Der Blaue Engel: Alles für die Umwelt

Starten wir mit einem Gütesiegel von ganz offizieller Seite: mit dem Blauen Engel. Seit 1987 vergeben, zeichnet dieses Umweltzeichen der Bundesregierung nachhaltige Produkte und Dienstleistungen aus, die in einer strengen Qualitätskontrolle ihre Umweltfreundlichkeit unter Beweis gestellt haben. Dabei wird nicht nur das Endprodukt auf Herz und Nieren geprüft, sondern der gesamte Produktionsweg unter die Lupe genommen – angefangen bei der Idee.

Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen, die mit dem Gütesiegel Blauer Engel ausgezeichnet werden …

  • haben eine lange Lebensdauer und sind im Schadensfall besonders gut zu reparieren,
  • zeichnen sich durch ihre überdurchschnittliche Recyclingfähigkeit aus,
  • verwenden keine oder nur ein Minimum an Materialien, die für Gesundheit oder Umwelt schädlich sein können,
  • belasten Boden, Wasser oder Luft nur in geringem Maß,
  • haben in ihrem Fertigungsprozess sparsam mit nachhaltig produzierten Ressourcen gewirtschaftet,
  • sind dabei aber voll funktionsfähig und erfüllen ihren Zweck.

Scheint es Ihnen auf den ersten Blick aufwendig, diese Standards zu erfüllen und nachhaltige Produkte herzustellen? Dann sollten Sie nicht aus den Augen verlieren, dass ein Gütesiegel ein echtes Marketinginstrument sein kann: Laut der vom Umweltbundesamt veröffentlichten Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland 2014 mit etwa 2000 Teilnehmern ist der Blaue Engel nämlich 92 Prozent der Befragten bekannt, während das Gütesiegel bei 37 Prozent sogar Einfluss auf die Kaufentscheidung hat …

Fairtrade: Für einen gerechten internationalen Handel

Auch das Gütesiegel Fairtrade schneidet in der Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland 2014 überdurchschnittlich gut ab: Es ist 76 Prozent der Befragten bekannt und hat bei 29 Prozent Einfluss auf die Kaufentscheidung. Dabei steht hier nicht allein der ökologische, sondern insbesondere auch der soziale Nutzen im Mittelpunkt des Interesses.

Fairtrade hat sich zur Aufgabe gemacht, gegen das Ungleichgewicht im internationalen Handel vorzugehen und für Bauern und Beschäftigte auf Plantagen in die Bresche zu springen.

Für die Vergabe des Gütesiegels an nachhaltige Produkte müssen bestimmte Standards erfüllt werden. Dazu zählt, dass in Betrieben und Unternehmen ...

  • umweltverträglich gearbeitet und auf den Einsatz von Chemikalien und Pestiziden (weitgehend) verzichtet wird,
  • keine gentechnisch veränderten Produkte zum Einsatz kommen,
  • Zwangsarbeit und Kinderarbeit keine Chance haben,
  • darauf geachtet wird, dass niemand diskriminiert wird,
  • ein Aufschlag für Waren aus biologischem Anbau gezahlt wird,
  • die Kosten der Produktion durch einen festen Mindestpreis gedeckt werden,
  • eine Fairtrade-Prämie ausgezahlt wird, die gemeinnützige Projekte ermöglichen soll - wie etwa den Bau einer Schule.

FSC: Für eine nachhaltige Holzwirtschaft

Egal ob als Lieferant oder verarbeitender Betrieb: Haben Sie in Ihrem KMU mit Holz zu tun, kann das Forest Stewardship Council, kurz FSC, interessant für Sie sein.

Der FSC setzt sich für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder ein und vergibt sowohl für den Rohstoff in seiner Urform als auch für fertige Produkte ein Gütesiegel – sofern die Standards eingehalten werden.

Unterschieden wird grundsätzlich zwischen ...

  • dem FSC 100% Label, das an nachhaltige Produkte vergeben wird, deren Material zu 100 Prozent aus durch den FSC geprüften und für gut befundenen Wäldern gewonnen wurde,
  • dem FSC-Mix-Label, das an nachhaltige Produkte vergeben wird, deren Material sowohl aus FSC-zertifizierten Wäldern und sonstigen verantwortungsvollen Quellen stammt, und
  • dem FSC-Recycling, das nachhaltige Produkte erhalten, die komplett aus recycelten Materialien hergestellt wurden.

Öko-Tex Standard 100: Für Kleidung ohne Schadstoffe

Das Gütesiegel Öko-Tex Standard 100 dürfte Ihnen ein Begriff sein, wenn Sie in der Textilindustrie sind. Das Gütesiegel wird nachhaltigen Produkten verliehen, die keine Schadstoffe enthalten und sich durch ihre umweltverträgliche Herstellung auszeichnen.

Sollen Ihre Produkte ein entsprechendes Gütesiegel erhalten, müssen sie eine sorgfältige Prüfung über sich ergehen lassen. Untersucht werden sie auf ...

  •  krebserregende Farbstoffe und allgemein vom Gesetzgeber verbotene Inhaltsstoffe,
  • Chemikalien, die gesetzlichen Auflagen unterliegen, wie etwa Formaldehyd, Weichmacher und Co.,
  • Stoffe, die als gesundheitlich bedenklich gelten, aber noch keine gesetzlichen Vorgaben überschreiten und
  • die Echtheit der Farben und den pH-Wert im Hinblick auf die Hautfreundlichkeit.

 

 

Öko-Gütesiegel für IT: Fachjournalist Robin Cumpl erläutert im Gespräch mit Birte Karalus, wie Mittelständler stromsparende und umweltverträgliche Produkte erkennen können:

Weiterführende Links:

  • Einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Gütesiegel erhalten Sie bei "label-online.de".
  • Wie es um die Nachhaltigkeit in Ihrem KMU steht, können Sie beim "KMU-Nachhaltigkeitscheck" prüfen.
  • Welche Aspekte Kunden bei nachhaltigem Konsum besonders wichtig sind, lesen Sie hier.
  • Hundertprozentiges Recycling verspricht das Cradle to Cradle-Konzept. Mehr dazu lesen Sie hier.