Der Smartpen ersetzt die Abschrift

Die elektronischen Stifte sind in Meetings zu wichtigen Helferlein geworden, da sie handschriftliche Notizen digital erfassen und an Rechner, Smartphone oder Tablet senden. Das spart Zeit, denn so muss die Mitschrift nicht abgetippt werden. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Anbietern, deren Modelle sich im Detail unterscheiden. Wir stellen drei beliebte Smartpens vor.

1. Moleskine Smart Writing Set

Der Notizbuchhersteller Moleskine bietet ein „Smart Writing Set“ an, mit dem er die digitale und analoge Welt zusammenführen möchte. Das klassische Notizbuch weicht hier einem sogenannten „Paper Tablet“. Dessen grobes Papier ist von einem Punktraster überzogen, mit dem sich der Smartpen auf dem Blatt orientiert. Die Mine des dreieckigen Stiftes Neo N2 kann ausgetauscht werden, um etwa die Farbe zu ändern. Die Kamera oberhalb der Mine zeichnet das Geschriebene auf und überträgt es mit einer kostenlosen App via Bluetooth in das digitale Notizbuch – und das in Echtzeit. Alternativ speichert das Smart Writing Set bis zu 1.000 Seiten zwischen.

Smartpen oder Stylus?

Ein Smartpen ist dafür gedacht, handschriftliche Texte zu digitalisieren. Je nach Funktionsweise registriert eine eingebaute Kamera oder ein interner beziehungsweise externer Sensor jeden Strich, wandelt ihn in Daten um, speichert ihn und schickt ihn auf Wunsch zum Beispiel an ein Tablet. Ein Smartpen ist nicht mit einem Stylus zu verwechseln. Dieser ist ein Eingabestift, der nur auf einem Touchscreen funktioniert.

Dank der digitalen Schrifterkennung lässt sich der handgeschriebene Text auch in computerlesbare Zeichen umwandeln. Damit das reibungslos funktioniert, sollten die Notizen allerdings gut lesbar sein. Der Stift zeichnet außerdem Audio-Kommentare zu den Notizen auf. Eine Akkuladung reicht für bis zu fünf Stunden Dauereinsatz. Die Aufladung erfolgt über einen Mikro-USB-Anschluss. Der Stift kostet rund 200 Euro (Stand Juni 2017).

Das Moleskine Smart Writing Set überträgt Handgeschriebenes direkt aufs Smartphone. Das Moleskine Smart Writing Set überträgt Handgeschriebenes direkt aufs Smartphone. (© 2017 Instagram / Moleskine)

 

2. IRISNotes Executive 2

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt der Smartpen IRISNotes Executive 2. Speziell gemustertes Papier ist für diesen intelligenten Stift nicht nötig. Er setzt stattdessen auf einen separaten Empfänger, der am oberen Ende eines normalen Schreibblocks oder Blatts befestigt wird. Zudem verwendet der Smartpen herkömmliche Kugelschreiberminen. Der Nachteil eines solchen Stifts ist, dass der Text in unmittelbarer Nähe des Empfängers geschrieben werden muss. Größere Formate als DIN A4 werden auf diese Weise nicht erfasst. Vor dem Beginn einer neuen Seite muss die bereits gemachte Eingabe mit einem Tastendruck am Digipen abgeschlossen werden, weil er die einzelnen Seiten des normalen Papiers nicht automatisch erkennt.

Der integrierte Flashspeicher reicht für rund 100 DIN A4-Seiten. Die Übertragung auf den PC funktioniert nur über USB-Kabel, nicht drahtlos per Bluetooth. Die Handschrift ist auch mit dem IRISNotes Executive 2 in digitalen Text umwandelbar. Die angegebene Akkulaufzeit von elf Stunden reicht auch für Vielschreiber. Für diesen Smartpen werden etwa 100 Euro fällig (Stand Juni 2017).

3. Wacom Bamboo Spark Smart Folio

Auch der Tablet-Spezialist Wacom hat Smartpens im Angebot. Sein elektronisches Kugelschreiber-Modell Bamboo Spark überträgt das Geschriebene via elek­tro­mag­ne­ti­schem Reso­nanz­ver­fahren und benötigt deshalb selbst keine Batterie. So wirkt das Schreibgerät lange nicht so klobig wie die Konkurrenzprodukte. Zu dem Stift wird ein Notizbuch mitgeliefert, in dessen hinterem Deckel ein dünner Akku und ein Sensorfeld integriert sind.

Nach einem Druck auf einen unscheinbaren Knopf direkt neben dem Papierblock geht der Inhalt des aktuellen Blatts per Bluetooth an ein Smartphone oder Tablet. Von dort lassen sich die Notizen auch an Dropbox oder Evernote weiterleiten. Das Papier für den Block bedarf keiner gesonderten Musterung und kann einfach aus dem Schreibwarenhandel nachgekauft werden. Kosten: knapp 200 Euro (Stand Juni 2017).