Attraktive Alternative für Entwickler

Platform-as-a-Service (PaaS)

Platform-as-a-Service (PaaS) bezeichnet das Bereitstellen einer Plattform für die Entwicklung von Anwendungen in der Cloud, also im Internet. In der Cloud-Architektur ist PaaS angesiedelt zwischen Infrastructure-as-a-Service (IaaS), bei dem Komponenten der IT-Infrastruktur in der Cloud zur Verfügung stehen und Software-as-a-Service, bei dem Computerprogramme (für Endanwender) gemietet werden.

Die Entwicklung von Anwendungen kann gerade für mittelständische Unternehmen und Startups mit einem hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden sein. Entsprechende Hardware muss bereitstehen und vor allem muss eine passende Entwicklungsumgebung ausgesucht und eingerichtet werden.

Diese hohen Investitionskosten sind mit einem nicht gerade geringen Risiko verbunden. Es geht aber auch anders. Mit Platform-as-a-Service (kurz: PaaS) wird dem Unternehmen alles, was für die Entwicklung von Anwendungen notwendig ist, in der Cloud zur Verfügung gestellt.

Platform-as-a-Service: Die Vorteile

Das Mieten einer Entwicklungsumgebung für Software, Anwendungen und Apps hat mehrere Pluspunkte. Diese Vorteile sind zum einen allgemeiner Natur und gelten prinzipiell für den Ansatz des Everything-as-a-Service, betreffen also den Mietaspekt. Weitere Vorteile kommen speziell für das Entwickeln von Anwendungen zum Tragen.

Der wichtigste Vorteil besteht in der Möglichkeit, neue Anwendungen zu kreieren, ohne Ressourcen in Hard- und Software investieren zu müssen. Das bedeutet, dass eigene Ideen schnell umgesetzt, am Markt getestet und letztlich auch betrieben werden können. Schnelligkeit, konkret agile Entwicklung, ist gerade für Startups ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Platform-as-a-Service hat aber noch weitere Vorteile: Zum Testen neuer Betriebssysteme, Programmiersprachen oder Datenbanken muss nicht jedes Mal die notwendige Infrastruktur angeschafft und anschließend wieder abgegeben werden.

Ein oft unterschätzter Vorteil von Platform-as-a-Service ist die Möglichkeit, Anwendungen unabhängig davon zu entwickeln, wo die einzelnen Entwickler sitzen. Die Stärke von PaaS zeigt sich besonders dann, wenn es schnell gehen muss: Teams können unabhängig vom Standort gebildet werden, da das Entwicklerteam gemeinsam auf die Cloud zugreifen kann.

Das Mieten der Entwicklungsumgebung sorgt außerdem dafür, dass Fachleute sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren können. Um die Administration und Wartung des Systems kümmert sich der Anbieter. Die Pflege schließt selbstverständlich auch Upgrades und Sicherheitsupdates ein.

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Stichwort Sicherheit

Apropos Sicherheit: Platform-as-a-Service ist wie alle Cloud-Angebote so angelegt, dass Ressourcen wie Server oder Netzwerke, die angegriffen werden können, gemeinsam genutzt werden und damit ein Risiko für die Unternehmen darstellen.

Allerdings sind PaaS-Anbieter häufig in der Lage, ihre Strukturen besser gegen Angriffe zu schützen als IT-Abteilungen mittelständischer Unternehmen. Bei der Auswahl des Cloud-Providers sollte dennoch darauf geachtet werden, dass die Daten in Deutschland gehostet werden und deutsche Datenschutzgesetze eingehalten werden.

Auch für Startups kann sich Platform-as-a-Service lohnen. (© 2018 Shutterstock / Syda Productions)

Skalierbarkeit als Charakteristikum

PaaS von der Deutschen Telekom: AppAgile

Die Telekom-Lösung AppAgile ist plattformunabhängig und funktioniert nach dem Baukastenprinzip: Einzelne Bausteine können flexibel hinzugebucht werden. Unterschiedliche Preismodelle sind ebenso selbstverständlich wie der Betrieb in einem deutschen Rechenzentrum nach deutschen Sicherheits- und Datenschutzgesetzen.

>> Zu AppAgile

Wichtig bei der Auswahl eines PaaS-Providers ist ebenfalls, dass die Anwendungen tatsächlich skalierbar sind und es sich nicht einfach nur um ein Hosting auf externen Servern, ein sogenanntes Off-Premise-Hosting, handelt. Damit wäre Platform-as-a-Service der Möglichkeit beraubt, auf sich schnell verändernde Auftragslagen zu reagieren. Denn in schlechten Zeiten hilft die Cloud-Lösung durch das Verringern nicht länger benötigter Kapazitäten dabei, Geld einzusparen.

Zu den bekannten PaaS-Dienstleistern zählen US-amerikanische Großkonzerne wie Amazon, Microsoft und Google aber auch deutsche Anbieter wie die Telekom, die mit AppAgile PaaS eine modulare Plattform anbietet.

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Mögliche Nachteile von Platform-as-a-Service

Neben den genannten Sicherheitsbedenken gibt es noch weitere mögliche Nachteile einer Mietlösung. Ganz generell steigt die Abhängigkeit, wenn die Plattform nicht mehr im Unternehmen selbst betrieben wird, sondern in der Cloud. Falls der Dienstleister den Service oder auch nur einzelne Komponenten einstellt, kann der Schaden groß sein. Deswegen sollte die Providerauswahl sehr sorgfältig und vorsichtig erfolgen.

Darüber hinaus ist denkbar, dass es bei der Entscheidung für Platform-as-a-Service Akzeptanzprobleme seitens der Mitarbeiter geben könnte. Diese Herausforderung sollten Unternehmen proaktiv angehen und die Fachabteilung in die Entscheidungsfindung einbinden.

Alles in allem überwiegen bei einer klugen Providerwahl die Vorteile von PaaS, denn die Flexibilität der Lösung ermöglicht eine schnelle Umsetzung und damit Monetarisierung eigener Ideen ohne große Investitionen in die Infrastruktur.