Big Data: Die vielfältige Datenflut

Im digitalen Zeitalter werden jeden Tag immense Datenmengen produziert. Der Studie "Das digitale Universum" des IT-Anbieters EMC zufolge werden im laufenden Jahr weltweit bis zu 8,591 Billionen Gigabyte Daten entstehen.

Diese Datenflut, die auch unter dem Begriff Big Data geführt wird, zeichnet sich durch ihre hohe Heterogenität aus. Denn die Daten entstehen in unterschiedlichsten Kontexten und in verschiedenen Dateiformaten.

So sind Daten zu den Big Data zu zählen, die zum Beispiel …

  • bei der mobilen Nutzung des Internets,
  • in sozialen Netzwerken,
  • bei der digitalen Messung von Vitaldaten (zum Beispiel Schrittzähler- oder Pulsmessgerätdaten) oder auch,
  • beim Geo Tracking von Fahrzeugen entstehen und aufgezeichnet werden.

In der Vergangenheit galt das Sammeln, Archivieren und Analysieren solch großer Datenmengen als zeitliche und finanzielle Herkulesaufgabe. Die Big Data Quelle wurde dementsprechend nur von großen Unternehmen mit entsprechenden Kapazitäten angezapft, um im Sinne der Business Intelligence (BI) entscheidungsrelevante Informationen zu gewinnen.

Doch die Digitaltechnologien der Gegenwart, wie etwa das Cloud Computing, macht Big Data jetzt auch für Ihr KMU mit kleinerem IT-Budget erschwinglich. Und das ist auch gut so: Denn in den Datenbergen verstecken sich kostbare Informationsschätze.

Big Data: Drei Chancen für Ihr KMU

Das Fraunhofer-Institut für intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) hat, gefördert durch des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), eine Studie zum Innovationspotential von Big Data in der deutschen Wirtschaft durchgeführt.

In der Studie wurde …

  • recherchiert, wie international mit Big Data umgegangen wird,
  • eine Online-Befragung von 82 Entscheidern aus deutchen KMU und Großunternehmen verschiedener Branchen durchgeführt und
  • Zukunftsworkshops mit Experten aus den Bereichen Telekommunikation/Medien, Handel, Finanzwirtschaft, Versicherung und Marktforschung abgehalten.

Dabei konnten drei zentrale Chancen herausgearbeitet werden, die sich durch den Einsatz von Big Data für deutsche KMU ergeben:

  • Mehr Effizienz beim Führen eines Unternehmens.
  • Eine stärkere Personalisierung von Dienstleistungen und Produkten.
  •  "Denkende" Produkte durch Big Data.

Unternehmen durch den Einsatz von Big Data effizienter führen

Haben Sie ein KMU, das im Einzelhandel tätig ist? Dann kann Ihnen Big Data zum Beispiel durch die Auswertung von Verkaufszahlen dabei helfen zu entscheiden, wann bestimmte Produkte nachbestellt werden müssen.

Sind Sie mit Ihrem KMU am Energiemarkt unterwegs, können Sie durch die Analyse von Big Data Rückschlüsse darauf ziehen, wann etwa der Stromverbrauch am höchsten ist und wann dementsprechend große Mengen bereitgehalten werden müssen.

Unabhängig von der Branche, in der Sie tätig sind, kann Big Data auch bei einfachen Vorgängen für mehr Effizienz sorgen. Zum Beispiel, wenn in Ihrer Poststelle ein lernendes System zum Einsatz kommt, können Sie bei der Verteilung und Bearbeitung des Briefverkehrs viel Zeit und damit Geld sparen.

Dienstleistungen und Produkte an die Bedürfnisse der Kunden anpassen

Setzen Sie eine lernfähige Software ein, kann Big Data Ihnen darüber hinaus auch dabei helfen, Ihre Produkte und Dienstleistungen auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden zuzuschneiden.

Anhand von aufgezeichneten Daten, zum Beispiel zum Verhalten im Online-Shop, können Sie Ihren Kunden die Angebote unterbreiten, die auch wirklich interessant für sie sind. Unabhängig von einem Online-Shop ist das Aufzeichnen des Nutzerverhaltens auch interessant, wenn Sie in der Versicherungsbranche aktiv sind und Ihren Kunden spezielle Versicherungspakete schnüren möchten.

Einsatz intelligenter Produkte

Bereits in der Gegenwart, aber vor allem auch in der Zukunft werden Maschinen und Produkte mit Big-Data-Software ausgestattet. Dadurch können Daten, die über eingebaute Sensoren gesammelt werden, in konkrete Handlungsroutinen umgewandelt werden.

Schon heute regulieren zum Beispiel Häuser unter Einsatz von lernenden Thermostaten selbständig die Temperatur. Darüber hinaus können Fahrzeuge mit entsprechender Technologie autonom fahren. Eine Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren fortsetzen wird und auch KMU völlig neue Möglichkeiten erschließt.

 

 

Informationen sind Trumpf: BITKOM-Präsident Dieter Kempf und Sebastian Wille, geschäftsführender Gesellschafter bei Asandoo erklären im Video, welche Chancen sich für den Handel im Zuge von Big Data ergeben:

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