Gemeinhin gelten Kneipen und Restaurants nicht als Speerspitze der Digitalisierung. Hier geht es um handfeste Dinge – und um elementare Entscheidungen: Welche Durstlöscher stehen wann beim Konsumenten besonders hoch im Kurs? Wann ist der richtige Zeitpunkt, um welches Getränk nachzubestellen? Es sind Fragen, die sich Gastronomen und Getränkehersteller ständig stellen. Beantwortet wurden sie nach Gefühl oder durch umständliches Suchen in Rechnungsbüchern. Bisher zumindest.

Auf der CeBIT stellte der Glashersteller Rastal gemeinsam mit der Telekom das „Smartglass“ vor. Firmeninhaber Raymond Sahm-Rastal und Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland GmbH, präsentierten die Lösung gemeinsam auf der Telekom Bühne in Halle 4 der CeBIT: Eine Kombination aus Online-Bestellung, Smartglass und einer smarten Theke. Das Prinzip ist simpel: Nach der Bestellung füllt der Gastwirt die Getränke in intelligente Gläser. Rastal hat die Trinkbehälter mit Chips für Near Field Communication (NFC) ausgestattet. Jedem Glas ist ein bestimmtes Getränk zugeordnet, beispielsweise Bier. Diese Information ist auf dem Chip gespeichert. Stellt der Wirt das volle Glas auf den Tresen, überträgt der NFC-Chip die Information an die smarte Bar – und von dort in die Cloud.

Clevere Theken und durstförderndes Wetter

Die clevere Theke ist per Mobilfunk mit der Onlineplattform „Cloud der Dinge“ der Deutschen Telekom verbunden. Hier werden die Daten in Echtzeit gespeichert, mit anderen Informationen verbunden und ausgewertet. Etwa in Kombination mit den Wetteraussichten: So können Gastronomen vorab herausfinden, wie sie Personaleinsatz und Getränkebestellungen aus den vorliegenden Erfahrungswerten planen sollten. Oder auch, welcher Musikstil eher dazu animiert, noch ein Gläschen zu bestellen. Oder an welchen Wochentagen besonders viel Wein, und an welchen eher Bier verkauft wird.

Rückgrat des Systems ist die Telekom-Cloud der Dinge, denn dort werden die erhobenen Daten sicher gespeichert und ausgewertet. Über ein Webportal haben Gastwirte Zugriff auf die Ergebnisse. „An bestimmten Tagen läuft das Geschäft in der Gastronomie einfach besser. Mit der Smartglass-Lösung können Restaurantbetreiber jetzt herausfinden, warum das so ist und ihr Angebot passgenau danach ausrichten“, sagt Hagen Rickmann. „Es geht darum, das Kunden-Verhalten noch besser zu verstehen und darauf einzugehen. Mit der Telekom Cloud der Dinge bieten wir die optimale Basis dafür.“

Firmeninhaber Raymond Sahm-Rastal (links) und Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland GmbH im Gespräch auf der Telekom Bühne der CeBIT Firmeninhaber Raymond Sahm-Rastal (links) und Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland GmbH im Gespräch auf der Telekom Bühne der CeBIT (© 2017 Christian Wyrwa) - Christian Wyrwa

Nie mehr Bier alle – dank Echtzeitinfo

Von den klugen Rastal-Gläsern profitieren Getränkehersteller und Gastronomie gleichermaßen. Die Technologie vereinfacht interne Prozesse, etwa über den digitalen Bestellvorgang: Angestellte können sich auf die Auslieferung der Getränke konzentrieren statt umständlich „drei Bier, zwei Fanta“ auf einen Block zu kritzeln. Und weil die „Cloud der Dinge“ den tatsächlichen Verbrauch in Echtzeit misst, kann der Gastwirt seine Ressourcen besser planen und schnell reagieren, falls zum Beispiel das Bier während eines Events zur Neige geht. „Das Ganze ließe sich in einem zweiten Schritt auch automatisieren. Die Lösung bietet noch viel Potential“, sagte Raymond Sahm-Rastal auf der CeBIT.

Raymond Sahm-Rastal präsentiert sein „Smartglass“ auf der Telekom Bühne der CeBIT So sieht ein digitalisiertes Glas aus: Raymond Sahm-Rastal präsentiert sein „Smartglass“ auf der Telekom Bühne der CeBIT (© 2017 Christian Wyrwa) - Christian Wyrwa

Die Getränkeabfüller wiederum erhalten erstmals in Echtzeit Informationen über den Konsum ihrer Produkte und lernen viel mehr über die Vorlieben ihrer Zielgruppe. „Verbrauchsdaten unmittelbar am „Point of Consumption“ zu erheben ist für Getränkehersteller absolut neu. Damit können sie sich in einem stark umkämpften Markt noch besser vom Wettbewerber abheben“, sagt Sahm-Rastal. „Das können wir als Rastal alleine nicht leisten. Und daher sind wir froh, mit der Telekom den perfekten Partner dafür gefunden zu haben. Denn wer ein Trinkglas digitalisieren kann, kann alles digitalisieren.“

Wie die SMARTGLASS-Lösung im Detail funktioniert, sehen CeBIT-Besucher hautnah am Messestand der Telekom in Halle 4.

 

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