Turm für Häuser aus Schlamm und Ton

Das Gerüst von Massimo Morettis Vision steht schon. Es ist ein zwölf Meter hoher Turm aus Metallstreben, in deren Zentrum ein steuerbarer Bottich hängt. Aus diesem Konstrukt namens BigDelta soll sich schon bald Schicht für Schicht Schlamm ergießen, aus dem Häuser werden.

Moretti und seine Mitstreiter vom  World’s Advanced Saving Project (WASP) haben große Pläne mit ihrer Technik, die sie kürzlich im italienischen Massa Lombarda unter dem Titel "La Realtà del Sogno" (Die Wirklichkeit des Traums) präsentierten. BigDelta nennen die Ingenieure den riesigen 3D-Drucker. Eines Tages soll er massenweise Häuser aus Schlamm und Ton bauen.

Für diese Materialien sprechen mehrere Gründe:

  • Sie lassen sich leicht in flüssige Form bringen.
  • Sie kommen vielerorts in der Natur vor.
  • Sie sind relativ günstig.

Besonders die beiden letztgenannten Eigenschaften machen sie für Moretti so interessant:

"Bis 2030 sehen internationale Schätzungen einen rasanten Anstieg in der Nachfrage von passendem Lebensraum für mehr als vier Milliarden Menschen mit einem jährlichen Einkommen unter 3000 US-Dollar."

WASP zielt mit seiner Technik also auf Bedürftige in aller Welt. Noch, denn sollte sich die Methode als erfolgreich erweisen, so verleiht sie der gesamten Baubranche starke Impulse. Denn was heute schon im Labor klappt, könnte einst in großem Stil völlig neue Herstellungsverfahren und architektonische Möglichkeiten erlauben. Spätestens dann wären BigDelta und seine künftigen Evolutionsstufen für Häuser aus Schlamm auch für den deutschen Mittelstand ein spannendes Thema.

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