Sensor im Smartphone wird durch Musik kontrolliert

Dass auch Smartphones vor Angriffen durch Cyberkriminelle nicht umfassend geschützt sind, ist bekannt. Neu ist jedoch, dass die Mobiltelefone auch mit Hilfe von Musik gehackt werden können. Das haben Wissenschaftler der University of Michigan und University of South Carolina jetzt herausgefunden, berichtet die "New York Times".

Durch das Abspielen einer "bösartigen" Musikdatei konnten die Forscher einen Sensor kontrollieren und mit diesem Musikvirus andere Apps beeinflussen. Dieser Sensor, der sogenannte Accelerometer, ist in Smartphones und auch in Fitnesstrackern für die Navigation und Orientierung zuständig. Auf diese Weise bekamen die Forscher Zugriff auf ein über das Handy gesteuertes Spielzeugauto.

Medizinische Geräte könnten durch Musikvirus manipuliert werden

Das war zwar nur ein Test, doch in der Realität seien weitaus schlimmere Szenarien denkbar. So könnten medizinische Geräte durch den Musikvirus manipuliert werden. Zum Beispiel Herzschrittmacher oder Maschinen, die für die Dosierung der Insulinabgabe an Diabetes-Patienten verantwortlich sind.

Die erfolgreiche Manipulation war kein Einzelfall: Insgesamt 20 Sensoren von fünf Firmen haben die Wissenschaftler beschallt. Bei 15 Geräten konnten sie Messergebnisse verändern, bei 13  war es sogar möglich, sie gezielt zu manipulieren. Schon zuvor hatten Wissenschaftler Drohnen mit Hilfe von Musik zum Stillstand gebracht. Der aktuelle Musik-Hack offenbart die großen Herausforderungen, die durch die zunehmende Digitalisierung bevorstehen.