Punkten mit robuster Eleganz

Mit der fünften Generation (2017er-Edition) des Business-Notebooks ThinkPad X1 Carbon ist Lenovo ein elegantes, optisch ansprechendes Gerät gelungen. Der chinesische Hersteller hat die Oberfläche des Kohlefaser-Notebooks ganz in matt gehalten. Statt Alu-Oberfläche setzt Lenovo auf eine Soft-Touch-Beschichtung. Das sieht nicht nur toll aus, sondern fühlt sich auch sehr angenehm an.

Der Laptop liegt mit seinen knapp 1,14 Kilogramm fast federleicht in der Hand – und wirkt weder billig noch minderwertig. Es soll das kleinste und flachste Ultrabook sein, das der Hersteller bislang gebaut hat.

Design und Gewicht sind aber nicht alles: Mit seinem verwindungssteif gebauten Kohlefasergehäuse und internen Magnesium-Aluminium-Rahmen bringt Lenovo mit dem ThinkPad X1 ein extrem robustes Ultrabook auf den Markt – optimal geeignet auch fürs Arbeiten unterwegs. Es hält Temperaturen von minus 20 bis 60 Grad Celsius aus, die Tastatur ist gegen Spritzwasser geschützt. Ob Stöße oder Erschütterungen – dieses Notebook wurde laut Lenovo auf zwölf militärische Spezifikationen getestet und mehr als 200 Qualitätstests unterzogen.

Lenovo ThinkPad X1 Carbon_Frost Hart im Nehmen: Das X1 Carbon in der 2017er-Ausführung hält Temperaturen von minus 20 bis plus 60 Grad Celsius aus. (© 2017 Lenovo)

 

Robust, leicht und schön, das fordert allerdings seinen Preis und der liegt bei der getesteten 2017er-Edition um 2.600 Euro für eine Top-Ausstattung mit aktuellem Intel Core i7 Kaby Lake-Prozessor und einer 500 Gigabyte SSD-Festplatte. Die kleinste Konfiguration des Lenovo-Ultrabooks kostet ab 1.700 Euro.

Die Highlights des Newcomers

  • Üppige Akku-Power
    Lenovo verspricht als Maximalwert über 15 Stunden Akkulaufzeit für das ThinkPad. In der Praxis hielt das Notebook inklusive Nutzung von Internetseiten, Videos betrachten, Office-Dokumente bearbeiten oder Outlook-Einsatz für E-Mails und Termine fast einen Arbeitstag (über fünf Stunden) ohne zwischenzeitliches Aufladen durch.
  • Anschlüsse satt
    Trotz schlankem Gehäuse von gerade einmal 1,6 Zentimeter Bauhöhe bietet das Lenovo eine Vielzahl an Anschlussmöglichkeiten: Neben zwei USB-C-Ports (samt Thunderbolt-Unterstützung) gibt es zwei USB 3.0-Anschlüsse, einen Micro-HDMI-Videoausgang, etwa für den Anschluss des Notebooks an einen Flachbild-TV oder Beamer, sowie einen Netzwerkanschluss (der Ethernet-Adapter wird mitgeliefert). Mit einem Kensington-Key-Lock kann das Lenovo-Ultrabook vor Diebstahl gesichert werden – z. B. an einem Büroarbeitsplatz, auf Messen, Kongressen oder bei einem Kunden.
Anschlüsse Das Lenovo bietet unter anderem einen Micro-HDMI-Anschluss sowie zwei USB-C-Anschlüsse samt Thunderbolt-Unterstützung. (© 2017 Lenovo)

 

  • Full-HD-Display
    Trotz businesstauglichem 14-Zoll-Bildschirm mit Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) wirkt das ThinkPad X1 Carbon viel kleiner als ein handelsübliches 14-Zoll-Notebook – schon eher wie ein 13-Zöller. Im Test konnte es wegen seiner einfachen Handlichkeit punkten. Weiterer Vorteil: Das Display hat einen sehr schmalen Rahmen, was optisch richtig gut aussieht. Der Bildschirm selbst ist entspiegelt, dennoch fürs Arbeiten bei stärkerer Sonneneinstrahlung muss man die Helligkeit des Monitors deutlich höherregeln.
Full-HD-Display Das Full-HD-Display (1.920 x 1.080 Pixel) des Lenovo ThinkPad X1 Carbon sorgt auch für eine hohe Blickwinkeltreue. (© 2017 Lenovo)

 

  • Hochwertig verarbeitete Tastatur
    Ein großes Lob verdient die Tastatur des Ultrabooks: Trotz der kleinen Ausmaße des Geräts sind die Tasten großzügig angeordnet und mit einem deutlichen Hub versehen. Schnelles Tippen erzeugt hier kaum nerviges Tastengeklapper. Außerdem lässt sich eine Hintergrundbeleuchtung für die Tasten einschalten (Tastenkombination FN und Leertaste) – was bei Dämmerlicht enorm praktisch ist.

Trackpoint und Trackpad

Als Erinnerung an die frühen ThinkPad-Generationen (damals von IBM gefertigt) steckt der sogenannte Trackpoint in der Tastatur. Der kleine rote Gummistift steuert den Mauszeiger. Wer mit dem Trackpoint nicht so gut zurechtkommt, kann sich natürlich auch des üblichen Trackpads nebst seiner zwei integrierten Maustasten bedienen.

Trackpoint fürs ThinkPad X1 Carbon Trackpoint fürs ThinkPad X1 Carbon (© 2017 Lenovo)

Schnelle Rechenflunder

Das Testgerät, das der Redaktion vorlag, war mit einem Core i7-7600U (Taktung 2 x 2,80 GHz und im Turbo Boost-Modus bis 3,90 GHz) ausgestattet. Damit ließen sich im Test unter Volllast bei Videoschnitt, Photoshop- und Office-Nutzung sowie diversen offenen Browserfenstern keine Geschwindigkeitseinbußen feststellen.

Pluspunkte
  • Schacht für LTE-SIM-Karte inklusive gleichzeitiger Einschub für MicroSD-Speicherkarte bis 128 GB
  • Optimal aufs Arbeiten mit Windows Office 2016 (in Office 365) abgestimmt
  • Zwei USB-C-Anschlüsse
  • Micro-HDMI (Video-Ausgang für Anschluss an einen Flachbild-TV)
  • Sehr hochwertig verarbeitet
  • Entsperrung per Fingersensor möglich
  • GPS-Modul eingebaut
  • Sehr lange Akkulaufzeit
  • Entspiegeltes Display

Nicht zuletzt sorgten die satten 16 Gigabyte Arbeitsspeicher dafür, dass das X1 Carbon bei Tempomessungen und Benchmark-Tests durchweg überzeugend abschnitt. Und: Selten nervte das X1 mit Lüfterlärm. Wenn doch, war der Lüfter erst dann hörbar, wenn wir in absolut stiller Umgebung gearbeitet haben.

Hier regiert Windows 10

Das Windows 10 Pro gilt als großer Wurf von Microsoft und wird mit dem ThinkPad X1 Carbon nach Wunsch ausgeliefert. Neben dem bekannten Startmenü mit Kacheloptik kann der Nutzer auf die nützliche Explorer-Dateiverwaltung zugreifen. Es gibt auch verschiedene weitere Einstellungen, die direkt von Lenovo angeboten werden – etwa für die Akkulaufzeit, Privatsphäre oder Bedienoptionen. Im Zusammenspiel mit Office 365 von der Telekom ergibt sich so ein fein aufeinander abgestimmtes Gesamtpaket fürs effektive Arbeiten.

LTE-Schacht an Bord

Nutzer können fürs Arbeiten von unterwegs eine LTE-SIM-Karte (MicroSIM) direkt ins Lenovo-Ultrabook einlegen. Dafür gibt es einen einfach erreichbaren Steckplatz an der Rückseite des ThinkPads. Im Highspeed-Datennetz der Telekom sind damit Downloads mit bis zu 300 MBit/s und Uploads bis zu 50 MBit/s (LTE CAT 6) möglich.

LTE-Schacht Mobile Daten: Neben einer MicroSD-Speicherkarte lässt sich auch eine LTE-SIM-Karte (MicroSIM) in ein Fach an der Unterseite des Lenovo-Ultrabooks einstecken – fürs Highspeed-Surfen unterwegs. (© 2017 Lenovo)

Sobald ein WLAN-Netz zur Verfügung steht, kann das ThinkPad via WLAN-ac Daten mit Höchstgeschwindigkeit ins Firmennetz einspeisen oder abrufen. Videos, Office-Dokumente oder Fotos speichert das Lenovo-Notebook auf eine SSD-Festplatte mit 512 Gigabyte. Werden noch ein paar Gigabyte mehr benötigt, lässt sich eine MicroSD-Karte einstecken (bis 128 Gigabyte große Karten werden unterstützt).

Entsperrung per Fingersensor

Sicherheit geht vor: Lenovo zeigt beim ThinkPad X1 Carbon, wie man vertrauliche Daten schützen und entsperren kann – per Fingerabdrucksensor. Gut erreichbar liegt der Sensor neben dem Touchpad. Im Test reagierte er durchweg schnell und zuverlässig.

Fingerabdrucksensor Der Fingerabdrucksensor zum Entsperren des X1 Carbon liegt rechts neben dem Trackpad. (© 2017 Lenovo)

Fazit

Im Anwendertest konnte das ThinkPad X1 Carbon mit hohem Arbeitstempo überzeugen. Dafür steckt ein aktueller Intel Kaby Lake-Prozessor mit Doppelkern-Prozessor und 2,80 GHz-Taktung sowie 16 Gigabyte Arbeitsspeicher im Testgerät.

Technische Daten

Display:

14 Zoll, Diagonale: 35,56 Zentimeter, Auflösung: 1.920 x 1.080 Pixel (auch mit 2.560 x 1.440 Pixel erhältlich), Helligkeit: 300 cd/m², Schärfegrad: 157 dpi

Abmessungen:

32,4 x 21,7 x 1,6 cm, 1,14 kg

Weitere Ausstattung:

  • Intel Core i7-7500U- (7600U)-Prozessor mit 2 x 2,80 GHz (im Turbo-Modus bis 3,9 GHz), 16 GB RAM
  • Windows 10 Pro (64 Bit)
  • LTE bis 300 Mbit/s im Download (LTE CAT 6)
  • Für 2,4- und 5 GHz-WLAN-Netze, auch für 5 GHZ WLAN-ac
  • Kamera für Videotelefonate via Skype mit HD-Auflösung (720 p)
  • Bluetooth 4.1
  • 512 GB interner SSD-Speicher (476 GB davon frei verfügbar), per MicroSSD (max. 128 GB) erweiterbar

Das kompakte und leichte Ultrabook von Lenovo lässt sich dank seiner platzsparenden Bauweise überall schnell verstauen. Mit etwas mehr als 1,1 Kilo Gewicht und einer langen Akkulaufzeit ist das ThinkPad X1 Carbon zudem ein extrem mobiles Gerät, das sich sowohl für den Büro- wie auch für den Außeneinsatz gut eignet. Dank Einschub für eine LTE-SIM-Karte kann das Notebook jederzeit Daten über das Highspeed-Netz der deutschen Telekom empfangen und senden. Klasse ist auch die an der Vorderseite des Displays angebrachte Kamera für Videoanrufe. Sie punktet mit guter HD-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) und liefert mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde (30 fps) hochwertige Aufnahmen. Praktisch und sicher zugleich funktioniert die Entsperrfunktion durch den integrierten Fingersensor. Der vergleichsweise hohe Preis von rund 2.100 Euro ist sicher für Premium-Business-Nutzer ausgelegt. Sie erhalten ein federleichtes und extem robustes Notebook mit bester technischer Ausstattung.

Weiterführende Links zum Thema

Video: „Office 365: Vorteile für Unternehmen und deren Mitarbeiter“

Mobiles Arbeiten: Die neuen Digitalnomaden

Praxistest Lenovo Yoga Book: Klappt ja prima!