Luftlose Reifen aus dem 3D-Drucker

Michelin hat eine neue Variante von Reifen vorgestellt. Sie haben eine Struktur, die an einen Schwamm erinnert, wie "Golem" schreibt. Das Vorbild ist jedoch ein anderes.  Die Techniker des französischen Herstellers haben den sogenannten alveolaren Aufbau der menschlichen Lunge nachempfunden. Im Gegensatz zu ihr braucht der futuristische Reifen aber keine Luft, um zu funktionieren. Deshalb kann er weder platt werden noch während der Fahrt platzen. Als Werkstoff kommen zahlreiche biologisch abbaubare Substanzen zum Einsatz. Entsprechend aufbereitet lassen sich zum Beispiel Naturkautschuk, Textilien, Papier, Holz sowie Elektronikschrott und gebrauchte Metalle mit einem 3D-Drucker zu Reifen spritzen. Dabei nimmt die Dichte der Konstruktion zur Mitte hin zu.

Neues Profil einfach aufspritzen

Natürlich haben auch luftlose Reifen ein Profil. Ist das irgendwann abgefahren, ist es in kurzer Zeit wieder aufgetragen. Michelin hat noch weiter gedacht: Dem Unternehmen schweben Stationen mit 3D-Druckern vor, in denen binnen kurzer Zeit zum Beispiel aus einem Sommerreifen ein Winterreifen wird.  Das unten eingebettete Video zeigt, wie das funktionieren könnte.

Erreichen die "Pneus" eines Tages das Ende ihrer Haltbarkeit, durchlaufen sie einen Recycling-Prozess. Wann es dafür Zeit ist, ermitteln eingebaute Sensoren. Sie melden zum Beispiel auch, wann es auf längeren Reisen angeraten ist, das Profil an unterschiedliche – etwa nasse, vereiste oder schlammige – Untergründe anzupassen. Noch handelt es sich um ein Zukunftsprojekt, doch Michelin ist von seiner Machbarkeit überzeugt.