Glasfaser bringt den DSL-Anschluss auf Touren

DSL (Digital Subscriber Line) ist bisher der am weitesten verbreitete Internetanschluss. Mit üblicherweise 16 Mbit/s erfüllt er jedoch oft nicht mehr die nötigen Anforderungen an heutige Bedürfnisse. Deshalb soll das Internet in Deutschland auf Touren kommen und mit neu verlegter Glasfaser einen deutlichen Schub erhalten.

Glasfaser kurz erklärt Bei Glasfasern handelt es sich um dünne Fäden aus Glas. Sie übertragen Daten mit Hilfe von Lichtimpulsen. Dabei sind sie deutlich schneller als die bisher zur Bereitstellung von Internet genutzten Kupferdrähte. Darüber hinaus gelten Glasfasern als deutlich weniger störanfällig.

Für den Glasfaseranschluss haben Anbieter mehrere Möglichkeiten, die auch als FTTX bezeichnet werden. Die Abkürzung für „Fiber to the x“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „Glasfaser bis x“ und ist ein Oberbegriff für drei Arten von Glasfaser-Internet. Dabei unterscheiden sich die Anschlüsse danach, wie viel der Leitung von der Vermittlungsstelle bis zum Endverbraucher bereits aus Glasfaser besteht.

Das momentan gängigste Glasfaser-Internet ist FTTC (Fiber to the curb). Hierbei reicht der Glasfaseranschluss lediglich von der Vermittlungsstelle bis zur Bordsteinkante. Also bis zum Verteilerkasten, von dem aus die Leitung zum Gebäude des Endverbrauchers führt. Für den Rest des Weges werden weiterhin die bereits bestehenden Kupferdrähte verwendet.

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FTTC wird auch als VDSL bezeichnet, was für „Very High Speed Digital Subscriber Line“ steht. Dieser Anschluss schafft eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s. Allerdings gilt das nur, wenn Vector-Technologie genutzt wird, um Störungen zwischen den Kupferkabeln aufzuheben. Zudem nimmt die Geschwindigkeit mit der Entfernung zum Verteilerkasten ab. So sinkt VDSL häufig auf bis zu 50 Mbit/s.

Glasfaseranschluss Mit dem Glasfaserausbau der Telekom soll langes Warten auf geladene Inhalte ein Ende haben. (© 2018 Shutterstock / 24Novembers)

Noch schneller surfen ganz ohne Kupfer

Einen noch größeren Schub bekommt das Internet, wenn die Glasfaser bis zum Gebäude oder sogar direkt bis zum Endverbraucher reicht. Das sogenannte FTTB (Fiber to the building) und FTTH (Fiber to the home) kann Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s erreichen.

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Besonders für Unternehmen treibt die Telekom den Ausbau mit diesem durchgängigen Glasfaseranschluss stark voran. Denn bereits kleine Betriebe können von dem enormen Zuwachs an Geschwindigkeit deutlich profitieren.

Was Firmen ein Glasfaseranschluss bringt

Glasfaser bei der Telekom

Seit Mitte 2017 hat die Telekom den Glasfaserausbau speziell in Gewerbegebieten gestartet. Dabei haben die Unternehmen in den jeweils pro Welle ausgewählten Gewerbegebieten die Chance, sich kostenlos ans Gigabit-Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom anschließen zu lassen. Aktuell läuft die Welle 4. Wenn sich bis zum 05. Dezember 2018 rund 30 Prozent der dort ansässigen Firmen für einen Glasfaseranschluss der Telekom entscheiden, wird das Gewerbegebiet in 2019 ausgebaut. Zudem erhalten die Firmen den Einbau des Gigabit-Anschlusses ohne zusätzliche Kosten. Das Angebot auf Glasfaser reicht vom asymmetrischen 100 MBit/s-Geschäftskundenanschluss bis zum symmetrischen 1 GBit/s-Anschluss.

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Heißt es in der privaten Wohnung einfach noch schneller downloaden oder besser streamen zu können, ist der Glasfaseranschluss für Unternehmen häufig eine wichtige Voraussetzung zum effizienten Arbeiten. So haben selbst kleine Handwerksbetriebe oft schon Geräte, die über das Netzwerk miteinander kommunizieren. Die eigene Firma durch digitale Präsentationen, Videos in sozialen Netzwerken oder Internet-Telefonie multimedial aufzustellen, wird in Zeiten der Digitalisierung zudem immer wichtiger.

Je größer ein Unternehmen ist, desto eher kommen aber auch Themen wie Cloud Computing oder Blockchain auf die Agenda. Die neuen Technologien können den Arbeitsalltag deutlich erleichtern und transparenter gestalten. Sinnvoll einsetzbar sind sie in der Regel aber nur mit einem Glasfaseranschluss, der bis an den Arbeitsplatz reicht.