Es ist 8:00 Uhr morgens, die Mitarbeiter einer mittelständischen Firma durchforsten ihre Online-Postfächer. E-Mails werden geöffnet, Anhänge heruntergeladen. Darunter sind Dateien aller Art: Programme, Filme, Bilder, Musik. Ohne zu zögern öffnet ein Mitarbeiter den Anhang eines ihm vertrauten Absenders – das Unternehmen ist immerhin eines der bekanntesten Postdienstleister. Wenige Minuten später erscheint auf seinem Desktop ein Browserfenster, das sich nicht mehr schließen lässt. Der Zugriff auf den Taskmanager ist nicht möglich und auch nach einem Neustart bleibt das Problem bestehen. Die Vermutung: Ein Virus. Einzige Rettung: den IT-Dienstleister kontaktieren.

Das Ergebnis:

Per Fern-Analyse wird versucht, das Problem im Keim zu ersticken. Dafür soll der Rechner zunächst vom LAN getrennt und heruntergefahren werden. Nach einem Neustart im abgesicherten Modus kann sich der Mitarbeiter über ein lokales Administrator-Konto anmelden. Nach ausführlicher Überprüfung des Systems wird der Virus schließlich identifiziert und alle kritischen Einträge gelöscht. Anschließend kann sich der Mitarbeiter mit Nutzerkennung anmelden, mit dem LAN verbinden und den Download des aktuellen Anti-Malware-Programms durchführen. Der erneute Scan ist zufriedenstellend: Es werden keine weiteren Viren gefunden. Dank der schnellen Reaktion des Mitarbeiters konnte ein größerer Schaden abgewendet werden.

Versteckte Gefahr

Immer häufiger gelangen manipulierte Dateien über E-Mail-Anhänge auf die Rechner. Auch wenn der Absender bekannt und vertrauenswürdig erscheint, sollte vor dem Öffnen eines Anhangs daher immer ein Blick auf die Datei-Endung geworfen werden. Denn auch ein vermeintlich seriöser Absender kann als Tarnung für Betrüger und Viren dienen. Ob in der angehängten Datei eine Gefahr lauert, lässt sich häufig also bereits im Vorfeld bestimmen. Kommt Ihnen ein Anhang verdächtig vor, speichern Sie die Datei in einem Ordner auf Ihrem Computer und führen Sie einen Virenscan durch. Besondere Vorsicht sollten Sie beispielsweise bei EXE-Dateien walten lassen. Hierbei handelt es sich um ausführbare Programm-Dateien. Diese können – sofern sie einen Virus in sich tragen – bereits nach dem Doppelklick erheblichen Schaden auf Ihrem System anrichten. Einige E-Mail-Programme blockieren Dateien mit dieser Endung automatisch. Txt-Dateien hingegen sind einfache Textdateien, die in der Regel unbesorgt geöffnet werden können.

Was können Sie tun, um einem Virenbefall vorzubeugen?

Jede Firma sollte natürlich über ein gutes Anti-Virenprogramm verfügen. Doch auch der beste Virenscanner gibt keine hundertprozentige Garantie vor schädlichen Übergriffen. Das A und O eines Virenprogramms ist dessen Aktualität. Veraltete Versionen bieten keinen ausreichenden Schutz. Hier lag auch das Problem in dem geschilderten Fall: Die Antivirensoftware konnte den Virus aufgrund seines überholten Status nicht rechtzeitig identifizieren. Virenscanner müssen daher regelmäßig aktualisiert werden.

Außerdem sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Melden Sie sich an Ihrem Computer immer über ein Profil mit eingeschränkten Nutzungsrechten an und nicht mit allen Administratorrechten.
  • Anhänge sollten nie direkt aus dem Mail-Programm heraus geöffnet werden.
  • E-Mail-Anhänge, die Sie interessant finden, Ihnen jedoch nicht vertrauenswürdig erscheinen, sollten Sie in einem Ordner speichern und erneut von einem Anti-Spionage- und Anti-Virenprogramm scannen lassen.
  • Besteht der Verdacht, dass der Rechner von einem Virus befallen ist, sollte dieser unmittelbar vom Netz getrennt werden. Nur so kann die Ausbreitung der Malware verhindert werden.