„Bring dein eigenes Gerät“ – so die Übersetzung. Doch was für ein Gerät? Und wohin bringen? BYOD ist ein Modell moderner Unternehmensführung, das es Mitarbeitern erlaubt, ihre eigenen privaten Endgeräte am Arbeitsplatz zu nutzen.

Ein Modell, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Nach einer Erhebung des Branchenverbands BITKOM akzeptieren heute bereits 43 Prozent der ITK-Unternehmen die Verwendung privater Geräte am Arbeitsplatz. Dazu gehören Smartphones ebenso wie Tablet-PCs und Computer. Viele Geschäftsführer erhoffen sich durch BYOD, dass die Mitarbeiter effizienter arbeiten und zufriedener  sind.

Doch die Verknüpfung privater Endgeräte mit dem Firmennetzwerk bringt auch Risiken mit sich. Unterschiedliche Software, Datensicherheit und Wartungsarbeiten sind in diesem Zusammenhang die am häufigsten genannten Sorgen der Firmenchefs.

BITKOM hat daher einen Leitfaden entwickelt, der Unternehmern, die über die Einführung des BYOD-Programms nachdenken, die Entscheidung leichter machen soll. Denn es gibt viel zu beachten. Hier einige Beispiele:

Trennung von privaten und beruflichen Daten

Werden Geräte sowohl privat als auch bei der Arbeit genutzt, ist eine strikte Datentrennung unbedingt notwendig. Da das Unternehmen für alle betriebsinternen Daten die Verantwortung trägt, sollte es auch die Kontrollhoheit aller geschäftlichen Daten, E-Mails, Dokumente und Applikationen besitzen. Das gilt insbesondere für personenbezogene Inhalte. Wichtig zu wissen: Nicht jedes private Gerät eignet sich für das BYOD-Programm. Erfüllt beispielsweise das Smartphone die entsprechenden Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes nicht oder nur unzureichend, ist es für BYOD nicht geeignet. Unternehmen sollten daher vorab folgende Fragen klären:

- Lassen sich private von betrieblichen Daten strikt trennen?

- Gibt es die Möglichkeit zur Verschlüsselung des mobilen Gerätes inklusive Wechselmedien?

- Bei Smartphones und Tablets: Ist das Betriebssystem im Originalzustand oder wurden die Nutzungsbeschränkungen des Herstellers durch einen Eingriff des Inhabers in das Betriebssystem aufgehoben?

- Stimmt der Mitarbeiter zu, sein privates Gerät in das Mobile Device Management (MDM) des Unternehmens integrieren zu lassen?

Nutzung von Unternehmenssoftware auf dem privaten Gerät„

Bei BYOD-Modellen kommt es immer wieder dazu, dass Betriebssoftware für private Zwecke genutzt wird – und umgekehrt. Ganz unproblematisch ist dies jedoch nicht. So sehen einige Software-Anbieter häufig unterschiedliche Lizenzbedingungen für die private und die gewerbliche Nutzung von Programmen vor. Denkbar ist beispielsweise, dass vom Arbeitgeber lizenzierte Programme vom Angestellten privat genutzt werden. Dadurch können Haftungsrisiken für das Unternehmen entstehen. Um diese so gering wie möglich zu halten, sollten Unternehmenslizenzen stets darauf geprüft werden, ob diese auch die Nutzung auf privaten Geräten umfassen. Darüber hinaus sollten Angestellte darauf hingewiesen werden, die eigene Software nicht zu Betriebszwecken zu verwenden. Empfehlenswert sind regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter zum Thema Software und Urheberrecht.

Wer haftet, wenn das private Gerät beschädigt oder geklaut wird?

Eine klare Regelung gibt es hier nicht. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten daher vor dem Einsatz privater Geräte schriftlich eine Vereinbarung treffen, wie in einem solchen Fall gehandelt wird.Klar ist, dass der Arbeitgeber dann für den entstandenen Schaden aufkommen muss, wenn dieser eindeutig durch ihn verschuldet wurde oder in klarem Zusammenhang mit einer Arbeitsleistung entstanden ist. Ist jedoch der Arbeitnehmer für die Beschädigung oder den Verlust verantwortlich, können sowohl der Mitarbeiter als auch der Firmenchef zur Schadenstragung verpflichtet werden. Hier gelten individualrechtliche Fragen. Weitaus klarer sind die Haftungsregelungen bei Verlust, Missbrauch oder Vernichtung von Firmendaten und -Software, die sich auf dem privaten Gerät befinden. Hier gelten die allgemeinen arbeitsrechtlichen Grundsätze.

Der komplette Leitfaden zum Thema BYOD kann unter
http://www.bitkom.org/de/themen/50792_75275.aspx heruntergeladen werden.