Regeln sollen für mehr Sicherheit im Luftraum sorgen

Drohnen werden längst nicht mehr nur zu militärischen Zwecken genutzt, auch Privatpersonen lassen die Miniflieger in die Luft steigen. Und für Unternehmen verschiedener Branchen gibt es ebenfalls interessante Einsatzmöglichkeiten.

Mit dem kommerziellen Einsatz der Unmanned Aerial Vehicles, kurz UAVs, steigt jedoch auch das Sicherheitsrisiko für die Privatsphäre. Auch kann es zu Kollisionen und Abstürzen kommen. Um derartigen Szenarien vorzubeugen, hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt jetzt eine neue Drohnenverordnung vorgelegt. Sie soll „der Zukunftstechnologie Drohne Chancen eröffnen und gleichzeitig die Sicherheit im Luftraum deutlich erhöhen“, zitiert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Dobrindt.

Neue Drohnenverordnung erleichtert die gewerbliche Nutzung

Die Drohnenverordnung beinhaltet zahlreiche konkrete Regelungen zur Nutzung der unbemannten Luftfahrtsysteme, etwa die Erlaubnispflicht für Drohnen über fünf Kilogramm oder die Kennzeichnungspflicht der Fluggeräte ab einer Startmasse von mehr als 250 Gramm. Dadurch können im Schadensfall Halter schneller ausfindig gemacht werden.

Für Unternehmen dürfte aber vor allem folgender Aspekt interessant sein: War bisher eine Erlaubnis für den gewerblichen Betrieb von Drohnen notwendig – unabhängig vom Gewicht –, fällt diese künftig für unbemannte Flieger unterhalb von fünf Kilogramm grundsätzlich weg. Außerdem wurde das generelle Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite aufgehoben.

Die Drohnenverordnung ist seit dem 7. April in Kraft. Die wesentlichen Regelungen hat das BMVI auf seiner Website zusammengefasst.

Drohne im Einsatz: Die unbemannten Fluggeräte werden immer häufiger als fliegende Postboten genutzt. (© 2017 Sanit Fuangnakhon/Shutterstock)

Einsatzmöglichkeiten von Drohnen für Unternehmen

Amazon, DHL, UPS – einige Big Player haben die unbemannten Fluggeräte bereits getestet. Bei diesen Unternehmen kommen die Drohnen als Zusteller zum Einsatz. Die Postboten aus der Luft werden langfristig den Warentransport revolutionieren.

Schon heute werden die fliegenden Helfer bei Wartungsarbeiten eingesetzt, zum Beispiel in Energieparks. Über Kameras und Sensoren erfassen die UAVs Daten, die für die Inspektion und Wartung von Wind- und Solarparks relevant sind. Auf Basis der Daten können Drohnen Muster und Gesetzmäßigkeiten sogar selbstständig erkennen und so ihr Wissen erweitern. Das Prinzip wird als „Machine Learning“ bezeichnet.

Drohnen können auch innerhalb von Gebäuden operieren, etwa in Lagerhallen. Die unbemannten Fluggeräte entlasten Unternehmen, indem sie die Kontrolle des Lagerbestandes übernehmen. Bisher wurde häufig die gesamte Belegschaft für Inventuren eingespannt. UAVs erledigen die Aufgaben selbstständig und – sofern gewünscht – wenn keiner im Betrieb ist, etwa nachts oder am Wochenende.

Die Beispiele verdeutlichen, dass die Einsatzmöglichkeiten für unbemannte Fluggeräte mannigfaltig sind. Drohnen liefern wertvolle Informationen, auf deren Basis Unternehmen bessere Entscheidungen treffen können. Außerdem erleichtern sie Arbeitsprozesse und ersetzen Personal, das wiederum anderweitig eingesetzt werden kann. Bereits heute nutzen nicht nur Großkonzerne Drohnen, sondern auch Kleinunternehmer wie etwa Kameraleute und Fotografen.