Personalmanagement setzt auf Big Data

Daten sind die kostbarste Ressource des 21. Jahrhunderts. Umso besser, dass deutsche Mittelständler dem Rohstoff Big Data aufgeschlossen gegenüberstehen. Eine Studie von LinkedIn und Bitkom, die 400 Unternehmen untersuchte, belegt dies eindrucksvoll:

  • Acht von zehn Befragten analysieren im Personalmanagement bereits unternehmensinterne Daten.
  • Rund 37 Prozent planen die IT-gestützte Analyse von Social-Media-Beiträgen. Dabei wollen die Unternehmer öffentliche Posts zur eigenen Arbeitgebermarke oder Empfehlungen der Mitarbeiter analysieren.
  • Rund 58 Prozent der Unternehmen mit 50 bis 99 Mitarbeitern wollen Big-Data-Technologie zur Optimierung der nationalen Rekrutierungsprozesse einsetzen.
  • Jedes zweite Unternehmen nutzt bereits öffentliche Daten aus Jobportalen.

Die Betrachtung zeigt auch: Viele Unternehmen besitzen noch nicht ausreichende Informationen über geeignete Big-Data-Technologien. Doch die gibt es längst und sie lassen sich auch gewinnbringend für Recruiter einsetzen.

Big-Data-Technologien: Joberate is watching you

Ein Paradebeispiel dafür ist Joberate. Die Software scannt öffentlich einsehbare Profile der sozialen Netzwerke Xing, LinkedIn, Facebook und Twitter und ermittelt die Jobwechsel-Wahrscheinlichkeit von Personen. Selbstverständlich sitzt keine Person vor dem Rechner und schaut sich die einzelnen Postings eines Nutzers an. Stattdessen analysiert ein  Algorithmus ...

  • zu welchen Themen der User Hashtags auf Twitter setzt,
  • mit wem sich der Nutzer in letzter Zeit auf LinkedIn und Xing vernetzt hat,
  • ob und wie häufig der Nutzer mit Karriereseiten interagiert und
  • welche Inhalte er auf Facebook liked und kommentiert.

Natürlich ist diese Liste nicht vollständig, denn Big-Data-Technologien berücksichtigen unzählige Faktoren. Darüber hinaus führt die Software auch semantische Analysen durch, um den Inhalt der Postings einzuordnen.

Welche Mitarbeiter sind zu haben? Der J-Score weiß es

Aus all den Datensätzen ermittelt Joberate dann die Jobwechsel-Wahrscheinlichkeit – den sogenannten J-Score. Je höher der J-Score liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine Person ein Unternehmen verlassen will. Was bedeutet dies für Sie als Recruiter? Eine Menge! Sie können aus dem J-Score strategische Überlegungen beim aktiven Anwerben von zukünftigen Mitarbeitern ableiten ...

  • Je höher die Wechselbereitschaft eines potenziellen Mitarbeiters ist, desto niedriger fällt seine "Ablösesumme" aus.
  • Je geringer die Wechselbereitschaft eines potenziellen Mitarbeiters ausfällt, desto teurer wird es, ihn von der Konkurrenz abzuwerben.

Klar ist aber auch: Der J-Score bildet lediglich Wahrscheinlichkeiten ab. Die Big-Data-Technologien errechnen Indikatoren, um ein grobes Profil eines Kandidaten zu erstellen. Ob der tatsächlich ins Unternehmen passt, dafür sollten Sie als Recruiter auch auf Ihr Gespür und auf Ihre Menschenkenntnisse vertrauen.

Truffls: Wie Recruiter Mitarbeiter via App finden

Truffls ist eine weitere Technologie, die den ganzen Datenwust verarbeitet. Die App verspricht, Bewerber zu finden, die perfekt zur Stellenanzeige passen. Und so funktioniert's: Sie kopieren die URL Ihrer Stellenanzeige und fügen Sie bei truffls ein. Und das war's auch schon: Die Technologie liefert die Anzeige an die passenden Kandidaten aus. Diese bestätigen dann mit einem Wisch auf ihrem Smartphone die Anfrage und treten mit Ihnen in Kontakt.

Solche Big-Data-Technologien sind nicht nur für Recruiter, sondern auch für Jobkandidaten bequem. Der Bewerber verknüpft die App einfach mit seinem LinkedIn- oder Xing-Profil und bekommt dann von Jobbörsen wie Stepstone und Monster die passenden Arbeitsstellen angezeigt. Praktisch: Wegen der semantischen Suche muss der User keine Stichworte eingeben oder überlegen, wie der Titel eines passenden Jobs heißt – das erledigt der Algorithmus für ihn.

Weiterführende Links: 

    • Big-Data-Technologien: Wie Sie riesige Datenmengen für Ihr KMU nutzen, lesen Sie hier.
    • Für clevere Recruiter: mittelstand Die Macher gibt hilfreiche Tipps zum Thema mobile Recruitung.
    • Sie wollen wissen, wie sich aus der Datenflut die wichtigsten Informationen herausfiltern lassen? Dann klicken Sie hier.