de" schreibt. In einem Interview sagte Verbandssprecher Karl-Peter Naumann:

"Es funktioniert ordentlich."

Die Bahn wird das gern hören. Im Gegensatz zu früheren Lösungen, will sie das WLAN im Zug zuverlässiger und schneller machen. Dazu hat sie ein neues Steuerungssystem entwickelt, das sich nahe von Gleisen der Mobilfunknetze mehrerer Mobilfunkanbieter bedient und diese zusammenführt.

Pro Bahn: Dauerproblem mobiles Telefonieren

Wunschlos glücklich ist Pro Bahn mit der Kommunikation in fahrenden Zügen allerdings noch nicht. Naumann sieht nämlich eine weitere Baustelle:

"Das größere Problem ist das Telefonieren im Zug."

Der Grund: Es hapert weiterhin an durchgängig erreichbaren Netzen. Der Bahn ist die heikle Lage mit den Funklöchern bekannt und sie gelobt bis 2018 Besserung für Telefonverbindungen. Klappen soll das mit zusätzlichen Signalverstärkern, die bis Mitte des laufenden Jahres in den Handybereichen der Waggons installiert werden sollen. Weitere würden folgen.

Noch Potenzial beim drahtlosen Internet im Zug

Allerdings laufe das WLAN im ICE auch noch nicht ideal. Das zeige sich beispielsweise an zusammenbrechenden Verbindungen, während ein Zug Tunnel passiere. Außerdem falle auf, dass die Übertragungsgeschwindigkeit abnehme, "sobald die Züge aus dem Kern-ICE-Netz herausfahren", so Naumann von Pro Bahn. Der Bremseffekt trete besonders an Strecken mit dünnmaschigen Mobilfunknetzen auf. Etwa zwischen Hamburg und Kiel oder Berlin und Stralsund. Um dem Missstand abzuhelfen, sieht Naumann Verkehrsminister Alexander Dobrindt in der Pflicht. Er sei schließlich auch für die digitale Infrastruktur im Land verantwortlich. So könne er die Mobilfunkanbieter verpflichten, zusätzlich Funkmasten an finanziell unattraktiven Standorten zu installieren.

Weiterführende Links:

  • Die Bahn will die Mobilfunkversorgung in ihren Zügen optimieren. Dafür tut sie sich mit mehren Netzbetreibern zusammen. Und legt viel Geld auf den Tisch.
  • Für die Digitalisierung setzt die Bahn verstärkt auf Start-ups. Das Ziel: Sie will künftig zum Mobilitätsmanager ihrer Kunden werden.