Datenschätze heben mit Business Intelligence Software

Business Intelligence (BI) Software macht aus nackten Daten anschauliche Grafiken und Diagramme. So sind sie leichter und schneller zu erfassen. Wichtige Kennzahlen von Unternehmen lassen sich damit in einen sinnvollen Zusammenhang bringen und leichter vergleichen. Das Angebot an BI-Tools ist sehr groß. Und wer Business Intelligence Software einsetzen möchte, sollte sich vor der Nutzung gewissenhaft mit dem Thema beschäftigen, um das richtige Tool zu finden.  „Digitaler Mittelstand“ hat drei Programme mit unterschiedlichen Schwerpunkten ausgewählt und analysiert.

1. JMP

Anbieter ist die SAS Institute GmbH. Die erste Version kam bereits 1989 auf den Markt. Kernfunktion damals wie heute: die statische Datenanalyse. Mittlerweile erfasst JMP aber nicht nur digitale Informationen, sondern veranschaulicht und pflegt sie auch. Es gibt sie nur für den Desktop-Betrieb (Windows und Mac). Zum Funktionsumfang zählen unter anderem:

  • Filtern und Kategorisieren relevanter Daten,
  • Datenbereinigung und Erkennen von Fehlern, mangelhaften Werten und weiteren verfälschenden Faktoren,
  • Datenanalyse unter anderem mit Histogrammen, Regressionen, Verteilungsanpassungen, Zuverlässigkeits- sowie Was-wäre-wenn-Analyse,
  • Import verschiedener Formate wie Excel-Dateien, Texte sowie ODBC-kompatible Datenbanken,
  • Verbraucher- und Marktforschung,
  • individuelle Anpassung an die jeweiligen Eigenheiten eines Unternehmens.

Zum Testen gibt es eine kostenlose Version, die 30 Tage läuft. Die Preise für die Vollversionen beginnen bei 1.479 Euro für eine Anwenderlizenz im ersten Jahr. Eine Berechtigung für zwei Arbeitsplätze schlägt mit 2.286 Euro zu Buche. Je mehr Anwender JMP nutzen, desto günstiger wird der Gesamtpreis. So kosten zehn Einzellizenzen für die Business Intelligence Software zusammen 8.694 Euro.

2. Infogr.am

Programmierer Infogr.am begann als Startup in Riga, ist aber inzwischen nach San Francisco umgesiedelt. Er legt bei seiner gleichnamigen BI-Software Wert auf viele unterschiedliche Grafikelemente und empfiehlt sein Tool für die Arbeit in der Medienbranche,  für Marketingzwecke sowie für Reporting und Teamwork. Ansonsten bietet Infogr.am:

  • Ausspielen von Daten in Form von Infografiken, Charts und interaktiven Karten, Linien-, Torten- sowie Balkendiagrammen,
  • Import von Daten (xls., xslx., csv.) aus Google Drive, Dropbox, OneDrive, Excel oder Google Analytics,
  • Datenrecherche in weltweiten Quellen,
  • 35 verschiedene Chart- sowie 500 Karten-Templates,
  • 20 vorgefertigte Designs,
  • animierte GIFs,
  • Datenauswertung in Echtzeit,
  • Berichte als Webseite, Bilddatei oder interaktive Dashboards.

Infogr.am ist angesichts seiner überwiegend grafischen Ausrichtung nicht unbedingt eine klassische Business Intelligence Software, findet aber einen guten Mittelweg zwischen Datenaufbereitung und -visualisierung.

Die Web-Applikation gibt es mit einem abgespeckten Funktionsumfang kostenlos. Wer mehr will, muss zahlen – entweder monatlich oder jährlich. Letzteres ist im Vergleich etwas günstiger. Die Preise für die Pro-Version starten bei 25 US-Dollar bei monatlicher Zahlungsweise respektive 19 US-Dollar pro Monat bei jährlicher Abrechnung. Die Kosten für die Enterprise-Ausgabe mit allen Funktionen müssen bei Infogr.am erfragt werden.

Business Intelligence Software: 3 Werkzeuge zur Datenakquise Aus vielen Datenquellen übersichtlich auf den Schirm: BI-Tools verbinden unterschiedlichste Informationen grafisch miteinander. (© 2017 Shutterstock / Foxy burrow)

3. Datapine

Die Entwickler dieser Business Intelligence Software sitzen in Berlin und wollen ihren Kunden „die Analyse und Visualisierung von verstreuten Rohdaten so flexibel und einfach wie möglich“ machen. Daher setzen sie für Datapine (Web und App) einerseits stark auf viele automatisierte Funktionen bei der Datenintegration. Andererseits bleibt für IT-Spezialisten viel Raum für eigene Anpassungen der Web-Applikation mittels der Datenbanksprache SQL.  Weitere Features sind zum Beispiel:

  • Verbinden und Analysieren von Datenquellen unabhängig vom Speicherort der Informationen,
  • Auswerten und Darstellen per Drag-and-Drop,
  • Filterfunktion trennt wichtige von uninteressanten Daten in Echtzeit,
  • Teilen von Dashboards und Reports im Team,
  • automatisierte Report-Funktion,
  • Eingabe von Daten sowohl manuell als auch per Import.

Von Datapine gibt es eine Gratis-Version zum Ausprobieren, die 14 Tage lang funktioniert. Die Preise der kostenpflichtigen Varianten reichen von 219 Euro/Monat für „Basic“ (ein Benutzer/drei Datenquellen) bis zu 799 Euro/Monat (drei Benutzer/drei Viewer). Die Preise für maßgeschneiderte Lösungen gibt es auf Anfrage.