Soft Robotics: Mehr als plumpe Kraftmaschinen

In der Industrie sind Roboter weit verbreitet: Mit übermenschlicher Kraft und in atemberaubendem Tempo übernehmen sie Aufgaben, die Menschen schnell an ihre Grenzen bringen. Dabei sind die rasanten Maschinen nicht gerade für ihr Feingefühl bekannt. Um Verletzungen von Fabrikangestellten zu vermeiden, verrichten Industrieroboter ihre Arbeit in aller Regel hinter hohen Schutzzäunen.

Doch Besserung ist in Sicht: Seit einigen Jahren wird an neuartigen Assistenzrobotern gearbeitet, die mehr sind als plumpe Kraftmeier. Soft Robotics nennt sich die Technologie, die es Robotern ermöglicht, ähnlich wie Menschen zu handeln:

  • Anstatt stumpf der vorgegebenen Programmroutine zu folgen,
  • setzen die neuartigen Assistenzroboter ihre Kraft wohl dosiert ein und
  • sind in der Lage spontan und intelligent auf ihre Umwelt zu reagieren.

So drosseln die Assistenzroboter beispielsweise ihr Tempo oder stoppen ihre Aktivität komplett, wenn ihnen ein Mensch in die Quere kommt.

Feinfühlige Assistenzroboter dank moderner Regelungstechnik

Möglich machen das feinfühlige Verhalten der smarten Roboter die neuesten Entwicklungen der Regelungstechnik: In den Gelenken der Maschinen sind Sensoren verbaut, die ihre Bewegungskräfte messen und im Hinblick auf die jeweiligen Anforderungen dosieren. Der Direktor des Instituts für Regelungstechnik an der Leibniz-Universität Hannover Sami Haddadin spricht in diesem Zusammenhang von einem eingebauten "Schutzreflexsystem".

Durch die moderne Technologie finden die Assistenzroboter nicht nur in der Industrie Verwendung. Auch im Bereich der Pflege, der Medizin oder sogar der Raumfahrt sind ihre Dienste gefragt. Aktuelle Beispiele, in denen die Soft Robotics-Technologie zum Einsatz kommt, finden sich etwa ...

  • bei Audi, wo Assistenzroboter den Monteuren zum passenden Zeitpunkt Teile aus einer Kiste zur manuellen Montage anreichen oder
  • beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, wo ein intelligenter Roboterarm entwickelt wurde,
  • dessen Eignung als künstliche Hand für Schwerstbehinderte in einem Forschungsprojekt am Institut für Informatik der Uni Freiburg gerade getestet wird.

Weiterführende Links:

  • Die Themen Soft Robotics und Assistenzroboter werden auch in der "Badischen Zeitung"aufgegriffen.
  • Wozu die Robotik außerdem in der Lage ist, lesen Sie bei mDM in einem Beitrag zu einem Mini-Roboter, der wie ein Wasserläufer springt.