In der großen Produktionshalle herrscht emsiger Betrieb. Überall zischt und knarrt es, Staub hängt in der Luft. Spezialmaschinen bohren Löcher in Metallplatten, andere pressen kleine Metallstäbe. Im hinteren Bereich der Halle setzt ein Roboterarm eine Metallröhre auf die passende Vorrichtung. Daneben hebt ein riesiger Kran eine Anlage in die Luft und bewegt sie langsam zum anderen Ende der Halle. Mit seinem Notebook konfiguriert ein Mitarbeiter eine Anlage, ein weiterer Arbeiter räumt gepresste Probestücke in ein Regal.

In der beschaulichen Ortschaft Erlenbach bei Kaiserlautern steht die Produktionshalle von Loomis Products. Hier stellt der Mittelständler so genannte isostatische Pressen und Kolbenstrangpressen her, mit denen Industriekunden zum Beispiel Katalysatoreinsätze für die Automobilindustrie oder Aufsätze für Bohrmaschinen produzieren. Das Besondere dabei: jede Anlage wird individuell für den Auftraggeber entwickelt. „Häufig kommen Kunden nur mit dem Produkt zu uns und wir bauen die Maschine, die dieses Stück pressen kann“, erklärt Geschäftsführerin Pia Ilona Kahlefeld.

In der Produktionshalle stellt Loomis Products für seine Kunden Spezial-Pressen und Kolbenstrangpressen her. In der Produktionshalle stellt Loomis Products für seine Kunden Spezial-Pressen und Kolbenstrangpressen her. (© 2016 Manuel Hauptmannl)

Unter Einbezug aller Rahmenbedingungen wie beispielsweise Materialverhalten oder notwendiger Arbeitsdruck entwickelt Loomis Products eine notwendige Anlagenauslegung und testet die entwickelten Parameter an hauseigenen Versuchsanlagen ausgiebig: Erfüllt die Anlage alle Erwartungen des Kunden? Wie muss die Maschine konstruiert werden, damit sie in die Produktionshalle des Auftraggebers passt? Sind alle Randbedingungen für das erfolgreiche Herstellen des Produktes erfüllt, wird die Anlage dann zunächst bei Loomis Products gebaut, getestet und anschließend abgebaut und am Standort des Kunden wieder aufgebaut. „Wir kümmern uns auch um den Service und die Wartung der Maschine“, sagt Kahlefeld.

Austausch von großen Datenmengen

Die Spezialkenntnisse der Maschinenbauexperten aus Kaiserslautern kommen gut an. Gemeinsam mit der gleichnamigen Partnerfirma in den USA und einem Verkaufsbüro in Shanghai beliefert Loomis Products inzwischen Kunden auf allen Kontinenten. Damit alle Mitarbeiter weltweit einheitlich, sicher und einfach auf Daten und Dokumente zugreifen können, will Loomis Products seine Server in die Cloud bringen. Bisherige Lösungen mit FTP-Servern oder Dropbox waren im Alltag viel zu umständlich. „Wir wollen außerdem flexibler werden und einige Prozesse verbessern“, gibt Kahlefeld vor.

Dank der schnellen Internetleitung, die die Telekom bei Loomis Products installiert hat, erfolgt das Senden von Plänen und Skizzen aus den Konstruktionsprogrammen heraus nun viel schneller als früher. Dank der schnellen Internetleitung, die die Telekom bei Loomis Products installiert hat, erfolgt das Senden von Plänen und Skizzen aus den Konstruktionsprogrammen heraus nun viel schneller als früher. (© 2016 Manuel Hauptmannl)

Im ersten Schritt bekommt der Standort in Erlenbach eine schnellere Datenleitung mit höherer Bandbreite – unerlässlich für einen guten Zugriff auf die Cloud. Allein die neue, schnellere Internetleitung sorgt für effizientere Prozesse im Alltag. Jetzt läuft das Senden von Plänen und Skizzen aus den Konstruktionsprogrammen, also der Austausch von riesigen Datenmengen, viel schneller als früher.

Der nächste Schritt: alle Server sollen in die Private TelekomCloud wandern, in ein hochsicheres Rechenzentrum in Deutschland. Bislang betrieb Loomis Products seine Server im Keller des Firmengebäudes selbst. Die Telekom richtet nun beispielsweise den E-Mail-Server in der Cloud ein oder schafft Speicherplatz für die Datensynchronisierung des Sondermaschinenherstellers. „Die Systeme in der Cloud sind gespiegelt, also haben wir automatisch ein Back-Up. Ein professionelles Rechenzentrum bietet die passenden Räumlichkeiten und ideale Bedingungen, die wir selbst einfach nicht leisten können“, räumt die Geschäftsführerin ein.

Noch bietet ein Server im Keller das Back-Up vom Back-Up: Sicher ist sicher. „Wir wollen gerne langfristig das gesamte Management unserer Server abgeben“, sagt Kahlefeld. So können wir uns ganz auf die Entwicklung der Sondermaschinen konzentrieren. Sich um die IT zu kümmern, nimmt immer mehr Zeit in Anspruch und fordert Expertenwissen“, erklärt sie.

Einheitliches Arbeiten

Dank der Private Cloud kann Loomis Products jederzeit Speicherplatz oder IT-Kapazitäten auf Knopfdruck hinzubuchen und zahlt nur das, was das Unternehmen tatsächlich nutzt. Die Cloudlösung bietet enorme Vorteile: „Unsere Mitarbeiter können besser miteinander kommunizieren, haben stets aktuelle Daten und Präsentationen griffbereit und können sich leichter mit unseren Kunden austauschen“, sagt Kahlefeld. Alle Mitarbeiter weltweit greifen zukünftig auf die Daten im Rechenzentrum in Deutschland zu. Die Verfügbarkeit wird von der Telekom garantiert, die Server sind vor Angriffen sicher geschützt. Durch Managed Mail Service aus der Cloud haben alle Mitarbeiter auch von ihrem Handy aus Zugriff auf ihre Mails und ihre Termine. „Das Unternehmen wird durch Anwendungen aus der Cloud auch als Arbeitgeber attraktiver“, sagt Ulrich Mayer von der Telekom. „Das Arbeiten von unterwegs oder im Home Office ist überhaupt kein Problem mehr.“

Neben den Servern wandert auch die Telefonanlage in die Wolke. Über einen PC-Client sehen die Mitarbeiter, ob der Kollege am Platz ist und können den Anruf annehmen. Dank hinterlegter Informationen, die sie mit einem Klick aufrufen, wissen sie sofort, welche Maschine gemeint ist und können ihn kompetent beraten.

Loomis Products-Geschäftsführerin Pia Ilona Kahlefeld im Gespräch mit einem Mitarbeiter. Loomis Products-Geschäftsführerin Pia Ilona Kahlefeld im Gespräch mit einem Mitarbeiter. (© 2016 Manuel Hauptmannl )

Kundenservice verbessern

Auch Loomis-Kunden sollen von der Cloud profitieren. „Wir möchten unseren Kunden Platz in unserer Cloud reservieren. Dort hinterlegen wir dann individuelle Informationen zu ihren Anlagen“, sagt Kahlefeld. „Mit einem entsprechenden Login können sie diese Beschreibungen abrufen, ohne uns extra zu kontaktieren.“ Das verbessert den Kundenservice und erspart den Loomis-Mitarbeitern manchen Anruf.

Die IT-Lösung aus der Private TelekomCloud ist eine Sonderanfertigung der Telekom für Loomis Products und erfüllt alle Wünsche des Sondermaschinenherstellers. „Wir arbeiten eng mit der Telekom zusammen und entwickeln die Lösung gemeinsam“, freut sich Kahlefeld. „Wir bekommen genau das, was wir brauchen – genau wie unsere Kunden.“

Der Umzug in die Cloud legt für Loomis Products den Grundstein für weitere Schritte Richtung digitale Transformation, zum Beispiel durch die Vernetzung der Maschinen. Bereits jetzt kann Loomis Products bei Bedarf seine Sondermaschinen auch aus der Ferne warten. Voraussetzung: Der Kunde muss diese mit dem Internet verbinden. „Viele Kunden zögern noch, ihre Maschinen zu vernetzen, so dass sie ständig online sind“, sagt Geschäftsführerin Kahlefeld. „Trotz der Bedenken würden solche M2M-Lösungen nicht nur unsere Prozesse vereinfachen, sondern auch unseren Kunden helfen.“

Weiterführende Links zum Thema

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Webseite Loomis Products Kahlefeld GmbH