Interessante Webseite, niedrige Bounce Rate

Je länger ein Internet-Nutzer (User) auf einer Webseite verweilt, desto besser aus Sicht der Betreiber. Mit der Verweildauer steigt nämlich die Chance für eine Conversion. Umgekehrt bedeutet das: Schauen sich die Nutzer nur kurz um und springen von der ersten aufgerufenen Seite ab, ohne eine weitere zu öffnen, ist das schlecht. Dieses Verhalten lässt sich mit der Bounce Rate, auch Absprungrate genannt, prozentual erfassen.

Bounce Rate

Ist die Bounce Rate hoch, scheint das Angebot des Webseiten-Betreibers uninteressant zu sein. Das wird von Google abgestraft, indem die betreffenden Seiten in den Suchergebnissen recht weit unten erscheinen. Die Bounce Rate sollte also möglichst niedrig sein. Um das zu schaffen, haben Webseiten-Betreiber mehrere Möglichkeiten.

1. Absprungrate analysieren

Welche Seite für eine hohe Bounce Rate verantwortlich ist, lässt sich mit Programmen wie Google Analytics feststellen. Pauschal gesagt: Ein Wert von 50 Prozent ist üblich. Handlungsbedarf besteht, wenn der Wert deutlich größer ist. Bei 80 Prozent sollten umgehend Maßnahmen ergriffen werden.  Allerdings: Die Aussagekraft solcher Zahlen hängt stark von der jeweiligen Branche, dem Seitentyp und der Zielgruppe ab. So hat zum Beispiel eine Domain mit nur einer Seite zwangsläufig eine hohe Bounce Rate.

Ist eine Seite mit einer hohen Absprungrate identifiziert, sollte sie hinsichtlich der Usability überprüft und optimiert werden. Im Zweifel sollte analysiert werden, wie die Wettbewerber kommunizieren. Grundsätzliche Tipps für mehr Traffic bietet unser Ratgeber „Customer Engagement erhöhen“.

2. Auf die Zielgruppe ausrichten

Bei hoher Bounce Rate ist die Zielgruppenansprache womöglich unstimmig. Vielleicht ist die betreffende Webseite thematisch unpassend, sprachlich holprig oder visuell nicht ansprechend. Ist das der Fall, sollten sowohl die Themensetzung als auch die Tonalität und das Design auf den Prüfstand gestellt werden. Bei diesem Vorhaben hilft eine Zielgruppenanalyse weiter.

3. Webseite für Mobile Devices optimieren

Die Anzahl der Smartphone- und Tablet-Nutzer wird seit Jahren immer größer. Das heißt also: Jede Webseite sollte heutzutage im sogenannten  Responsive Design erstellt sein. Daher gilt: schleunigst nachholen, falls das noch nicht gemacht worden ist.

Bounce Rate: 7 Tricks für eine geringere Absprungrate Ganz wichtig: Das Design einer Webseite sollte auf alle Devices zugeschnitten sein. (© 2017 Shutterstock / Alexey Boldin)

4. Interne Links verwenden

Um die Absprungrate zu senken, sollten Links platziert werden, die auf weitere Unterseiten der jeweiligen Webseite führen. Das erhöht die Verweildauer der User. Interne Links lassen sich entweder in den Fließtext einbinden, als Hinweise in Zwischenüberschriften unterbringen oder am Seitenrand platzieren.

5. Auf Übersichtlichkeit achten

User erwarten klar strukturierte Webseiten – Internet-Seiten, die ihre Inhalte übersichtlich, plakativ und leicht verständlich aufbereiten. Weicht eine Internet-Seite von diesen Erwartungen ab, kann das negative Auswirkungen auf die Bounce Rate haben. Schließlich wollen Internet-Nutzer schnell und einfach informiert oder unterhalten werden. Eine durchdachte Webseitennavigation ist damit ein Muss, um die Absprungrate zu senken.

6. Werbung verbannen

Manche Formen von Online-Ads drängen sich so sehr in den Vordergrund, dass sie Nutzer vergraulen und so die Absprungrate erhöhen. Das gilt auch für mobile Anzeigen. Besser ist es, Werbung dezent zu gestalten und zu platzieren – und zwar so, dass sie nicht von den eigentlichen Inhalten ablenkt. Ein gutes Beispiel dafür ist Native Advertising.

7. Keywords optimieren

SEO (Search Engine Optimization) ist hinsichtlich der Bounce Rate ein wichtiges Thema. Google erkennt den Stand der Absprungrate. Ist sie hoch, gehen die Algorithmen der Suchmaschine von einem geringen Informationswert für die Nutzer aus. Nach dem Motto: Wer schnell abspringt, hat nichts Interessantes gefunden. Das führt zu einer Herabstufung in den Suchergebnissen.

Dagegen hilft eine optimierte Keyword-Recherche. Sie muss sich nach dem Suchbedürfnis der Zielgruppe richten. Hier spielen besonders Longtail-Keywords aus mehreren Wörtern eine entscheidende Rolle. Sie besitzen zwar ein geringeres Suchvolumen als Shorttail-Keywords – also Schlagworte, die nur aus einem Wort bestehen –, sprechen aber genau die bevorzugte Klientel an. Kostenlose SEO-Tools helfen dabei, passende Suchbegriffe zu finden. Voraussetzung für den Optimierungserfolg: Der Inhalt muss halten, was die Keywords versprechen.