Mit dem 5-Zoll Pixel und dem größeren Pixel XL (5,5 Zoll) tritt Google mit einem nach eigenen Wünschen hergestellten Smartphone in Konkurrenz zu seinen Lizenznehmern wie Samsung mit dem Galaxy S7 und S7 edge, LG, Huawei, Sony oder auch zu Smartphone-Pionier Apple mit seinem iPhone 7 und iPhone 7 Plus. Zuvor hatte der Such-Gigant das bereits mit seinen Nexus-Smartphones probiert. Diesmal sind die Geräte Pixel/Pixel XL jedoch exklusiv auch bei der Telekom und nicht nur über den Googles-eigenen Store erhältlich. Und erstmals kommt die neueste Android-Version 7.1 (Codename "Nougat") aus dem Hause Google in einem Smartphone zum Einsatz. Ein großer Vorteil dabei: System- und Sicherheitsupdates sollen den Nutzern sehr schnell zur Verfügung stehen. Besonders bei sicherheitsrelevanten Anpassungen ist dieser Umstand für Firmen, die ihre Mitarbeiter mit einem Pixel ausstatten, von großem Interesse. Eine weitere Besonderheit der Pixel-Phones ist der sprachgestützte Google Assistant, der vorerst nur in Pixel und Pixel XL anzutreffen ist.

Android 7.1 (Codename: Nougat) bringt eine angenehm schlanke Oberfläche mit. Android 7.1 (Codename: Nougat) bringt eine angenehm schlanke Oberfläche mit. (© 2016 Google, mittelstand – DIE MACHER)

Nougat: Die ersten Smartphones mit Android 7

Pixel und Pixel XL sind die ersten Smartphones mit Android 7.1, genannt Nougat. Das neue Google-System gefiel im Anwendertest mit seiner angenehm schlanken und vergleichsweise schnellen Benutzeroberfläche. Neu für Android ist die sogenannte Split-Screen-Technik: Das kennen Apple- und Samsung-Nutzer bereits von einigen Gerätemodellen. Mit dem Split-Screen-lassen sich zwei Apps nebeneinander (im Querformat) beziehungsweise übereinander (im Hochformat) anzeigen. Zum Start der neuen Funktion reicht ein längerer Druck auf die Übersichtstaste in der unteren Navigationsleiste – schwupp teilt sich der Bildschirm ohne großen Aufwand in zwei Hälften. So muss man nicht mehr zwischen den Anwendungen hin und her springen. Praktisch, wenn zum Beispiel das E-Mail-Fenster aufbleiben soll. Im Anwendertest funktionierte die Doppelsicht zuverlässig.

Per Split-Screen-Funktion lassen sich zwei Apps gleichzeitig neben- oder untereinander auf dem Display der Pixel-Smartphones anzeigen. ( Per Split-Screen-Funktion lassen sich zwei Apps gleichzeitig neben- oder untereinander auf dem Display der Pixel-Smartphones anzeigen. ( (© 2016 Google)

Weitere Vorteile der Pixel-Smartphones mit Nougat

  • Auf ihnen ist keine Software außer der eigenen von Google vorinstalliert. Somit ist das Gerät nicht überladen.
  • Es besteht die Möglichkeit auch künftig die aktuellsten Android-Versionen zu erhalten und so immer up to date zu bleiben.
  • Es soll stets sehr schnelle Softwareupdates für die Pixel-Smartphones geben – ein wesentlicher Sicherheitsaspekt für Android.

Sie wünschen? Der Google Assistant

Eine Premiere in Pixel und Pixel XL ist der clevere Google Assistant, der direkt in die neue Benutzeroberfläche integriert wurde. Der Sprach-Assistent startet automatisch, wenn der Nutzer „Ok Google“ sagt oder die Home-Taste länger gedrückt hält. Googles Assistant läuft immer im Hintergrund und der Anwender kann zum Beispiel das Smartphone per Sprachbefehl entsperren, Apps starten, Fotos oder Videos erstellen, Dokumente heraussuchen, im Internet stöbern oder auch Reservierungen vornehmen.

Das alles klappte im Test sehr gut und erwies sich als sinnvolle und nützliche Hilfe. Bei Bedarf startet der Assistant Apps automatisch, etwa um Musik einer Band aus YouTube hervorzuzaubern, nach deren Konzert-Terminen man gesucht hat.

Der Google Assistant ist als cleverer Sprachassistent direkt in die Bedienoberfläche der Pixel-Phones integriert. Der Google Assistant ist als cleverer Sprachassistent direkt in die Bedienoberfläche der Pixel-Phones integriert. (© 2016 Google, mittelstand – DIE MACHER)

Im Vergleich: Die Displays von Pixel und Pixel XL

Äußerlich sind keine Unterschiede zwischen den beiden Geräten zu erkennen, bis auf die unterschiedlich großen Displays und Gehäuse-Abmessungen (Bildschirmdiagonale: 12,7 Zentimeter sowie 13,4 Zentimeter). Beide liegen dank ihrer matten Metallgehäuse angenehm und sicher in der Hand. Die Gehäusedicke ist mit 0,85 Zentimeter identisch. Im Vergleich zu den meisten Top-Smartphones wie iPhone, Galaxy, LG oder HTC sind die neuen Google-Handys aber etwas dicker.

Das AMOLED-Display mit Quad-HD-Auflösung (2560 x 1440 Pixel) im Pixel XL gibt Farben natürlich wieder, bietet ein sehr hohes Kontrastverhältnis (100.000:1) und besitzt eine extrem hohe Punktdichte von 534 ppi. Zum Vergleich: Das ebenfalls sehr scharfe Display des Samsung Galaxy S7 edge (5,5 Zoll, 2560 x 1440 Pixel) besitzt einen identischen Schärfegrad. Das iPhone 7 Plus bietet mit seinem Full-HD 5,5 Zoll-Display „nur“ 401 ppi. Weitere gelungene Eigenschaft des Pixel XL-Displays: Es besitzt eine sehr hohe Helligkeit. Damit lässt auch an strahlenden Sonnentagen noch alles richtig gut ablesen. Außerdem gibt es eine hohe Blickwinkeltreue: Google spricht hier von weniger als 40 Prozent Lichtabfall bei einem 30-Grad-Blickwinkel. In der Praxis ließen sich selbst aus sehr spitzem Winkel Inhalte auf dem Display noch ordentlich erkennen.

Die Display-Auflösung beim 5-Zoll-Gerät liegt zwar mit 1920 x 1080 Pixel und einem Schärfewert von 441 ppi hinter den Werten des Pixel XL. Aber auch hier ließen sich im Anwendertest gute Display-Eigenschaften feststellen.

Im Größenvergleich: Links das Pixel XL, rechts das Pixel. Im Größenvergleich: Links das Pixel XL, rechts das Pixel. (© 2016 Google)

Die beste Kamera, die je in einem Smartphone steckte?

Google bewirbt die 12,3 Megapixel-Hauptkamera mit markigen Worten: Es sei „die am besten bewertete Kamera, die bislang in einem Smartphone steckte“. Im direkten Fotovergleich mit Aufnahmen von einem iPhone 7 lagen die Bilder, die mit den Pixel-Smartphones geknipst wurden, zumindest auf einer vergleichbaren Qualitätsstufe. Das iPhone 7 Plus knipst jedoch mit seiner innovativen Dual-Kamera gefühlt noch einen Tick besser. Für eine gleichmäßige Belichtung auch bei Aufnahmen, die bei ungünstigen Lichtverhältnissen "geschossen" wurden, sorgen 1,55 μm große Pixel bei den Google-Geräten. Die hochwertige Blende f/2.0 sorgt außerdem für gleichmäßige Belichtung der Aufnahmen. Kleines Manko: Im Gegensatz zum iPhone 7 Plus setzt Google jedoch auf eine elektronische (EIS) Bildstabilisierung statt auf die bessere optische.

Bei den Videotests konnte der Bildstabilisator beim freihändigen Filmen dennoch überzeugen. Videos lassen sich mit den Kameras der beiden Pixel auch mit 4K-Auflösung (UHD, 3840 x 2160 Pixel) aufnehmen. Außerdem gibt es einen Zeitlupenmodus mit aussergewöhnlicher 1080p-Auflösung („Full-HD“ mit 240 Bildern pro Sekunde).

Damit hochauflösende Fotos und Videos ausreichend Platz auf den Pixel-Phones finden, gibt’s neben dem 32-GB-Standard jeweils auch eine 128-Gigabyte-Version. Per microSD-Karte lassen sich die Speicher zwar nicht erweitern, aber es gibt ja noch die intelligente Fotoverwaltung über die Google-Fotos-App. Eine schnelle Internet-Verbindung vorausgesetzt, löscht die App auf Wunsch alte und selten betrachtete Fotos und Filme automatisch vom Handy, sofern sie schon im Cloud-Speicher gelandet sind. Auch für Videos, die in 4K-Auflösung aufgenommen wurden, ist der Speicherplatz in der Google-Cloud für Aufnahmen vom Pixel unbegrenzt. Das bedeutet: Hochauflösende Videos haben Anwender jederzeit über die Foto-Cloud zur Hand und können Filme jederzeit direkt an einen Beamer oder Flachbild-TV zum Betrachten senden etwa bei Meetings, Kundenterminen oder Messeauftritten.

Für Videoanrufe von unterwegs ins Büro oder zum Kunden steckt Googles neue Videochat-App „Duo“ bereits in den Pixel-Smartphones. Mit Duo sind auch Videogespräche zu iPhones möglich – dafür muss dort allerdings ebenfalls die kostenlose App installiert sein.

Google bringt mit dem Pixel ein Smartphone, das komplett nach Wünschen des US-Suchgiganten gefertigt wurde – inklusive hochwertiger 12,3-Megapixel-Kamera. Google bringt mit dem Pixel ein Smartphone, das komplett nach Wünschen des US-Suchgiganten gefertigt wurde – inklusive hochwertiger 12,3-Megapixel-Kamera. (© 2016 Google)

Hohes Tempo unterwegs und im Büro

Per Wave 2 können Funkdaten parallel an bis zu drei geeignete Endgeräte gleichzeitig gesendet werden. Die MU-MIMO-fähigen Empfänger müssen dann nicht darauf warten bis sie an der Reihe für den Datenempfang sind (wie in einem herkömmlichen WLAN-Netz), sondern können Daten in hohem Tempo gleichzeitig empfangen. Das Ergebnis: Die Geschwindigkeit des Datenaustausches im Büro lässt sich merklich steigern.

Auch unterwegs sorgt das Mobilfunknetz der Telekom für Höchstgeschwindigkeit: Mit maximal 300 Mbit/s im LTE-Netz geht die Post ab. Dieses Tempo können die beiden Pixel-Geräte – wenn LTE verfügbar ist – locker mitgehen. Außerdem sind sie ihrer Zeit voraus: Mobiles Surfen mit LTE soll mit Google Pixel-Smartphones in Zukunft mit bis zu 450 MBit/s (LTE CAT 9) möglich sein – natürlich erst, wenn die Netze dafür ausgebaut worden sind.

Für Gebiete ohne LTE-Versorgung steht HSPA+ (mit maximal 42,2 Mbit/s) zur Verfügung. Im Praxistest überzeugten die Pixels bei Down- und Uploads mit extrem hohen Tempo. Sei es für den Abruf von Internetseiten, dem Versand großer Power Point-Dateien per E-Mail oder das Einstellen von Fotos und Videos auf den Firmenserver.

Neuer Highend-Prozessor

Der leistungsstarke Vierkern-Prozessor Snapdragon 821 von Qualcomm treibt die beiden Pixel-Handy mit 2 x 2,15 GHz und 2 x 1,6 GHz tüchtig an. Damit Menüs und Apps über das Display flutschen, stehen dem Prozessor noch vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Ruckler und Verzögerungen ließen sich im Anwendertest nicht ausmachen – auch nicht beim Verwenden von Videoschnitt oder beim Bearbeiten von hochauflösenden Fotos.

Schnell gelingt auch der Datenaustausch per Kabel – Dank USB-Typ-C-Anschluss. Damit sind standardmäßig schnelleres Laden und ein höheres Tempo beim Übertragen von Daten per Kabel möglich – das gilt aber nur, wenn ein reines USB-Typ-C-Kabel eingesetzt wird und die Gegenseite auch USB-C unterstützt.

Im Lieferumfang befindet sich passenderweise das neue USB-C-Kabel. Zusätzlich liegt noch ein USB-2.0-Kabel (USB Typ C auf Standard-USB) dabei – das reicht zwar nur für Standardtempo, ist aber auch ausreichend schnell. Auch gut: Google liefert einen USB-Typ-C-Adapter zum Anschluss normaler USB-Geräte (wie einer USB-Festplatte) mit.

Über den rückseitig angebrachten Fingerabdrucksensor lassen sich Pixel und Pixel XL komfortabel entsperren. Über den rückseitig angebrachten Fingerabdrucksensor lassen sich Pixel und Pixel XL komfortabel entsperren. (© 2016 Google)

Akku-Power satt

Mit einem 3.450 Milliamperestunden (das kleine Pixel kommt auf 2.770 mAh) starken Akku bringt das Pixel XL eine hohe Kapazität mit. Im Anwendertest reichte das für etwas mehr als einen Tag intensive Smartphone-Nutzung. Geht die Akkuleistung unplanmäßig zur Neige, laden sich die Pixel-Phones per Schnelladefunktion in nur 15 Minuten für bis zu sieben Stunden neue Akkulaufzeit auf.

Fazit

Mit dem Pixel und Pixel XL scheint Google die beiden Galaxy S7 und S7 edge von Samsung ins Visier zu nehmen. Sie stellen ohne Frage (auch Dank des neuen Systems Android 7.1) eine interessante Alternative zu den High End-Smartphones der Marktführer Samsung oder Apple dar. Dafür sprechen neben einer hochwertigen Gehäuse-Fertigung auch die Produktion von Hard- und Software der Geräte aus einer Hand. Dann dabei sind innovative Funktionen wie der sprachgestützte Google Assistant, gute Kamera-Eigenschaften mit Fokuseffekten, neueste WLAN-Funktionen und rasantes LTE-Tempo herausgekommen. Der sehr helle 5,5 Zoll-Bildschirm des Pixel XL überzeugte im Test mit Detailschärfe, hohem Kontrast und natürlicher Farbwiedergabe. Das 5-Zoll-Pixel lag mit seinen Werten nur knapp dahinter.

Pluspunkte

  • Intelligenter Sprach-Assistent mit Übersetzungsfunktion (Google Assistant)
  • 12,3 Megapixel Kamera mit Fokuseffekten
  • Pixel XL: 3.450 mAh Akku für vergleichsweise lange Laufzeit
  • Unbegrenzter Speicher für Fotos und Videos in Google Fotos.

Technische Daten

Display (Maße und Auflösung):

  • Pixel: 5 Zoll (12,7 Zentimeter Diagonale), 1920 x 1080 Pixel bei 441 ppi
  • Pixel XL: 5,5 Zoll (13,94 Zentimeter Diagonale), 2560 x 1440 Pixel bei 534 ppi
  • Beide: Sehr helle Anzeige und natürliche Farbwiedergabe

Abmessungen:

  • Pixel: 14,4 x 6,95 x 0,85 cm, 143 Gramm
  • Pixel XL: 15,5 x 7,6 x 0,85 cm, 168 Gramm

Weitere Ausstattung – beide Geräte:

  • Snapdragon 821-Quadcore-Prozessor mit 2 x 2,15 GHz + 2 x 1,6 GHz, 4 Gigabyte Arbeitsspeicher
  • 32 oder 128 GB interner Speicher, keine Speichererweiterung per microSD-Karte
  • LTE CAT 9 für alle Frequenzen bis 450 Mbit/s im Download
  • Android 7.1
  • Für 2,4- und 5 GHz-WLAN-Netze, auch für 5 GHZ WLAN-ac , MU-MIMO-Unterstützung
  • Hauptkamera: 12,3 MP, Frontkamera: 8 Megapixel für Videotelefonate via Google Duo oder Skype und Videoaufnahme (bis 4K)
  • NFC für schnelles Koppeln von Geräten per Bluetooth eingebaut
  • Bluetooth 4.2
  • USB-C-Anschluss zum Schnelladen (Nur 15 Minuten laden und der Akku hält bis zu 7 Stunden lang)
  • Fingersensor auf der Rückseite (zum Entsperren des Geräts)