In den neuen Lumias steckt viel Business-Potenzial: Mit optional erhältlichem Zubehör lassen sich die Lumias durchaus als Ersatz für einen Desktop Arbeitsplatz im geschäftlichen Einsatz nutzen. Erstmals gibt es einen Iris-Scanner in einem Smartphone (zum Entsperren des Displays) und für Windows 10- und Office-Anwendungen ist ebenfalls gesorgt. Damit will Microsoft jederzeit den nahtlosen Übergang von Smartphone zu PC und Tablet ermöglichen. Das dürfte im Geschäftsalltag von großem Nutzen sein. Ob es den Lumias gelingt, mt den Features den Büroalltag aufzumischen, wird sich zeigen.

Die Lumias gibt's aktuell nur in den Farben Weiß und Schwarz. Die Lumias gibt's aktuell nur in den Farben Weiß und Schwarz. (© 2016 Microsoft)

Das Büro in der Hosentasche

Die entscheidende Neuheit bei beiden Lumias 950 und 950 XL ist das Betriebssystem Windows 10, das auch auf PCs, Notebooks oder Tablet-PCs läuft – von geringen Abstrichen einmal abgesehen. Vom Werk ab sind die Lumias so optimal an Windows angepasst: Auf den neuen Geräten ist Microsoft Office inklusive One Note und Outlook bereits vorinstalliert. Über Word, Exel,Powerpoint können natürlich Office-Dokumente bearbeitet oder erstellt werden. Einen erweiterten Leistungsumfang und zusätzliche Features gibt es mit kostenpflichen Abo´s wie Office 365 Business oder Office 365 Business Premium.

Der Austausch der Dateien erfolgt ganz einfach über den Cloud-Dienst OneDrive. Darauf können dann alle zugreifen, die OneDrive auf Ihrem Computer, Tablet-PC oder Smartphone installiert und die entsprechenden Zugriffrechte für die jeweiligen Verzeichnisse haben.

Wird das Lumia zusammen mit dem Display Dock an einen Monitor angeschlossen, lassen sich dort alle Inhalte des Smartphones in optimaler Skalierung darstellen. Wird das Lumia zusammen mit dem Display Dock an einen Monitor angeschlossen, lassen sich dort alle Inhalte des Smartphones in optimaler Skalierung darstellen. (© 2016 Microsoft)

Per Continiuum Dock zum Windows-10-PC

Um das Potenzial vom mobilen Windows 10 voll zu entfalten, können das Lumia 950 oder das Lumia 950 XL zusammen mit einem neuartigen Display-Dock (im Handel für 109 Euro erhältlich – bei der Telekom beim Kauf eines Lumia 950 XL inklusive) betrieben werden. Über das Display-Dock lassen sich die beiden Lumia Smartphones mit einem externen Monitor, einer Tastatur und einer Maus zu einem Mini-PC zusammenschließen.

Apps wie beispielsweise Outlook, Word, Excel, Powerpoint wechseln dann automatisch ins volle Breitbild-Layout, dafür nutzen sie eine für den großen Bildschirm optimierte Arbeitsumgebung. Das Zauberwort dabei heißt „Continuum“: Darüber zeigt das Smartphone auf dem PC-Monitor die vom PC gewohnte Windows-10-Oberfläche. Für gelegentliche PC-Arbeiten reicht die Leistung der Lumias locker. Das Smartphone lässt sich dann wahlweise auch als Touchpad nutzen oder parallel unabhängig von der PC-Oberfläche weiter für Telefonate oder SMS.

Sicherheit Dank Iris-Scan

Eine praktische und – im Vergleich zum recht einfach zu knackenden Fingerabdrucksensor – deutlich sicherere Smartphone-Neuheit bei den Lumias ist der Iris-Scanner zum Entsperren des Displays. Die Linse für den Scanner sitzt kaum sichtbar auf der rechten Frontseite des Geräts. Blickt der registrierte Nutzer konzentriert in einem Abstand von etwa 30 Zentimetern direkt in die Infrarotkamera, wird er am individuellen Muster der Iris erkannt und der Bildschirm im Nu freigegeben. Im Praxistest ließ sich der Sensor nicht austricksen. Der Scanner lässt sich einfach einrichten und funktioniert nach einiger Gewöhnung recht gut, sogar mit Brille und dank der Infrarot-Technik auch im Dunkeln.

Continuum, die Software um das Lumia als Mini-PC an einem externen Monitor zu betreiben ist bereits in Windows 10 vorinstalliert. Continuum, die Software um das Lumia als Mini-PC an einem externen Monitor zu betreiben ist bereits in Windows 10 vorinstalliert. (© 2016 Microsoft)

Für den Business-Alltag

Scharfe Display-Auflösung (der Schärfefaktor beträgt beim Lumia 950 satte 564 dpi, beim XL sind es 518 dpi), hohes Arbeitstempo und nahezu intuitiv bedienbares System: Die beiden Lumias stehen den Mitbewerbern iPhone und Samsung Galaxy in nichts nach. Teils übertrumpfen sie die Konkurrenz sogar. Etwa beim Prozessor: Im Lumia 950 XL werkelt ein Snapdragon 810 von Qualcomm mit acht Kernen und einer Taktung von 4 x 2,0 GHz und 4 x 1,6 GHz. Satte drei Gigabyte Arbeitsspeicher runden den Antrieb ab. Im Test ließen sich keine Aussetzer oder Ruckler ausmachen. Alles lief stets reibungslos.

Die einzige Schwäche sind die Akkus: In der Praxis mussten sich beide Geräte sogar vom iPhone 6S geschlagen geben, dass ohnehin eine magere Akku-Leistung bietet. Nach einem Arbeitstag müssen die Lumias auf jeden Fall aufgetankt werden. Das klappt dann auch kabellos – ein entsprechendes Ladezubehör vorausgesetzt.

Was bei den Spitzenmodellen von Samsung und Apple schon längst der Vergangenheit angehört, beziehungsweise noch nie möglich war, ist bei den beiden Lumias anzutreffen: Speichererweiterung per Micro-SD-Karte (bis maximal 200 Gigabyte). Übrigens lässt sich auch der Akku durch den Nutzer mit wenigen Handgriffen tauschen.

Die kostenlose Navi-Software „Karten“ kann (vorheriger Kartendownload vorausgesetzt) auch zur weltweiten Offline-Navigation genutzt werden. Besonders praktisch und nützlich wenn es mit dem Firmenwagen ins europäische Ausland geht und man sich die verhältnismäßig teuren Internet-Gebühren für Daten-Roaming sparen möchte.

Gerade noch handlich

Das matte Kunststoffgehäuse des 5,2-Zoll Lumia 950 liegt gut in der Hand, das 950 XL mit seinem 5,7-Zoll Display spielt in der Größen-Liga des iPhone 6S Plus und verlangt zwei Hände bei der Bedienung. Wem statt des etwas biederen Kunststoffgehäuses der Sinn nach etwas besonderem steht, kann die Rückseite seines Lumias etwa gegen eine edle Lederschale gibt's hier tauschen.

Cortana hört (fast) aufs Wort

Wie es sich für ein Business-Smartphone gehört, lassen sich die Lumias nahezu komplett per Sprachkommandos steuern. Dafür hat Microsoft seine Sprachassistentin Cortana eng mit Windows 10 verknüpft. Cortana startet Apps und Software, nimmt Sprachkommandos entgegen, speichert Termine im Kalender ab und sucht auf Wunsch nach Treffern in der Microsoft-Suchmaschine Bing. Bei allzu komplizierten Befehlen muss Cortana allerdings häufig passen. Aber: Die Software ist lernfähig und wird mit jedem System-Update angepasst und verbessert.

Windows 10 bringt auch eine angepasste Kacheloberfläche auf die beiden neuen Lumias. Windows 10 bringt auch eine angepasste Kacheloberfläche auf die beiden neuen Lumias. (© 2016 Microsoft)

Windows 10 – mit neuem Browser

Goodbye Internet Explorer: Erstmals setzt Microsoft seinen neuen Browser Edge auf einem Smartphone ein. Der neue Browser für Windows 10 bietet beispielsweise die Möglichkeit, Videos oder Bilder aus Internetseiten direkt an ein TV-Gerät zu übertragen. Auch Cortana ist in Edge eingebunden. Per Sprachbefahl kann sie nach Worterklärungen suchen. Dafür muss der Eintrag aber zuvor markiert werden. Wie auch schon von Safari oder Chrome bekannt, kann Edge nun auch Favoriten und Artikel aus der Leseleiste zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren.

Fotos auf einen Knopfdruck. Über eine Extra-Taste kann die im Handumdrehem aus jeder Anwerndiung und auch aus dem Ruhezustand heraus aktiviert werden. Fotos auf einen Knopfdruck. Über eine Extra-Taste kann die im Handumdrehem aus jeder Anwerndiung und auch aus dem Ruhezustand heraus aktiviert werden. (© 2016 Microsoft)

Kamera-Schnellstart auf Knopfdruck

Brauchen Sie öfters für Schnappschüsse schnell eine Kamera zur Hand? Die Lumias zeichneten sich im Test nicht nur als gute Business-Smartphones aus, sondern auch durch ihre ordentliche Fotoqualität. Dafür haben sie je ein Carl-Zeiss-Objektiv eingebaut und die auch schon von früheren Lumias bekannte PureView-Technologie ist an Bord. Mit einer Auflösung von 20 Megapixeln und der Kombination aus optischem und elektronischem Bildstabilisator gelangen im Test stets gute und scharfe Fotos. Richtig schnell lassen sich Fotos über den separaten Knopf am rechten Gehäuserand auslösen. Um Aufnahmen bei schlechtem Umgebungslicht zu erstellen, leuchtet der „Triple LED RGB“-Blitz die Szenerie gut aus.

USB-C

Ein weiteres Merkmal der neuen Lumias ist der USB-C-Anschluss. Der neue Stecker passt mit beiden Seiten in die Buchse. Dadurch sind Geräte mit Typ C leichter anzuschließen, höhere Datenübertragungsraten sind möglich und die Lumias lassen sich besonders schnell laden. In etwa 30 Minuten ist das Gerät schon zu 50 Prozent voll. Das drahtlose Laden dauert jedoch deutlich länger.

Fazit

Mit dem Lumia 950 und dem Lumia 950 XL hat Microsoft zwei richtig gute Business-Handys im Angebot. Dank Windows 10 gibt’s einen nahezu reibungslosen Übergang und bestes Nutzererlebnis zwischen Smartphone, Computer und Tablet. Der innovative Iris-Scanner sorgt für sicher geschützte Geräte, denen Unbefugte nur mit sehr großem Aufwand ihre Geheimnisse entlocken können. Die vorinstallierte Office Suite erlaubt für Word & Co. via OneDrive-Cloud Zugriff von jedem beliebigen Ort aus. Die Kamera ist richtig gut, und ersetzt locker ein Zweitgerät im täglichen Umgang. Und noch ein Bonbon für Lumia-Fans: Wie von einigen früheren Modellen bekannt, zeigen auch die beiden Lumias im Ruhemodus stets Uhrzeit, Datum und Anzahl neu eingetroffener Nachrichten an. Ein einfacher Blick aufs Display genügt, umständliches Drücken auf einen Button entfällt. Sozusagen eine Smartwatch im Smartphone-Format.

Pluspunkte

  • Komplette Windows 10-Unterstützung an Bord
  • Sichere Display-Entsperrung dank Iris-Scan
  • Volle Office 365-Unterstützung
  • Schnellladen per USB-C-Kabel
  • Speicher per Micro-SD-Karte erweiterbar
  • Akku wechselbar
  • Viele Kamerafunktionen, gute Fotoqualität

Technische Daten

  • Qualcomm Snapdragon 808  beim Lumia 950 (sechs Kerne) mit 2 x 1,8 GHz und 4 x 1,4 GHz und 3 GB Arbeitsspeicher
  • Qualcomm Snapdragon 810  beim Lumia 950 XL (acht Kerne) mit 4 x 2,0 GhZ und 4 x 1,6 GHz und 3 GB Arbeitsspeicher
  • Lumia 950 mit mit 5,2 Zoll (13,21 cm Diagonale); 2560 x 1440 Pixel (dpi: 564)
  • Lumia 950 XL mit 5,7 Zoll (14,48 cm Diagonale); 2560 x 1440 Pixel (dpi: 518)
  • Lumia 950: 14,5 x 7,8 x 0,82 Zentimeter (Kameralinse ragt zusätzlich einen Millimeter aus dem Gehäuse); 150 Gramm
  • Lumia 950 XL: 15,2 x 7,8 x 0,81 Zentimeter (Kameralinse ragt zusätzlich einen Millimeter aus dem Gehäuse); 165 Gramm
Die Kameralinse ragt etwa einen Millimeter aus dem Gehäuse hervor. Damit Aufnahmen bei ungünstigem Umgebungslicht gelingen, gibt's einen brauchbaren Blitz. Die Kameralinse ragt etwa einen Millimeter aus dem Gehäuse hervor. Damit Aufnahmen bei ungünstigem Umgebungslicht gelingen, gibt's einen brauchbaren Blitz. (© 2016 Microsoft)

Weitere Austattung:

  • LTE für alle Frequenzen bis 300 Mbit/s
  • Für 2,4- und 5 GHz-WLAN-Netze, auch für 5 GHZ WLAN-ac
  • USB-C-Anschluss
  • Integrierte Funktion zum kabellosen Laden des Geräts (erfordert kompatibles Ladezubehör, nicht mitgeliefert)
  • 20 Megapixel Kamera, Video-Aufnahme auch für hochauflösende 4K-Videos (3840 x 2160 Pixel) möglich; natürlicher Blitz
  • Frontkamera: 5 Megapixel (Videoaufnahme in Full-HD "1080p")
  • Speichergröße (erweiterbar per Micro-SD-Karte bis 200 Gigabyte): 32 Gigabyte
  • Bluetooth 4.1

Preise

Lumia 950: einmalig 8,36 €, Tarif: MagentaMobil M Business mit Top-Handy (Netto-Monatskosten: 50,37€)
Lumia 950 XL: einmalig 8,36 €, Tarif: MagentaMobil L Business mit Top-Handy (Netto-Monatskosten: 58,77€)