Rosskur für den Rechner

Wenn der Cursor nur noch in Zeitlupe über den Monitor kriecht, der Browser zum fünften Mal hintereinander abstürzt und das Antivirenprogramm heillos überfordert ist – dann hilft nur noch eins: Computer neu aufsetzen! Das macht ihren Rechner zur Tabula rasa: Viren und Trojaner werden sicher eliminiert, die Festplatte von sämtlichen Daten befreit und das Betriebssystem neu installiert. Doch bevor Sie Ihrem Computer einen radikalen Neustart verordnen, sollten Sie einige Dinge beachten.

Erster Schritt: Daten sichern

Wenn ein Haus in Flammen steht und bis auf die Grundmauern abfackelt, dann rettet man noch die wichtigsten Wertgegenstände. Ähnlich verhält es sich beim Aufsetzen des Computers. Bevor alle Daten unwiderruflich von der Festplatte getilgt werden, sollten Sie die wichtigsten Dateien auf einem externen Datenträger abspeichern. Welche externe Festplatten sich dazu eignen, lesen Sie im DM-Ratgeber. Noch besser ist es natürlich, wenn Sie schon in einem Online-Backup Ihre Datenschätze gesichert haben.

Haben Viren oder Trojaner Ihren Rechner befallen, sollten Sie die geretteten Dateien sicherheitshalber noch mit einem Virenscanner oder ähnlicher Spezialsoftware überprüfen. Tipp: Schadprogramme nisten sich in der Regel in ausführbaren Dateien ein, nur selten zum Beispiel in Fotos oder Word-Dokumenten.

Zweiter Schritt: Treiber suchen

Darüber hat sich wohl jeder schon mal geärgert: Da steckt man den Drucker an den PC an, doch anstatt die Seiten auszudrucken, hagelt es auf dem Bildschirm nur Fehlermeldungen. Diagnose: fehlender Gerätetreiber. Die Treiber sind wichtige Softwaremodule, die die Interaktion mit der Hardware ermöglichen. Wenn Sie also den Computer neu aufsetzen, dann sollten Sie am besten alle relevanten Treiber downloaden und auf einem USB-Stick speichern.

Verwenden Sie beispielsweise Windows 7 Professional, dann navigieren Sie dazu in der "Systemsteuerung" zu "Hardware und Sound". Dann klicken Sie auf Geräte-Manager. Nun sehen Sie die Namen der installierten Treiber und können diese im Netz suchen, downloaden und auf einen externen Datenträger abspeichern. Wenn der Rechner neu aufgesetzt ist, haben Sie die Treiber schon zur Hand. Mit wenigen Klicks sind Drucker, Lautsprecher, Maus & Co. dann wieder einsatzbereit.

Dritter Schritt: System neu aufsetzen

Haben Sie Ihr Betriebssystem als Windows-8-DVD gekauft? Dann legen Sie diese DVD einfach in das Laufwerk ein und booten den Rechner davon. Wichtig: Vergewissern Sie sich, dass Sie auch noch den Lizenzschlüssel besitzen. Die Nummer des sogenannten Product Keys müssen Sie nämlich in ein Dialogfeld eingeben. Meistens klebt der Lizenzschlüssel auf dem Rechner oder ist der Installations-DVD beigelegt.

Nach dem Bootvorgang erscheint ein Feld, bei dem Sie auf "Alles entfernen und Windows neu installieren" klicken. Der Computer erledigt den Rest alleine. So oder ähnlich klappt das auch mit anderen Windows-Versionen. Sobald die Installation abgeschlossen ist, leitet Sie das System zur Neueinrichtung. Desktop & Co. sehen so aus als hätten Sie den Computer gerade erst gekauft. Praktisch: Der Rechner ist vom ganzen Datenmüll gesäubert und läuft um einiges schneller als zuvor.

USB-Stick als Boot-Alternative

Bei der Neuinstallation des Betriebssystems besteht auch eine Alternative zur DVD: Der USB-Stick. Speichern Sie dazu das Setup als ISO-Datei auf dem Stick und führen Sie von dort die Neu-Installation aus. Tipp: Der verwendete USB-Datenträger sollte dafür mindestens vier Gigabyte groß sein.

Damit der Rechner den USB-Stick auch als bootfähiges Medium identifiziert, müssen Sie ihn zunächst entsprechend formatieren. Geben Sie dabei den Begriff "diskpart.exe" in die Suchmaske des Startmenüs ein und führen Sie die Datei aus. Anschließend ist es notwendig, ein paar Befehle einzugeben. Welche das genau sind, erklärt "Chip" sehr anschaulich in einer Bildergalerie.

Upgrade von Windows 7

Nicht immer ist es absolut notwendig, den Computer neu aufzusetzen. Zum Beispiel, wenn Sie das Betriebssystem wechseln. Sie haben von Windows 7 genug und wollen auf Windows 8 upgraden? Kein Problem. Um Dateien und Einstellungen für das neue System zu übernehmen, verwenden Sie am besten die Freeware "PCmover". Diese kostenlose Umzugshilfe erleichtert die Migration um einiges, da Programme nicht wieder alle einzeln installiert werden müssen. Das spart eine Menge Zeit.

 

Weiterführende Links:

  • Computer neu aufsetzen: Praktische Tipps für die Installation von Windows 8 erhalten Sie auch auf der Homepage von "Chip".
  • Der Computer stürzt ab oder die Festplatte gibt den Geist auf? Wie Sie im Notfall Daten retten, erfahren Sie im Video auf Digitaler Mittelstand.