Jobs mit Zukunft: Berufe verändern sich

Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt verändern. Einige Jobs werden überflüssig, andere Berufe dürften dafür von der digitalen Transformation profitieren. Vor allem der vermehrte Einsatz von Robotern, Sensoren und 3D-Techniken führt zu veränderten Anforderungen. Hier folgen 4 Thesen, wie die Jobs der Zukunft aussehen könnten.

1. These: Der Mensch wird nicht arbeitslos, es verändern sich bloß seine Aufgaben

Die Diskussion hat längst den deutschen Mittelstand erreicht: Nehmen uns Roboter die Jobs weg? Wissenschaftler der University of Oxford prophezeiten im Jahr 2013 in der Studie "The Future of Employment", dass jeder zweite Beruf künftig von Robotern ausgeführt wird. Doch diese Analyse greift zu kurz. Denn es entstehen durch die digitale Transformation auch neue Berufe und Aufgaben. Wer hätte vor 15 Jahren gedacht, dass App-Entwickler oder Social Media-Manager ernsthafte Berufszweige sein werden?

Zwei aktuelle Studien aus dem Jahr 2018 zu dem Thema:

  • Aus einer Erhebung der Bundesagentur für Arbeit geht hervor, dass im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen 26 Prozent aller Beschäftigten der Digitalisierung der Arbeitswelt zum Opfer fallen. Vor allem Fertigungsberufe könnten dadurch bedroht sein. 

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  • Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kommt jedoch zu dem Schluss, dass durch neue Technik mehr Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet werden, da Unternehmen auf diese Weise einen Wettbewerbsvorteil erlangt hätten und das produzierende Gewerbe zu geringeren Preisen mehr herstellen konnte. Entsprechend konnte mehr Personal für andere Tätigkeiten eingestellt werden.

2. These: Roboter-Revolution – der Mensch gibt weiterhin den Takt an

In der Tat, Roboter übernehmen immer mehr Arbeiten. Und vieles läuft in der smarten Fabrik voll automatisiert ab. Doch es gibt Dinge, die Roboter trotz künstlicher Intelligenz (noch) nicht so gut können, wie der Mensch: Kreativ sein, Empathie zeigen oder Visionen entwickeln. Daher bleibt der Mensch in den Jobs mit Zukunft der Taktgeber. Er steuert die Produktion und die smarte Technik arbeitet ihm zu. Allerdings steigen auch die Anforderungen für Führungskräfte. Abläufe zu antizipieren und digitale Technologien zu bedienen, setzt nicht nur Fachwissen voraus, sondern auch lebenslanges Lernen.

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3. These: Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt

Das hätte es früher nicht gegeben: Manager informieren sich in der Freizeit ständig über berufliche Dinge. Allein Facebook und Twitter versorgen Entscheider permanent mit unternehmensrelevanten Neuigkeiten. Hinzu kommt, dass Chefs mit dem Smartphone immer und überall erreichbar sind. Die Folge: E-Mails werden im Urlaub beantwortet und Präsentationen im Schlafzimmer fertiggestellt. Die neuen digitalen Technologien verstärken diese Entwicklung noch – das sind die Schattenseiten der Jobs mit Zukunft. Work-Life-Balance war gestern – die Verschmelzung von Arbeit und Freizeit führt zum sogenannten Work-Life-Blending.

Social-Media-Manager – ein Beruf, der durch die Digitalisierung entstanden ist. Social-Media-Manager – ein Beruf, der durch die Digitalisierung entstanden ist. (© 2018 Shutterstock / Aysezgicmeli)

4. These: Entscheider müssen noch flexibler werden

Wer den digitalen Wandel mitgestalten will, muss anpassungsfähig und agil sein. Starre Arbeitszeiten, fruchtlose Meetings und kompromisslose Karriereentwürfe werden der Vergangenheit angehören:

  • New Work: Mitarbeiter und Chefs organisieren sich in den Jobs mit Zukunft eigenständig. Wo und wann sie wollen – Stechuhr ade!
  • Meetings sind in den meisten Fällen lästige Zeitfresser. Kommunikation in virtuellen Kanälen kann Entscheidern kostbare Stunden einsparen. Um von der kollektiven Intelligenz im Unternehmen zu profitieren, setze dies flache Hierarchien voraus.
  • Schule, Studium, Karriere – dieser Lebensentwurf muss nicht zwangsläufig der einzig richtige sein. Lücken im Lebenslauf sowie Modelle wie Führung in Teilzeit werden häufiger vorkommen.