Business-Smartphone mit echter Tastatur und Touchscreen

Auf dieses Smartphone dürften viele BlackBerry-Fans sehnsüchtig gewartet haben, denn es verbindet die heutige Touchscreen-Welt mit einer klassischen BlackBerry-Tastatur, die Maßstäbe setzt. Dabei funktioniert die hochwertige physikalische Tastatur mit einem spürbaren Druckpunkt gleichzeitig wie ein Trackpad. Man kann also mit ihr scrollen, den Cursor bedienen und auch Wortvorschläge „einschnippen“.

Wer schon einmal ein BlackBerry hatte, kennt die vielen Vorzüge einer echten Tastatur gegenüber der virtuellen: Tippen ohne zu schauen, spürbare Tastendruckpunkte, schnellere Textverfassung ohne lästiges Vertippen und praktische Tastenkombinationen (Shortcuts), um etwa Steuerbefehle oder Schnellstarts für Apps auszulösen. So lassen sich alle Tasten des KEYone mit bis zu 52 individuellen Tastaturbefehlen belegen – beispielsweise öffnet sich nach dem Drücken des „B“ der Browser. Außerdem lässt sich die seitliche Komforttaste für eine zusätzliche Schnellstartfunktion programmieren.

Im Geschäftsalltag erweist sich das BlackBerry KEYone für E-Mails oder Office-Dokumente als ernstzunehmende Alternative zu den deutlich größeren Tablets oder XXL-Smartphones. Gerade auch, weil man schnell und präzise mit beiden Daumen tippen kann.

Blackberry KeyOne Untrennbar mit dem Gerät verbundene Sicherheitsfunktionen bieten beim BlackBerry KEYone verlässlichen Schutz vor Datenschnüffelei. (© 2017 Blackberry)

 

Als hilfreich erwies sich im Test auch die intelligente und lernfähige Worterkennung. Wortvorschläge erscheinen beim Eintippen des ersten Buchstabens auf dem Display. Per Wisch von der Tastatur zum Bildschirm können die passenden Vorschläge dann einfach in eine E-Mail oder in ein Word-Dokument "geschubst" werden.

Maße

Display:

4,5 Zoll (Diagonale: 11,43 cm ), 1.620 x 1.080 Pixel bei 433 ppi

Abmessungen:

14,9 x 7,2 x 0,9 cm, 80 Gramm

Komfortable Tasten mit vielen Funktionen

Wo ist eigentlich der Fingersensor, der sich üblicherweise hinter dem Home-Button befindet? Beim BlackBerry KEYone ist der Fingerabdrucksensor in die Leertaste integriert. Ist die Funktion aktiviert und der Fingerabdruck gespeichert, streicht man kurz über die Leertaste, um die Displaysperre aufzuheben. So ist das Login schnell und sicher. Eine weitere nützliche Funktion bietet die Tastatur beim Surfen im Internet: Mit Streichbewegungen über die gesamte Tastatur des KEYone kann man durch Webseiten oder E-Mails scrollen oder blättern. Das klappte im Test gut und erwies sich beim Arbeiten mit dem Smartphone als extrem praktisch, denn das Display muss man nur selten berühren und es verschmiert nicht mehr so oft.

Pluspunkte

 

  • Physikalische Tastatur mit sehr guten Druckpunkten und Trackpad-Funktion
  • Hochentwickelte BlackBerry-Sicherheitssoftware
  • Lange Akku-Laufzeit
  • Kratz- und stoßfestes Display (Corning Gorilla Glass 4)
  • Frei programmierbare Komfortaste (etwa für den BlackBerry-Messenger „BBM“)

Hardware von TCL, System von Google, Sicherheit von BlackBerry

Schon beim Auspacken fällt das KEYone angenehm auf: Sein stabiler Alurahmen, eine solide Schwere und die griffige Soft-Touch-Rückseite vermitteln einen wertigen Eindruck – ein erfreulicher Kontrast zu vielen Kunststoffgeräten im Markt. Corning Gorilla Glas der vierten Generation schützt das 4,5-Zoll-Display. Das Gehäuse und der kratz- sowie stoßfeste Bildschirm des KEYone stammen übrigens vom chinesischen Tech-Konzern TCL Communication in Hongkong. TCL Communication hat nach BlackBerrys Ausstieg aus dem Hardware-Geschäft im September 2016 die Markenlizenz für BlackBerry-Smartphones erworben. Bekannt ist das Unternehmen unter anderem als Hersteller von Alcatel-Handys, die aber zumeist fürs Einsteigersegment gefertigt werden.

Mit Preiswerthandys hat das BlackBerry KEYone aber rein gar nichts zu tun – dieses neue Business-Smartphone zählt zum High-End-Segment. Neben Design und Haptik überzeugt auch das reibungslose Zusammenspiel von Googles aktuellem Android 7.1 mit der Sicherheitssoftware des BlackBerry. Alle Dienste, Apps und Menüs sind perfekt aufeinander abgestimmt. So ist zum Beispiel die Nachrichtenzentrale „BlackBerry Hub“ passgenau fürs Android-System eingerichtet. Wie von Vorgängermodellen bekannt, dient der Hub als zentraler Nachrichteneingang. Er zeigt alle neuen E-Mails, SMS, Twitter- oder Facebook-Nachrichten auf einen Blick in einer App an und ist aus jeder Anwendung mit maximal zweimal Wischen über den Touchscreen erreichbar.

Besonders wichtige Nachrichten und Ereignisse landen auf Wunsch direkt in dem „Priority Hub“. Dafür legt der Nutzer selbst fest, welche Adressen Eintritt in diesen VIP-Bereich seines KEYone erhalten und welche nicht. Jederzeit kann man mit einem Wisch von der rechten Oberseite des Displays zur Mitte hin auch aktuelle Kalendereinträge oder neue E-Mails anzeigen lassen.

Blackberry KeyOne Tippstark: Die Tastatur des BlackBerry KEYone reagiert präzise auf Eingaben. (© 2017 Blackberry)

 

DTEK: Sicherheitssoftware made by BlackBerry

Eine weitere Stärke der BlackBerry-Software sind seine tief ins Android-System integrierten Sicherheitsfunktionen. Im KEYone ist die vorinstallierte Sicherheits-App DTEK by BlackBerry sogar im Gerätechip verankert. Mit DTEK lässt sich das System nach Schwachstellen untersuchen, etwa ob für den Sperrbildschirm ein Passwortschutz aktiviert wurde, welche Zugriffsrechte Apps aufs System haben oder ob beispielsweise der Entwicklermodus des Gerätes aktiviert ist. DTEK zeigt bei mehr als zehn Kontrollpunkten den Sicherheitsstatus in Form einer Ampel-Farbgebung an: Rot steht für eine zu lasche Einstellung, Gelb für Optimierungsbedarf und Grün für einen umfassenden Sicherheitsschutz wie in Fort Knox.

Außerdem bietet die BlackBerry-Sicherheitssoftware spezielle Überwachungs- und Kontrollfunktionen bei der Verwaltung aller auf dem KEYone installierten Apps. Nutzer erfahren bei Bedarf mehr über die Datensammelleidenschaft ihrer Apps, welche Berechtigungen aktiv sind oder wo und wann man zuletzt geortet wurde.

Hochauflösender Bildschirm

Das 4,5-Zoll-Display des KEYone zeigt eine etwas andere Full-HD-Auflösung als üblich. Statt 1.920 x 1.080 Pixel sind es beim KEYone „nur“ 1.620 x 1.080 Pixel. Die in der Höhe um 300 Pixel abgeschnittene Auflösung hat ihren Grund in der Positionierung der physikalischen Tastatur unter dem Display. Webseiten, E-Mails, Office-Dokumente, Fotos oder Videos werden aber ohnehin gut dargestellt. Auch besitzt das KEYone-Display mit 433 ppi (Pixel pro Zoll) einen besonders hohen Schärfegrad – ein wenig heller könnte der Bildschirm dennoch sein. Bei direkter Sonneneinstrahlung ließen sich zwar alle Inhalte ordentlich ablesen, allerdings wirkte die Anzeige selbst zu dunkel.

Technische Daten

 

  • Qualcomm MSM8953 Snapdragon 625, 8-Kern-Prozessor mit 8 x 2,0 GHz-Taktung
  • 3 GB Arbeitsspeicher (RAM)
  • 32 GB interner Speicher, Speichererweiterung per microSD-Karte (bis zu 2 TB möglich)
  • LTE CAT 6 für alle Frequenzen bis 300 Mbit/s im Download
  • Android 7.1
  • Für 2,4- und 5-GHz-WLAN-Netze
  • Hauptkamera: 12 MP
  • Frontkamera: 8 Megapixel für Videotelefonate via Google Duo oder Skype
  • Videoaufnahme (bis 2.160p „4K“ bei 30fps)
  • NFC für schnelles Koppeln von Geräten per Bluetooth eingebaut
  • Bluetooth 4.2
  • USB-Type-C-Anschluss zum Schnellladen (Version 3.1)
  • Fingerabdrucksensor zum Entsperren des Gerätes (in Leertaste integriert).

Tolle Kamera

Mit der 12-Megapixel-Hauptkamera des KEYone (Blende: f/2.0) ließen sich im Test qualitativ gute Fotos aufnehmen, selbst bei ungünstigen Lichtverhältnissen. Auf den Aufnahmen war anschließend kaum Bildrauschen zu erkennen. Die 8-Megapixel-Frontkamera übertrug das Konterfei des BlackBerry-Besitzers bei Videochats ebenfalls in guter Qualität. Und auch bei Videoaufnahmen konnte die Kamera des KEYone punkten: Sie erstellt Aufnahmen in maximal 4K (3.840 x 2.160 Pixel), die sich dann beispielsweise via Flachbild-TV in voller Auflösung anzeigen lassen.

Schnell und ausdauernd

Auch wenn es nicht das Top-Modell ist, arbeitete der Snapdragon 625-Prozessor von Qualcomm (acht Kerne, Taktung: 2.0 GHz) im KEYone ohne Tadel und schnell. Zusammen mit dem 3 Gigabyte großen Arbeitsspeicher sorgt der Chip für hohes Tempo. Intern speichert das Gerät maximal 20 Gigabyte, die übrigen 12 GB sind für das System reserviert. Braucht man mehr Speicher, kann das Gerät eine handelsübliche microSD-Karte mit bis zu 2 Terabyte aufnehmen.

Unumwundenes Lob verdient der 3.440-Milliamperestunden-Akku des KEYone: Bei intensiver Nutzung hielt das BlackBerry im Test einen langen Businesstag durch. Aber auch für den normalen Einsatz übers Wochenende reichte eine einzige Akku-Ladung. Und wenn der Akku schwächelt, reicht ein kleiner Ladeschub über den USB-Typ-C-Anschluss, um das Smartphone in 36 Minuten halbvoll zu laden. Die Schnellladetechnik ist gleich in das mitgelieferte Netzteil integriert.

Blackberry_KeyOne Das BlackBerry KEYone wird über einen USB-Type-C-Anschluss an der Geräteunterseite blitzschnell aufgeladen. (© 2017 Blackberry)

 

Fazit

Einzigartige Hardware-Tastatur, scharfes Display, hochwertige Verarbeitung, lange Ausdauer und eine feine Abstimmung zwischen Android-System und BlackBerry-Sicherheitssoftware: Das KEYone bringt alles mit, was ein Business-Smartphone braucht.