Trend 1: Das Internet of Things (IoT)

Datenströme von Sensoren aller Art, die in Maschinen, Autos, mobilen und stationären Gütern, Kleidung und sogar in Menschen integriert sind, werden eine wahre Fundgrube von Daten schaffen, aus der die verschiedensten neuen Produkte und Dienstleistungen hervorgehen. Ein Bespiel dafür ist der französische Spazierstock-Hersteller Fayet. Mit dem Startup Nov'in hat er eine smarte Gehhilfe entwickelt, in der zahlreiche Sensoren stecken. Sie erkennen etwa, wenn der Besitzer stürzt. Über Funk holen sie Hilfe, die dank integrierter GPS-Ortung punktgenau ankommt.
www.novin.fr

Trend 2: Virtual Reality

In Virtual-Reality-Brillen deckt ein augennaher Bildschirm das gesamte Sichtfeld des Trägers ab. Da das Display den Kopfbewegungen des Trägers folgt, wird das Gefühl erzeugt, sich direkt in der virtuellen Welt zu bewegen. Neben Gaming- und Unterhaltungsinhalten gibt es zahlreiche kommerzielle Anwendungsmöglichkeiten. So können etwa Piloten in virtueller Umgebung die Flugzeugbedienung üben. Für Ärzte besteht die Chance, riskante Eingriffe digital zu simulieren. Architekten und Städteplaner können damit begehbare Entwürfe erstellen. Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die Besichtigung von touristischen Sehenswürdigkeiten, ohne vor Ort zu sein. Laut einer Marktprognose von Bitkom und dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte erreicht der Umsatz mit Virtual Reality in Deutschland bis 2020 eine Höhe von einer Milliarde Euro. Das Silicon-Valley-Startup Meta etwa bietet mit seiner Meta 2 eine neue Art der Betriebsumgebung, in der Nutzer ihre holographischen Anwendungen und Objekte frei anordnen und gleichzeitig mit Kollegen damit interagieren können.
www.metavision.com

Die VR-Brille Meta 2 soll holographische Anwendungen ermöglichen. Um etwa Objekte frei anzuordnen und gleichzeitig mit anderen zu interagieren. Die VR-Brille Meta 2 soll holographische Anwendungen ermöglichen. Um etwa Objekte frei anzuordnen und gleichzeitig mit anderen zu interagieren. (© 2017 Meta)

Trend 3: Roboter

Der humanoide Roboter Paul ist bereits als Berater im Saturn-Markt in Ingolstadt im Einsatz, auf der IFA 2016 stellte Bosch seinen vernetzten Küchen-Assistenten Mykie vor. Zur CES zeigte das von der Robert Bosch Start-up GmbH (BOSP) unterstützte Start-up Mayfield Robotics Bosch den Haushalts-Roboter Kuri. Der etwa 50 Zentimeter große Roboter ist mit Lautsprecher, Mikrofon, Kamera und mehreren Sensoren ausgestattet. Er kann sich im Wohnraum bewegen und merkt sich dabei den kürzesten Weg. Kuri interagiert mit den Bewohnern und reagiert beispielsweise auf die Mutter anders als auf das Kind. Ende 2017 soll er auf den Markt kommen. Ähnliche Roboter soll es in Hotels oder im Pflegebereich geben. Auf der kommenden CeBIT bildet der Robotereinsatz in Medizin, Logistik und Landwirtschaft einen der Schwerpunkte.
www.bosch.com

Im Hamburger Stadtteil Ottensen hat der Paketdienst Hermes die Auslieferung von Paketen mit Robotern gestartet. Im Hamburger Stadtteil Ottensen hat der Paketdienst Hermes die Auslieferung von Paketen mit Robotern gestartet. (© 2017 Hermes)

Trend 4: Digitale Sprachassistenten

Ähnlich wie der Sprachassistent im Smartphone nehmen die Geräte die Anweisungen über eingebaute Mikrofone auf, wenn zuvor das entsprechende Aktivierungswort genannt wurde. Der Assistent antwortet per Computerstimme auf die Fragen und Befehle des Nutzers. „Die Assistenten stellen eine neue Schnittstelle zwischen Mensch und Internet dar“, erklärt Timm Lutter, Bitkom-Experte für Consumer Electronics und Digital Media. Die neuen Sprachassistenten verfügen über einen großen Funktionsumfang und können mit Smart-Home-Anwendungen vernetzt werden. Somit lassen sich etwa Geräte im Haushalt oder Unternehmen wie Lampe, Musikanlage, Fernseher oder Heizung per Sprachbefehl steuern, aber auch Suchmaschinen im Internet bedienen, E-Mails diktieren oder telefonieren. Bekanntestes Beispiel ist Amazons Echo Dot, die Audio-Schnittstelle zwischen Mensch und Internetdiensten.
www.amazon.de/echo

Die Amazon Echo Dot (2. Generation) wird per AUX-Kabel mit einem Lautsprecher verbunden. Die Dot kann dann auf Zuruf („Alexa …“) Lampen, Lichtschalter oder Thermostate steuern. Die Amazon Echo Dot (2. Generation) wird per AUX-Kabel mit einem Lautsprecher verbunden. Die Dot kann dann auf Zuruf („Alexa …“) Lampen, Lichtschalter oder Thermostate steuern. (© 2017 Amazon)

Trend 5: Wearables

Der Wearables-Markt wird sich nach Angaben der Unternehmensberatung A.T. Kearny in den kommenden drei bis vier Jahren mehr als verdoppeln und auf insgesamt 14 Milliarden US-Dollar ansteigen. Visas Zahlungsring, mit dem die Nutzer statt mit Karte digital bezahlen können, oder Googles Smart Contact Lens, die den Blutzucker über die Tränenflüssigkeit misst, zeigen, in welche Richtung die Entwicklungen gehen können.
www.visa.com

Die Smartwatch Samsung Gear S3 Frontier lässt sich von Android-Smartphones und – neu – jetzt auch von iPhone oder iPad steuern. Die Smartwatch Samsung Gear S3 Frontier lässt sich von Android-Smartphones und – neu – jetzt auch von iPhone oder iPad steuern. (© 2017 Samsung)

Trend 6: Künstliche Intelligenz und Schwarmintelligenz

Das von unzähligen Sensoren und Geräten erzeugte Datenvolumen steigt explosionsartig an. Gleichzeitig werden Rechner, Spezialanalyse-Software und intelligente Agenten immer preiswerter und leistungsfähiger. Unternehmen sollten darum Wege finden, aus der enormen Informationsfülle von Big Data die für sie relevanten Erkenntnisse herauszufiltern. Klaus-Michael Vogelberg vom Softwareunternehmen Sage rät Unternehmern darum zur „Teambildung“ nach dem Vorbild von Crowdsourcing – unter Beachtung der Datenschutzrichtlinien ihrer Unternehmen und der gesetzlichen Vorschriften. „Wenn Unternehmer ihre Kräfte vereinen und beispielsweise Rechnerleistung und Daten strukturiert und systematisch mit anderen Unternehmen teilen, können sie in dieser Kooperation von einem besseren und größeren Datenpool und höherer Datenintelligenz profitieren.“

Kleine Unternehmen, die sich keine aufwendige Marktforschung für die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen leisten können, greifen auf Crowdsourcing-Plattformen wie Innosabi zu. Damit können sie Vorlieben ihrer Zielgruppe abfragen und nutzen.
www.innosabi.de

Trend 7: Blockchain

Die Blockchain-Technologie organisiert Transaktionen digitaler Vermögenswerte zwischen zwei Parteien in einer radikal neuen Weise. Anstatt Vermittler oder Zwischenstellen wie Banken, Notare, staatliche Behörden oder Handelsplattformen zu nutzen, um den Austausch bestimmter Vermögenswerte wie digitale Waren, Verträge oder sogar digitale Währungen wie Bitcoins zu legitimieren, erlaubt die Blockchain-Technologie Einzelpersonen die Übertragung dieser Vermögenswerte untereinander in direkter, sicherer und unabänderlicher Weise. Betroffen sind nach Einschätzung von Sage vor allem jene Branchen, die als Vermittler zwischen zwei Parteien agieren (beispielsweise Rechtsanwälte, Auditoren, Notare, Immobilien- oder Finanzmakler). Auch auf die Arbeitsweise von Buchhaltern und Rechnungsprüfern könnte sich Blockchain auswirken, denn diese Technologie würde sie wesentlich entlasten, beispielsweise bei der Kontrolle und dem Buchen von Transaktionen, der Überweisung von Geld oder dem Bezahlen von Rechnungen, die heute noch in den Aufgabenbereich dieser Berufsgruppen fallen.

Trend 8: Plattform-basierte Infrastruktur

2017 werden nach Einschätzungen von Sage immer mehr Unternehmen ihre autonomen, standortgebundenen Softwaresysteme durch integrierte, Cloud-basierte Lösungen ersetzen, die auf globalen Cloud-Plattformen wie beispielsweise Salesforce.com laufen. Dadurch erhalten auch kleinere Unternehmen Zugang zu innovativen Business-Software-Lösungen und Services. Darüber hinaus werden Unternehmen von Plattformen für Mobil-Apps profitieren, beispielsweise im Rahmen des Apple Mobility Partner Programms.

Trend 9: Vernetzte Mobilität

Auf der CES wurden zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten der neuen Mobilfunkgeneration 5G präsentiert, die Datenübertragung in Echtzeit zulässt. Diese Funktechnik gilt als Schlüssel für zukünftige Technologien, etwa selbstfahrende Fahrzeuge, in denen sich der Fahrgast gemütlich zurücklehnt und die Reisezeit in einer Unterhaltungs-, Shopping- und Entspannungswelt verbringen kann. Neben klassischen und neuen Automobilherstellern beschäftigen sich damit auch Unternehmen, die im Internet tätig sind und Start-ups. Ein Beispiel ist der digitale Beifahrer des Berliner Startups German Autolabs. Er verwandelt jedes Auto in ein vernetztes Auto. Über ihn kann der Fahrer in jedem Fahrzeugmodel wichtige Apps und Dienste auf Zuruf nutzen und steuern.
www.germanautolabs.com

Luxus, leicht und lang: Vollautomatisiert soll der Mercedes-Benz F015 ab 2025 fahren. Er ist über fünf Meter lang und durch den Material-Mix aus Carbonfaser, Aluminium und Stahl extrem leicht. Luxus, leicht und lang: Vollautomatisiert soll der Mercedes-Benz F015 ab 2025 fahren. Er ist über fünf Meter lang und durch den Material-Mix aus Carbonfaser, Aluminium und Stahl extrem leicht. (© 2017 Daimler AG)

Trend 10: Drohnen

Selfies liegen nach wie vor im Trend. Die Smartphone-große Kameradrohne C-Me des deutschen Modellbau-Unternehmens Revell ersetzt den Selfie-Stick und filmt und fotografiert in Full HD und im 360-Grad-Panorama-Format. Wer will, kann die Aufnahmen flugs in sozialen Medien teilen. Ähnliche Modelle sind die Dobby Drohne von Zerotech und die Wingsland S6 Drohne.
www.revell.de

Im April 2017 will das deutsche Modellbau-Unternehmen Revell den fliegenden Selfie-Stick auf den Markt bringen. Die Minidrohne C-me verfügt über eine 8-MP-Kamera und zeichnet in Full HD auf. Im April 2017 will das deutsche Modellbau-Unternehmen Revell den fliegenden Selfie-Stick auf den Markt bringen. Die Minidrohne C-me verfügt über eine 8-MP-Kamera und zeichnet in Full HD auf. (© 2017 Revell) - Geiger Photography Digital Imaging Inc.

Weiterführende Links zum Thema

Internet der Dinge: Die Telekom nimmt eine starke Position ein

IoT: Die Vernetzung der Fertigungs- und Logistikbranche ist erst am Anfang

Kollege Roboter: Die humanoiden Leiharbeiter kommen

VR-Brillen: Virtuelle Realität und der Mittelstand

Digitale Vernetzung: Neues 5G-Testfeld in Berlin