Landwirtschaft: Was bringen digitale Technologien?

Satellitengesteuerte Hightech-Mähdrescher und Drohnen, die zielgenau Düngemittel auf das Feld streuen – für viele Landwirte ist der digitale Bauernhof das Sinnbild für Effizienz. Deshalb fallen die Meinungen zum Thema digitale Technologien in der Landwirtschaft weitestgehend positiv aus. Von den 101 Bauern, die der Digitalverband Bitkom dazu befragt hat, erwarten 60 Prozent, dass die Digitalisierung ihrer Branche verbesserte Abläufe bringt.

Weitere 55 Prozent rechnen mit geringeren Herstellungskosten landwirtschaftlicher Produkte im Zuge effizienterer Arbeitsmethoden. 47 Prozent denken außerdem, dass sie durch digitale Anwendungen die Wartung ihrer Gerätschaften besser einplanen können. Auch geringere Personalkosten könnten eine positive Folge der Digitalisierung auf der Krume sein, wie 33 Prozent der Befragten meinen. Zu guter Letzt versprechen sich 30 Prozent eine schnellere Umsetzung individueller Kundenwünsche.

Wie ist der derzeitige Stand in der Landwirtschaft?

Fast jeder fünfte landwirtschaftliche Betrieb (19 Prozent) nutzt heute bereits digitale Anwendungen. Bei Unternehmen ab 100 Mitarbeitern wendet sogar jedes dritte (33 Prozent) digitale Technologien an. Weitere 21 Prozent haben zwar noch nicht in derartige Pläne investiert, sind aber nicht davon abgeneigt.

Auf der anderen Seite ist für jeden zweiten befragten Betrieb (51 Prozent) die Digitalisierung kein Thema – weder jetzt noch künftig. Diese Meinung vertreten mehrheitlich kleine Betriebe mit bis zu neun Mitarbeitern (57 Prozent).

Die Gründe für die ablehnende Haltung sind vielschichtig. So scheuen 76 Prozent der interviewten Landwirte die hohen Investitionskosten und sind vom Nutzen der Hightech-Maschinen nicht überzeugt. Für 47 Prozent ist auch der Fachkräftemangel ein schlagendes Argument gegen digitale Technologien in ihrem Unternehmen. Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom, erklärt dazu:

"Der Landwirt von morgen muss digitale Zusatzqualifikationen mitbringen. Ausbildung und Studium müssen entsprechend angepasst werden."

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