Chance Digitalisierung

Mag die deutsche Wirtschaft die Digitalisierung zu Beginn der Transformationswelle oft argwöhnisch beobachtet und als bedrohlich empfunden haben, so hat sich das mittlerweile gründlich geändert. 2018 stehen 74 Prozent der hiesigen Unternehmen den disruptiven Effekten offen gegenüber. Nur ein Fünftel (21 Prozent) ist bei dem Thema noch unentschlossen, lediglich vier Prozent lehnen es ab. Zu diesem Ergebnis kommt der Digital Office Index 2018 des Digitalverbands Bitkom. Dazu wurden 1.106 Unternehmer aus Firmen ab 20 Mitarbeitern interviewt.

Gefragt nach den Möglichkeiten der Digitalisierung 2018 ergibt sich ein ähnliches Bild. Fast neun von zehn Unternehmen (88 Prozent) begreift sie überwiegend als Chance. Nur elf Prozent sehen darin eher ein Risiko.

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Dazu passt ein Ergebnis aus dem Digitalisierungsindex Mittelstand 2018 der Telekom. Demnach hat fast jeder zweite (45 Prozent) von knapp 2.500 angesprochenen kleinen und mittleren Betrieben den digitalen Wandel bereits in seine Geschäftsstrategie eingebunden.

Digitale Geschäftsmodelle stärken Wettbewerbsfähigkeit

Wie machten sich die Umfrageergebnisse in der Praxis bemerkbar? Antwort: Vor allem durch neue digitale Geschäftsmodelle, basierend auf modernen Technologien. Im Ergebnis der Digitalisierung 2018 heißt das unter anderem ...

  • ... stärkere Konzentration auf Kundenwünsche und -bedürfnisse
  • ... offenere beziehungsweise flachere Hierarchien
  • ... Mut zum Wandel
  • ... weniger strenge Fehlerkultur (Trial and Error)
  • ... erweiterter Service für bessere Wettbewerbsfähigkeit

Digitalisierungs-index 2018

Der deutsche Mittelstand macht in Sachen Digitalisierung kleine, aber doch stetige Fortschritte. Das ist das Ergebnis des Digitalisierungsindex Mittelstand 2018. Immerhin fast jedes zweite Unternehmen (45 Prozent) hat die Digitalisierung in seiner Geschäftsstrategie verankert – ein Plus von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

>> Hier geht´s zur Studie Digitalsierungsindex Mittelstand 2018

Je nach Branche ergeben sich aus diesen Trends unterschiedliche digitale Geschäftsmodelle. Wie die wirken, zeigt das Beispiel der Gewerblichen Wirtschaft. Bereits 37 Prozent, also mehr als ein Drittel  aller dort agierenden Unternehmen in Deutschland, "erzielen einen hohen Umsatzanteil mit digitalen oder digital geprägten Angeboten", wie es im Monitoring-Report Wirtschaft Digital 2018 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWI) heißt.

Innovative Technologien – Stand 2018

Die Studie der Bundesbehörde zeigt auch, welche Mittel die Betriebe für digitale Geschäftsmodelle einsetzen. Dazu zählen:

  • Cloud Computing (43 Prozent)
  • Internet der Dinge/IoT (39 Prozent)
  • Smart Services (29 Prozent)
  • Robotik und Sensorik (17 Prozent)
  • 3D-Druck (10 Prozent)
  • Big Data (9 Prozent)
  • Industrie 4.0 (9 Prozent, nur Industrie)
  • Blockchain (8 Prozent)
  • Künstliche Intelligenz (5 Prozent)
Digitalisierung 2018: Neue Geschäftsideen etabliert Neben Künstlicher Intelligenz wird die Blockchain-Technologie immer mehr zur Basis neuer Geschäftsmodelle. (© 2018 Shutterstock / Akarat Phasura)

Laut BMWI wissen die Unternehmen 2018 genau, welche Effekte sie von der Digitalisierung erwarten. An erster Stelle steht hier eine verbesserte Kundenkommunikation (69 Prozent), gefolgt vom Aufbau erfolgsrelevanten Wissens (53 Prozent), einer höheren Qualität (52 Prozent), einer gesteigerten Innovationsfähigkeit (47 Prozent) sowie vom Zugang zu neuen Märkten und Kundengruppen (46 Prozent).

Künstliche Intelligenz – das Thema 2018

Fragt man die Bundesbürger, dann hängt der Erfolg der deutschen Wirtschaft maßgeblich vom Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) ab. Zwei Drittel (64 Prozent) von ihnen fürchten um den Wohlstand, falls Deutschland nicht zu den führenden KI-Nationen gehört, wie eine repräsentative Bitkom-Erhebung ergab. Das sehen langsam auch die Unternehmen so, wenn auch für digitale Geschäftsmodelle noch auf geringem Niveau. Nur fünf Prozent nutzen 2018 KI (siehe oben). Aber: Im Vorjahr taten das noch zwei Prozent. Damit hat sich der Anteil der Technologie in der praktischen Anwendung mehr als verdoppelt.

Der zweite Innovationstrend: Blockchain

Ähnlich entwickelte sich eine weitere vielversprechende Basistechnologie der Digitalisierung. Das Blockchain-Verfahren gilt als besonders wehrhaft und stabil gegen unberechtigten Datenzugriff. Damit punktet es besonders bei Großunternehmen. Jedes dritte von ihnen sagt der Blockchain eine vergleichbar revolutionäre Wirkung voraus, wie sie das Internet selbst hervorgerufen hat.

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Auf welche Weise das im Einzelnen geschieht, lässt sich heute noch nicht absehen. Aber ihr Potenzial hat sich auch schon in der Politik herumgesprochen. So hat die Förderung der Blockchain es bereits als Ziel in den aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung geschafft.

Checkliste Digitalisierung 2018

  • Digitale Geschäftsmodelle stehen im Fokus aller Branchen.
  • Die Digitalisierung zahlt sich bereits in vielen Fällen aus.
  • Cloud Computing ist ein wesentliches, digitales Standbein der Transformation.
  • Künstliche Intelligenz und die Blockchain-Technologie gewannen 2018 an Bedeutung.