Cloud-Architekt

Ein Cloud-Architekt plant und vollzieht federführend den Umzug von Unternehmensdaten in die Cloud. Dafür braucht er sowohl technische als auch organisatorische Kompetenz. Beim Cloud-Computing vermittelt er zwischen allen involvierten Abteilungen und plant – auch personelle – Ressourcen. Angesichts seiner Aufgabenvielfalt hat er einen Platz im Führungsteam.

 

1. Integrator

Noch vor einigen Jahren machten vornehmlich netzwerkbezogene Aspekte sein Berufsbild aus. Heute braucht der Cloud-Architekt Fähigkeiten, die über rein technische Belange hinausgehen. Gegenwärtig fungiert er als Bindeglied zwischen den verschiedenen Geschäftsbereichen und der IT-Abteilung eines Unternehmens. Dabei kommt ihm die Rolle eines Vermittlers zu: Er klärt alle Beteiligten – also Business und Technik – über die Bedürfnisse des jeweils anderen auf und vermeidet so Reibungsverluste. Wegen seiner großen Verantwortung sollte ihm eine Führungsrolle zukommen. Entsprechend hoch ist sein Verdienst. Laut „Gehalt.de“ kommt ein Cloud-Architekt pro Jahr auf zwischen rund 58.000 und 92.000 Euro.

Für diese Summe bringt er neben technischem Wissen auch kommunikative und soziale Kompetenz mit. Schließlich muss er nicht nur zwischen den verschiedenen Bereichen und Ebenen vermitteln, sondern auch konkret Vertragsverhandlungen führen und personelle Verantwortung übernehmen.

Cloud-Architekt: Die vier Rollen des Innovationsexperten Cloud-Computing setzt sich aus zahlreichen Elementen zusammen. (© 2017 Shutterstock / Radachynskyi Serhii)

2. Stratege

Ein guter Vertreter seines Fachs versteht sich in erster Linie als Stratege, der in seinem Unternehmen oder für dessen Kunden von der Konzeption bis zur Implementierung von Cloud-Computing alle Fäden in der Hand hält. Dafür sind von ihm Initiative und eigene Ideen gefordert. Er arbeitet eng mit der Geschäftsseite zusammen und entwirft mit ihr inhaltliche Anforderungsprofile. Er skizziert, welche Prozesse und Daten in die Cloud wandern sollen. Dazu gehören unter anderem folgende Aufgaben:

  • Kunden beziehungsweise Führungskräfte und Abteilungen im eigenen Betrieb beraten
  • Aktuelle Fortschritte hinsichtlich Cloud-Services im Auge behalten
  • Grundlegende IT-Prozesse planen und koordinieren
  • Wichtige Architekturvorgaben definieren und umsetzen
  • Neue Funktionen entwickeln, die die Abläufe im Cloud-Computing möglichst schlank und schnell machen
  • Lasten- und Pflichtenhefte erstellen

3. Techniker

Zwar verliert die technische Seite an Bedeutung, dennoch braucht ein Cloud-Architekt auch in dieser Hinsicht gute Kenntnisse. Schließlich muss er zumindest mitverantwortlich ein Rechenzentrum am Laufen halten. Deshalb er hat sich entweder selbst oder delegierend um Datenbanken, Applikationen, Netzwerke, Sicherheit und Infrastruktur zu kümmern. Ziel ist es, den geschäftlichen Fahrplan in das Cloud-Computing umzusetzen. Das Verständnis mehrerer Programmiersprachen ist dabei von Vorteil. Ein idealer Cloud-Architekt verfügt beispielsweise über diese Skills:

  • Abgeschlossenes Studium beziehungsweise eine Ausbildung mit IT-Schwerpunkt
  • Erfahrung in der Software-Entwicklung
  • Kenntnisse hinsichtlich einer IT Infrastructure Library (ITIL) sowie Scrum, möglichst inklusive einer Zertifizierung

Unterm Strich muss er sich in dem Dreieck aus Ressourcen, System- und Datenarchitektur sicher bewegen können.

Cloud-Architekt: Die vier Rollen des Innovationsexperten Technische Finessen und Software-Skills machen nicht mehr den Hauptteil der Arbeit aus, sind aber weiterhin gefragt. (© 2017 Shutterstock / nd3000)

4. Prophet

Ein versierter Cloud-Architekt blickt in die Zukunft, aber auch über den Tellerrand seiner täglichen Aufgaben hinaus. Dabei sucht er Antworten auf Fragen wie: Welche technischen Entwicklungen werden an Bedeutung gewinnen? Wohin bewegen sich die Trends in den sozialen Netzwerken? Reichen die technischen Ressourcen mittelfristig aus? Wie muss sich sein Verantwortungsbereich auf längere Sicht personell aufstellen?

Dafür genügt es nicht, dass er seinen Job pflichtgemäß erledigt. Vielmehr braucht er auch tief gehendes Interesse für das Thema Cloud-Computing und die damit verbundenen Nutzungs- und Designprinzipien. Kurz: Ein Cloud-Architekt sollte in seinem Job aufgehen.