Die Zahl ist verblüffend: Bereits in drei Jahren wird es rund viermal mehr vernetzte Geräte als Menschen auf der Welt geben. Das haben Marktforscher von IDC in den USA berechnet. Demnach werden 2020 rund 30 Milliarden Dinge mit dem Internet verbunden sein. Diese gigantische Vernetzung wird zunehmend zur Herausforderung für IT-Profis in den Unternehmen.

„Industrienetze arbeiten auch heute häufig mit Systemen, die Jahrzehnte alt sind und zu einer Zeit installiert wurden, als das Risiko intelligenter  Angriffe aus dem Internet sehr niedrig war“, sagte Nir Giller, Gründer von Cyber X auf der CeBIT. Das Partnerunternehmen der Deutschen Telekom hat sich auf industrielle IT-Sicherheit spezialisiert. „Heute sind die Herausforderungen viel größer als früher“, sagt Giller. „Das Internet der Dinge und die Maschine-Maschine-Kommunikation erfordern grundlegende Änderung von Sicherheitsstrategien im industriellen Bereich.“

Dirk Backofen, Leiter des Geschäftsbereichs Security der Telekom Deutschland V.l.n.r.: Nir Giller, Gründer von CyberX, Dirk Backofen, Leiter Telekom Security und Ilan Barda, CEO von Radiflow sind Experten für IT-Sicherheit in der Industrie – und ab sofort Partner (© 2017 Telekom)

Erheblicher Nachholbedarf

Was so zurückhaltend klingt, ist ein Thema mit dramatischen Auswirkungen auf die Wirtschaft, etwas, das ICT-Experten weltweit beschäftigt. Längst mahnen Experten: Die Gefahr im Internet of Things ist groß. Laut IDC haben 84 Prozent der Unternehmen bereits IoT-bezogene Sicherheitsverletzungen erlebt. Um den aktuellen und künftigen Gefahren potentieller Cyber-Angriffe zu begegnen, hat die Telekom 2017 einen eigenen Geschäftsbereich für Vorschau der ÄnderungenIT-Sicherheit gegründet. Ein Arbeitsschwerpunkt der gut 1.200 Mitarbeiter umfassenden Division ist die Sicherheit im Internet der Dinge.

„Digitalisierung funktioniert nicht ohne Security. Das haben die meisten Unternehmen erkannt“, sagte Dirk Backofen, Leiter des Geschäftsbereichs Security der Telekom, im Rahmen eines Experten-Gesprächs auf der CeBIT. „Im Bereich der industriellen IT-Security haben aber viele Firmen erheblichen Nachholbedarf. Eine Zahl: Nach unseren Erfahrungen sind aktuell nur zehn Prozent der vernetzten Industrie- und Produktionsanlagen ausreichend geschützt.“

Telekom Partnerschaft mit IT-Security-Experten

Um dem wachsenden und dringenden Bedarf nach industrieller IT-Sicherheit gerecht zu werden, hat der Konzern die Partnerschaft mit den beiden Industrie-Security-Firmen Radiflow und CyberX auf der CeBIT verkündet. CyberX bietet beispielsweise eine Lösung, die Industrienetzwerke kontinuierlich und in Echtzeit auf Schwachstellen prüft. Das System überwacht alle physikalischen Geräte, erkennt rechtzeitig Cyber-Attacken und beugt Betriebsstörungen vor.

Der zweite Telekom Partner Radiflow hat sich ebenfalls auf die Sicherheit in Industrienetzwerken spezialisiert. Das Unternehmen bietet allerdings eine dezentrale Firewall-Lösung, die Cyber-Angriffe im gesamten Netzwerk im Ansatz abwehrt. Außerdem entwickelt sich das System mithilfe künstlicher Intelligenz im laufenden Betrieb weiter und passt sich somit automatisch neuen Attacken an.

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG, im Gespräch mit den Industrial IT-Security-Anbietern CyberX und Radiflow am Telekom Stand der CeBIT. Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG, im Gespräch mit den Industrial IT-Security-Anbietern CyberX und Radiflow am Telekom Stand der CeBIT. (© 2017 Telekom)

„Viele CIOs haben erkannt, dass ihre operativen Netzwerke besseren Schutz brauchen, trauen sich aber nicht, in den laufenden Betrieb einzugreifen“, sagt Telekom IT-Security-Experte Backofen. „Sie gehen oft frei nach dem Motto vor: never touch a running System. Mit den Lösungen unserer Partner Radiflow und CyberX müssen sie das auch nicht. Sie greifen nicht ins Netzwerk ein, sondern docken sich lediglich an – und schützen es trotzdem umfassend.“

Das Beispiel zeigt: Mit Speziallösungen, die auf die Bedürfnisse von Produktions- und Industrieanlagen zugeschnitten sind, können sich Unternehmen gut wappnen. Eins ist sicher: Das Internet of Things wächst, und damit leider auch die Angriffe von Hackern und Cyberkriminellen.

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