Überall das gleiche Prozedere: Smartphone zücken, App öffnen, sich das nächstgelegene, freie Auto anzeigen lassen und es buchen. Die Mitgliedskarte mit winzigem Chip an das Kartenlesegerät an Windschutzscheibe halten, auf das Plopp der Türentriegelung warten, einsteigen. Zur Identitätsprüfung an dem Touchscreen die PIN eingeben, die Sauberkeit des Autos durch Berühren von Smileys bewerten, Schlüssel aus der Konsole nehmen, einstecken und losfahren. Am Ziel das Auto parken, die Mietzeit einfach am Display beenden und aussteigen.

Über eine Million Fahrer haben die Blitzbuchung 32 Millionen Mal an den verfügbaren 13.000 Fahrzeugen durchgeführt. 220 Millionen Kilometer legten Automieter seit dem Start von car2go im Jahr 2008 zurück, die Hälfte davon in Europa. „Die Digitalisierung aller Prozesse – sowohl intern, als auch extern von Kundenseite aus – ist die Grundlage unseres Geschäftsmodells“, erklärt Manuel Montag, verantwortlich für die Softwareentwicklung bei car2go. Das digitale Modell funktioniert sehr gut in Ballungsgebieten, denn der Trick des sogenannten „flexiblen Carsharings“, bei dem die Autos direkt auf der Straße per Smartphone oder noch zu Hause am Rechner online gefunden und gebucht werden, besteht darin, die Autos nicht zu lange ungenutzt stehen zu haben.

Automatisierter Mietvorgang

car2go auch elektrisch: In Berlin setzt der Carsharer auch Smarts ein, die mit Strom fahren. car2go auch elektrisch: In Berlin setzt der Carsharer auch Smarts ein, die mit Strom fahren. (© 2015 car2go)

„Die Verteilung der Flotte ist ein selbstregulierendes System“, erklärt Montag. Anhand von Berechnungen lässt sich das Fahrverhalten der Nutzer in Ballungsgebieten relativ genau voraussagen. Hin und wieder passiert es, dass Autos „stranden“. Das registriert das car2go-System automatisch, denn die Smarts sind über das Mobilfunknetz mit ihm verbunden und funken ihre Position bei Mietende sowie den Hinweis, etwa ob sie gewartet oder betankt werden müssen. Das System leitet Servicemitarbeiter zu den Fahrzeugen, die betankt werden müssen. Bei dieser Gelegenheit werden die Autos gleich gesäubert, überprüft und danach wieder zentral abgestellt.

Für den vollautomatisierten Mietvorgang hat car2go eine eigene App, eine Website und eine Telematikanwendung entwickelt, die sich im Fahrzeug befindet. Sobald der Fahrer die Miete startet, kommuniziert die Einheit im Wagen automatisch die Daten des Fahrers, und beim Beenden die Mietzeit und die gefahrene Kilometerzahl an die Leitzentrale. Für diese sogenannte Maschinenkommunikation (M2M) wurden spezielle SIM-Karten der Telekom in den Smarts verbaut. Die Buchung läuft digitalisiert und ohne Medienbrüche ab. Es gibt keine händischen, fehleranfälligen Eingaben und keine Doppelerfassung. Der Kunde erhält seine Rechnung als PDF per E-Mail direkt aus dem System und kann Fahrten und Kosten jederzeit in seinem Kundenkonto auf der car2go-Website einsehen. Die Gebühren werden per Lastschriftverfahren oder per Kreditkarte eingezogen.