Das Betriebssystem bildet die Plattform, auf der ein Smartphone aufgebaut ist. Seine Aufgabe ist es, Hardware und Anwendungs-Software zusammenzubringen, damit daraus ein Ganzes wird – ohne Betriebssystem gäbe es keinen Betrieb. Es bestimmt die technische Ausstattung, den Bedienkomfort bis hin zur Erweiterbarkeit mit Anwendungsprogrammen, kurz Apps genannt. Daher lohnt es sich, einen Blick auf die unterschiedlichen Plattformen zu werfen.

Vier von fünf Smartphones in Deutschland verwenden heute das mobile Betriebssystem Android. Damit hat sich das Google-Programm knapp sechs Jahre nach seinem Start eindeutig durchgesetzt. Die hohe Akzeptanz spiegelt sich auch im Angebot der unterschiedlichen Android-Geräte wider. Viele Hersteller entscheiden sich für Googles Plattform, bei keinem anderen Betriebssystem hat der Kunde so viel Auswahl an unterschiedlichen Handys.

Mit deutlichem Abstand folgen die beiden anderen, für Business-Phones interessanten Betriebssysteme. iOS nennt Apple sein mobiles Betriebssystem – es steckt im iPhone und kommt auf einen Marktanteil von 12 Prozent (Mai 2014). Der dritte im Bunde der Großen ist Microsoft mit Windows Phone. Das Betriebssystem schafft es noch auf einen Marktanteil von knapp sechs Prozent (Mai 2014), ist jedoch fast ausschließlich auf Nokia-Smartphones zu finden. Alle drei Betriebssysteme kommen zusammen auf einen Marktanteil von knapp 99 Prozent.

Android und die anderen Android, iOS, Blackberry oder Windows Phone? Man sieht es dem Benutzer nicht an, womit er telefoniert – dem Smartphone dagegen schon. (© 2015 iStockphoto)

 

Android OS

Seit Oktober 2008 gibt es das Betriebssystem und erste Android-Phones. Android wird von der Open Handset Alliance unter Führung von Google entwickelt. Zunächst war es ein Betriebssystem für Smartphones, später auch für Tablets. In der Regel startet Google alle neun Monate ein neue Android-Version, die mit einer Versionsnummer und dem Namen einer Süßspeise bezeichnet wird. Viele Hersteller von Smartphones ergänzen das Android mit ihrer Oberfläche und Zusatzprogrammen. Die neue Version Android L kommt im Herbst, sie ist 64-Bit-fähig.

Aktuelle Version:
Android 4.4 genannt Kitkat, Android L kommt im Herbst 2014
Endgeräteauswahl: Smartphones und Tablets, sehr vieler Hersteller
Marktanteil bei Smartphones: D: 80,9% / USA: 61,9% (Stand: Mai 2014, Kantar Worldpanel)
App-Shop und Angebot: Google Play, über 1 Million Apps
Zielgruppe: Privat- und Businessanwender, Käufer von Einsteiger-, Mittelklasse- und Topmodellen.

Stärken

  • Ausgereiftes und sehr einfach zu bedienendes Betriebssystem
  • Sehr große Geräteauswahl in allen Preisklassen
  • Sehr große Auswahl an Apps im Google Play Store und anderen

Schwächen

  • Software-Updates mit Verzögerung verfügbar
  • Keine Software-Updates für ältere Smartphones und Tablets

 

Apple iOS

2007 stellte Apple das erste iPhone und das neue Betriebssystem iPhone OS vor. Das später in iOS unbenannte Betriebssystem revolutionierte die Smartphones. iOS setzte auf die Steuerung per Display, es gilt als sehr benutzerfreundlich. Über den Apple eigenen App-Store stehen sehr viele Zusatzanwendungen (Apps) zur Verfügung. iOS läuft nur auf mobilen Endgeräte von Apple wie iPhone, iPad und IPod touch. Erstes 64-Bit-Betriebssystem System. Das Betriebssystem wird regelmäßig weiterentwickelt. Die neue Version iOS 8 kommt im Herbst.

Aktuelle Version: iOS 7.1, iOS 8 kommt im Herbst 2014
Endgeräteauswahl: Smartphones und Tablets ausschließlich von Apple
Marktanteil bei Smartphones: D: 12,1% / USA: 32,5% (Stand: Mai 2014, Kantar Worldpanel Mai 2014)
App-Shop und Angebot: Apple App Store, über 1 Million Apps
Zielgruppe: Privat- und Businessanwender, Käufer von Topgeräten

Stärken

  • Ausgereiftes und sehr einfach zu bedienendes Betriebssystem
  • Regelmäßige Software-Updates, auch für ältere Modelle
  • Sehr große Auswahl an Apps

Schwächen

  • Geringe Auswahl an Endgeräten
  • Nur hochpreisige Endgeräte
  • Keine alternativen App Stores nutzbar

 

Windows Phone

Windows Phone ist ein Betriebssystem von Microsoft, das sich bis auf Microsoft Pocket PC (ab 2001) und Windows Mobile (ab 2003) zurückführen lässt. Sein Design orientiert sich an Windows 8 für PCs. Windows Phone ist vor allem auf Smartphones der Microsoft-Tochter Nokia zu finden. Wenige Modelle gibt es auch von Samsung, HTC und Huawei.

Aktuelle Version:
Windows Phone 8.1
Endgeräteauswahl: Smartphones und Tablets, vor allem von Microsoft/Nokia
Marktanteil bei Smartphones: D: 5,9% / USA: 3,8% (Stand: Mai 2014, Kantar Worldpanel)
App-Shop und Angebot: Windows Store, rund 200 000 Apps
Zielgruppe: Privat- und Businesskunden, Käufer von Einsteiger-, Mittelklasse- und Topmodellen.

Stärken

  • Ähnliche Oberfläche wie bei Windows für PCs
  • Gute Kompatibilität mit Windows-Programmen

Schwächen

  • Geringe Auswahl an Endgeräten
  • Geringe Auswahl an Apps
  • Windows Phone 8 nicht auf älteren Windows-Phones nutzbar

 

BlackBerry

BlackBerry-Smartphones mit dem gleichnamigen Betriebssystem gibt es seit 1999. BlackBerrys gelten als Klassiker für Business-Anwender. Sie unterscheiden sich von anderen Smartphones vor allem durch ihren speziellen E-Mail-Push-Dienst, der es erlaubt E-Mails sehr schnell zu senden und zu empfangen und sie mit dem eigenen PC abzugleichen. Das Betriebssystem läuft allerdings nur auf Smartphones von Blackberry. Hier ist die Auswahl aber gering. Der klassische Blackberry besitzt eine Buchstabentastatur und ein kompaktes Display. Es gibt neue Modelle mit großem Touchscreen-Display. Die App-Auswahl ist im Vergleich eher eingeschränkt.

Aktuelle Version: BlackBerry 10.1 OS
Wahl der Endgeräte: Drei Smartphone­-Modelle ausschließlich von BlackBerry
Marktanteil bei Smartphones: D: 0,4 %; USA: 2,0 % (Stand: Juni 2014, Kantar Worldpanel)
App-Shop und Apps: Blackberry World, rund 120 000 Apps
Zielgruppe: Businesskunden

Stärken

  • schneller E-Mail-Pushdienst
  • Trennung von Privaten- und Business-Daten im Phone

Schwächen

  • geringe Geräteauswahl
  • unsichere Zukunft des Unternehmens
  • geringe Auswahl an Apps
  •  Aktualisierung von älteren Blackberrys nicht möglich