Stromerzeugung: Die Niederlande gehen neue Wege

Hier schlägt die Wirklichkeit die Theorie: Das Start-up SolaRoad bestückte den Boden eines Radweges in der Nähe von Amsterdam mit Solarzellen – und übertraf bei der Stromerzeugung die eigenen Erwartungen. Der 70 Meter lange Abschnitt produzierte innerhalb von sechs Monaten über 3.000 kWh. Das ist genug, um einen Einzelhaushalt ein ganzes Jahr mit Strom zu versorgen oder einen Elektro-Scooter 2,5-mal um den Erdball fahren zu lassen.

Die Solarmodule sind von einer rutschfesten Glasschicht überzogen. Allerdings hielt die Beschichtung den starken Temperaturschwankungen nicht vollständig stand. Die Betreiber arbeiten deshalb an einer noch widerstandsfähigeren Panzerung.

Auch die hohen Investitionskosten des Pilotprojektes geben zu bedenken: Der Radweg aus Solarplatten schlug mit stolzen drei Millionen Euro zu Buche. Das Start-up ist aber zuversichtlich, die Kosten langfristig zu senken und plant bereits weitere Pilotprojekte in anderen Teilen der Niederlande sowie in Kalifornien.

Radweg aus Solarzellen: Hürden & Chancen

Warum pflastert das Start-up überhaupt den Boden mit den Solarzellen? Im Gegensatz zu Solarparks in Wiesen müssen die Betreiber bei Solarbahnen keine aufwendigen Fundamente legen. Und: Straßen und Radwege müssen ohnehin gebaut werden. Dann kann man sie auch mit Solarzellen bestücken. Denn die Module könnten zukünftig Elektrofahrzeuge aufladen oder Ampeln, Haushalte und Straßenlaternen mit Strom versorgen – so wie in diesem Image-Video:

Weiterführende Links:

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  • Solartechnik: Weitere innovative Unternehmen in der Solarwirtschaft stellen wir hier vor.