Drei neue Apple-Smartphones und eine Uhr zum Telefonieren

Es war der erwartetete Big Bang von Apple: Gleich drei Modelle zauberte  Apple-Chef Tim Cook aus dem Hut – darunter das neue Flaggschiff iPhone X, das in Europa ab 1.149 Euro kosten wird. Dafür gibt es jede Menge Innovationen: ein randloses Display etwa, eine Entsperrung durch Gesichtserkennung und kabelloses Aufladen. Doch wie unterscheiden sich die Modelle genau?

Neben der neuen Smartphone-Riege stellte Apple auch seine Apple Watch der dritten Generation vor, die erstmals mit GPS und eingebauter eSIM ausgestattet ist. Nutzer können also ohne Anrufe, WhatsApp-Nachrichten sowie SMS und Musik-Streamingdienste ohne Smartphone-Anbindung nutzen.

iPhone 8 oder X?

Vorab: Apples iPhone X ist technisch und vom Design her deutlich anders als die ebenfalls neu vorgestellten iPhones 8 und 8 Plus. Dennoch gibt es viele Gemeinsamkeiten der Modelle.

Face ID Mit einem Blick entsperren: Das iPhone X besitzt einen Gesichtsscanner, darüber kann es per Face-ID-Funktion entsperrt werden, indem der Besitzer aufs Display schaut. (© 2017 Apple)

Beim ersten Blick auf das neue iPhone X fällt das großflächige Display auf, das von einem hauchdünnen Rahmen umgeben ist. Das Touchscreen mit 5,8 Zoll (Diagonale: 14,7 Zentimeter, Seitenverhältnis: 18,5:9) ist zudem als OLED-Bildschirm verbaut. Damit hat Apple das vorher schon sehr scharfe iPhone-Display der 7er-Generation mit einer natürlichen Farbwiedergabe, satten Schwarztönen, hoher Helligkeit (maximal: 625 cd/m²) und einem 1.000.000:1-Kontrastverhältnis klar verbessert. So haben die Apple-Marketer das neue Display im iPhone X „Super Retina HD Display“ getauft. Das ist aber nicht nur Hype, auch die technischen Daten können sich sehen lassen: 2.436 x 1.125 Pixel bei einem Schärfegrad von 458 ppi. Im Vergleich bietet das Retina-HD-Display des iPhone 8 Plus „nur“ 1.920 x 1.080 Pixel bei 401 ppi.

iPhone X Display, so weit das Auge reicht: das iPhone X mit seinem 5,8-Zoll-Bildschirm. (© 2017 Apple)

Um das Display in der vollen Länge auszunutzen, hat Apple den Homebutton abgeschafft. Zum Entsperren besitzt das iPhone X jetzt einen Gesichtsscanner, die Technik dahinter heißt Face ID.

Damit das iPhone X seinen Besitzer per Face ID eindeutig identifizieren kann, muss zunächst ein mathematisches Modell, bestehend aus über 30.000 Punkten, die typisch für das jeweilige Gesicht sind, erstellt werden. Das übernimmt das „TrueDepth- Kamerasystem", bestehend aus der normalen 7-Megapixel-Frontkamera, einem Punktprojektor, einer Infrarotkamera und einem Infrarotbeleuchter, die beim iPhone X alle oberhalb des Touchscreens unscheinbar untergebracht wurden.

Neue Wischgesten ersetzen den Homebutton beim Navigieren durchs Gerät. Ein Wisch von unten nach oben – ungefähr von der Stelle aus, wo bisher das Kontrollzentrum aufgerufen wird – öffnet den Sperrbildschirm und zeigt die App-Übersicht an. Zum Öffnen der Multitasking-Übersicht muss dieselbe Geste aus einer geöffneten App heraus ausgeführt werden. Um die App wieder zu schließen, reicht ein Wisch nach oben. Mit einem Fingerwischen aus der rechten oberen Ecke des Displays wird jetzt übrigens das Kontrollzentrum aufgerufen.

Käufer eines iPhone 8 oder 8 Plus müssen sich nicht an die neuen Gesten gewöhnen. Sie können sich weiterhin – dank Homebutton – der intuitiven iPhone-typischen Gerätesteuerung bedienen, inklusive Touch ID zum Entsperren des Geräts.

Ob sich die Gesichtsentsperrung per Face ID in der Praxis als ebenso praktisch erweist wie ein Fingerscan auf den Homebutton (Touch ID), muss sich erst zeigen. Apple ist jedenfalls davon überzeugt und meint, dass die Chance, die Technik auszutricksen, bei etwa eins zu einer Million liegt.

iPhone 8 Plus Das iPhone 8 Plus gibt es mit 64 und 256 Gigabyte Speicher in den Farben Space-Grau, Silber und Gold. (© 2017 Apple)

Die Gemeinsamkeiten

Prozessor: Im iPhone X, 8 und 8 Plus steckt Apples neuer A11-Prozessor (A11-Bionic-Chip mit 64-Bit-Architektur). Inoffiziellen Angaben zufolge (Apple hat sich bislang nicht zur Arbeitsspeicher-Größe geäußert) sollen 3 Gigabyte RAM in dem „leistungsstärksten und intelligentesten Chip aller Zeiten für Smartphones“ stecken.

Der A11 verfügt zudem über sechs Prozessorkerne. Zwei davon sind für eine hohe Performance zuständig und vier Kerne helfen, bei aufwendigen Rechenleistungen Strom zu sparen. Sie dürften dann zum Einsatz kommen, wenn der M11-Motion-Co-Prozessor namens „Apple Neural Engine“ beim Erkennen von Gesichtern (im iPhone X) und auch bei Augmented Reality (AR) hilft – oder wenn dank der Rechenpower des A11 auch 3D-Spiele nahezu in Konsolenqualität auf den neuen iPhones laufen.

Drahtloses Laden: Apple hat die Gehäuse-Rückseiten seiner neuen iPhones aus Glas gefertigt, laut Apple „aus dem widerstandsfähigsten Glas, das jemals in einem Smartphone Verwendung fand". Die Färbung der Glasgehäuse (das iPhone X gibt es in Silber und in Space-Grau, die beiden 8er iPhones zusätzlich noch in Gold) erfolgt dabei aufwendig in sieben Schichten.

Die Glasrückseite hat nicht nur ästhetische Gründe: Durch den Wechsel lassen sich diese Geräte nun auch drahtlos laden. Apple setzt dabei auf den bereits etablierten Qi-Standard. Erst 2018 will Apple mit AirPower eine eigene Lade-Peripherie herausbringen. Damit sollen sich dann drei kompatible Geräte gleichzeitig aufladen lassen. Etwa ein iPhone X, eine neue Apple Watch und ein neues kabelloses Ladegehäuse für Airpods.

iPhone X mit 12-Megapixel-Dual-Kamera Bei der 12-Megapixel-Dual-Kamera auf der Rückseite des iPhone X sind die Linsen vertikal angeordnet. So sollen auch bei der Videoaufnahme bessere Ergebnisse erzielt werden. (© 2017 Apple)

12-Megapixel-Kamera: iPhone X und iPhone 8 Plus bieten beide eine 12-Megapixel Haupt-Kamera mit Weitwinkel- und Teleobjektiv. Beim X-Modell sind die beiden Linsen vertikal angeordnet (beim 8 Plus horizontal). Die Kameras in iPhone X und iPhone 8 Plus sind mit einer verbesserten Bildverarbeitung, schnellerem Autofokus bei schlechtem Licht und verbesserter HDR-Foto-Funktion gleichermaßen gut ausgestattet. Ein Unterschied dürfte darin liegen, dass mit dem iPhone X bei schlechten Lichtverhältnissen qualitativ bessere Fotos möglich sein sollen.

Das iPhone 8 wartet (wie auch schon das iPhone 7) mit einer 12-Megapixel-Linse auf. Neu ist beim iPhone X die Funktion, dank der 7-Megapixel-TrueDepth-Kamera auf der Frontseite jetzt auch Porträtaufnahmen mit Tiefenschärfe-Effekt zu erstellen. Kurzum: Die Kameratechnik bei den neuen Modellen ist so gut, dass sich die Kamerahersteller warm anziehen müssen.

Augmented Reality: Die neuen iPhones sind durch das Zusammenspiel der neue Kamera, der neuen Prozessoren und dem neuen System iOS 11 bestens geeignet, Augmented-Reality(AR)-Anwendungen realistisch und flüssig umzusetzen. Tracking, Szenenerkennung und flüssige Grafik mit 60 Bildern pro Sekunde liefert dabei der A11-Bionic-Prozessor, die Beleuchtung der virtuellen Szenen sollen von Apples Bildsignalprozessor in Echtzeit an die reale Umgebung angepasst werden.

Apple Watch Series 3

Die dritte Generation von Apples smarter Uhr wird ab sofort auch mit eingebauter SIM-Karte („eSIM“) geliefert. Damit können Nutzer unterwegs problemlos telefonieren oder SMS beantworten – ohne Smartphone-LTE- und UMTS-Verbindung.

In Deutschland bietet die Telekom die Apple Watch Series 3 exklusiv mit eingebauter eSIM-Karte an. Die ersten sechs Monate nutzen Telekom Kunden die eSIM der Apple Watch kostenlos als MultiSIM. Danach zahlt man, je nach Tarif, einen MultiSIM-Grundpreis von bis zu 4,95 Euro monatlich.

In der neuen Apple Watch steckt ebenfalls ein leistungsfähiger Dual-Core-Prozessor, der laut Apple 70 Prozent schneller arbeiten soll als sein Vorgänger. In der Praxis heißt das, dass Sprachassistent Siri neuerdings durch den Lautsprecher der Watch kommunizieren kann. Bislang hat sich die clevere Sprachassistentin nur über Schriftzeichen mitgeteilt.

Außerdem hat Apple neben dem GPS-Sensor einen Höhensensor eingebaut – etwa zum Aufzeichnen von Bergtouren oder Wintersportarten. Dafür auch wichtig zu wissen: Die Series 3 ist bis zu 50 Metern wasserdicht.

Apple Watch Series 3 In der GPS- und Cellular-Variante kann mit der Apple Watch Series 3 auch ohne Verbindung zu einem Smartphone telefoniert werden. (© 2017 Apple)

Die Preise

Für das Highend-Gerät werden über 1.000 Euro fällig: Die 64-Gigabyte-Version des iPhone X kostet ohne Vertrag stolze 1.149 Euro. Fast 200 Euro (1.319 Euro) mehr werden für das iPhone X mit 256 Gigabyte großem Speicher fällig.

Günstiger sind dagegen iPhone 8 und 8 Plus: Das iPhone 8 startet ab 799 Euro für die 64-Gigabyte-Version. 256 Gigabyte im Phone 8 kosten 969 Euro. Das iPhone 8 Plus kann in der Speichervariante mit 64 Gigabyte für 909 Euro erworben werden oder für 1.079 Euro mit 256 Gigabyte.

Telekom Geschäftskunden mit iPhone-Interesse verlängern einfach ihren Vertrag und sichern sich eines der neuen Apple-Geräte zu deutlich günstigeren Einmalpreis-Konditionen. Wer sich jetzt schon für eine bevorzugte Belieferung eines der Geräte vormerken lassen möchte, kann das als Privatkunde über den Reservierungs-Service machen. Geschäftskunden rufen den Kundenservice unter der kostenfreien Rufnummer 0800 33 0130 an, kontaktieren ihren vertrieblichen Ansprechpartner oder besuchen einen Telekom Shop ihrer Wahl.

Die Verfügbarkeit

iPhone 8 und 8 Plus und die Apple Watch Series 3 mit eSIM sollen ab dem 22. September verfügbar sein, das iPhone X dann ab dem 3. November.

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