Stück für Stück drucken: So funktionieren Tintenstrahldrucker

Die Frage, ob Laser oder Tintenstrahl die optimale Drucktechnik für Ihr Büro ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein erster Schritt, um den Richtigen zu finden: Machen Sie sich mit den technischen Feinheiten der unterschiedlichen Druckverfahren vertraut  ...

So arbeiten  Tintenstrahldrucker grundsätzlich nach zwei verschiedenen Methoden.  Eine heißt Bubble-Jet:

  • Hierbei wird ein Tropfen Tinte erhitzt und
  • durch die dabei entstehende Dampfblase über eine Düse mit hoher Geschwindigkeit aufs Papier gedrückt.

Andere Modelle funktionieren nach dem Piezo-Prinzip. Der aus dem Griechischen stammende Begriff bedeutet so viel wie Pressen oder Drücken. In Piezo-Druckern sind die gleichnamigen Kristalle verbaut.

Praktisch,  denn die Kristalle ändern bei Kontakt mit Strom ihre Gestalt. Eine Eigenschaft, die hier genutzt wird, um Membranen zu verformen.  Und die wiederum entwickeln den notwendigen Druck, der die Tinte aufs Papier presst.

Beiden Varianten ist gemein,  dass Texte, Bilder oder Grafiken aus Millionen kleiner Punkte zusammengesetzt als einzelne Tropfen aufs Papier kommen.

Unterschiede ergeben sich dagegen, wenn die Tinte zur Neige geht:

  • Während durstige Bubble-Jet-Exemplare dann nach einem komplett neuen Druckkopf verlangen,
  • reicht bei Piezo-Modellen der Austausch des Tintentanks, was den Geldbeutel in aller Regel weniger belastet.

Das gesamte Dokument im Blick: So funktionieren Laserdrucker

Im Gegensatz zu dieser stückweisen Aufbereitung nehmen sich Laserdrucker das gesamte Dokument auf einmal vor, bevor sie ihr Tonerpulver aufs Papier bringen. Und das funktioniert so:

  • Die im Drucker enthaltene Bildrolle wird mit negativer elektronischer Spannung aufgeladen.
  • Dann zeichnet ein Laserstrahl die Druckinhalte auf die Bildtrommel. Dort, wo er auftritt, neutralisiert er die Spannung.
  • Anschließend fährt eine Magnetrolle über die Bildrolle und trägt den Toner auf.

Das Geheimnis: Im Toner selbst sind ebenfalls negativ geladene Eisenteilchen enthalten. Und die bleiben nur dort hängen, wo zuvor der Laserstrahl aufgetroffen ist.  Die so abgebildeten Texte, Bilder oder Grafiken werden dann mit Hitze und Druck über zusätzliche Walzen auf das Papier gepresst.

Feinstaubbelastung durch Laserdrucker?

Problematisch: Wie zum Beispiel eine Studie des Bundesamtes für Materialprüfung aus dem Jahr 2013 ergab, werden bei diesem Prozess kleinste Partikel freigesetzt. Diese gelten als gesundheitsschädlich. Eine Liste mit Laserdruckern, die sich durch eine besonders starke Freisetzung von Chrom-, Eisen-, Nickel-, Silizium-, Zink-, Titan- oder Brompartikeln auszeichnen, hat der NDR veröffentlicht.

Bei der Frage "Laser oder Tintenstrahl" muss das aber noch lange kein Nein für Laserdrucker bedeuten. Kaufen Sie einen Drucker fürs Büro, sollten Sie aber doch auf Nummer sicher gehen und sich für ein Gerät mit dem Umweltsiegel "Blauer Engel" entscheiden. Dieses bekommen nämlich nur Modelle, die besonders wenig der schädlichen Partikel ausspucken.

Darüber hinaus ist es ratsam, Drucker fürs Büro – ebenso wie Kopierer – in einem gesonderten Raum und nicht direkt am Arbeitsplatz unterzubringen.

Die Druckqualität der verschiedenen Drucker fürs Büro

Laserdrucker zeigen sich von ihrer besten Seite, wenn Sie in Ihrem Büro häufig Texte und Grafiken brauchen. Das Ergebnis ist in aller Regel schärfer als bei der Tintenstrahlabteilung und Linien sowie klare Abgrenzungen kommen besser zur Geltung.

Stehen dagegen häufig bunte Bilder oder Fotos auf der Tagesordnung, glänzen Tintenstrahldrucker besonders. Farben wirken mit ihnen wesentlich natürlicher und machen mit speziellem Fotopapier jedem Fotodienstleister aus dem Internet Konkurrenz.

Laser oder Tintenstrahl: Rennmaschine vs. lahme Krücke?

Laserdrucker galten lange Zeit als Sprinter, Tintenstrahldrucker dagegen als lahme Enten. Dieses Vorurteil ist inzwischen vom Tisch. Zwar haben Lasergeräte immer noch die Nase vorn, wenn es ums Drucken zahlreicher Seiten geht.  Aber die Tintenstrahltechnik hat ordentlich aufgeholt. Das Drucktempo ist somit nicht allein ausschlaggebend bei der Entscheidung zwischen Laser oder Tintenstrahl.

Mit diesen Kosten müssen Sie bei den verschiedenen Druckverfahren rechnen

Kommen wir nun zu den Kosten, die Drucker fürs Büro bezüglich Anschaffung und Betrieb verursachen. Dabei gilt, dass ...

  • Laserdrucker in der Anschaffung für gewöhnlich teurer,
  • aber bei den Folgekosten günstiger sind.

Das kommt, weil Tintenstrahldrucker sowohl für den privaten als auch den betrieblichen Einsatz konzipiert sind, während Laserdrucker in aller Regel nur im Profisegment zu finden sind.

Dabei halten die Tonerkartuschen der Laserdrucker länger als die Tintenpatronen ihrer Kollegen. Auf lange Zeit gesehen bieten Lasergeräte somit ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Weiterführende Links:

  • Hilfestellung bei der Entscheidung "Laser oder Tintenstrahl" leistet auch das Portal "Kaufberatungen.net".
  • Auch die Stiftung Warentest ist eine gute Anlaufstelle, wenn Sie den passenden Drucker fürs Büro suchen.