Mobiler Verwandlungskünstler

Ein Tablet zur Hand haben, wenn man es unterwegs braucht, oder ein Notebook nutzen, wenn die Arbeit im Büro danach verlangt: Das Microsoft Surface Book mit Performance Base bietet beides – gut aufeinander abgestimmt in einem 2-in-1-Gerät. Der knackscharfe 13,5-Zoll-Monitor des Surface Book lässt sich durch einen kurzen Tastendruck auf die Auswerfen-Taste im Nu von der Anstecktastatur lösen. Schon liegt das Display als Tablet-Einheit rutschsicher in der Hand – nicht zuletzt dank einer leicht angerauten Magnesium-Rückseite.

Surface Book Das Gehäuse des aktuellen Surface Book ist ganz aus Magnesium gefertigt. (© 2017 Microsoft)

 

Auf Magnesium setzt Microsoft ohnehin bei der Fertigung – auch bei der Tastatureinheit. Durch einen zuverlässig und sicher arbeitenden Schließmechanismus sind Tastatur und Display im Notebook-Modus über drei Kontakte verbunden. Der Schließmechanismus steckt in einem markanten Gelenk, das dem Surface Book zugeklappt eine leichte Keilform verleiht und es auf der Gelenk-Seite ganz schön dick (2,3 Zentimeter) wirken lässt (siehe Foto oben).

Die ausgefeilte Konstruktion sorgt im ausgeklappten Zustand aber auch für eine höhere Standfestigkeit – ganz gleich, in welchem Winkel das Display gerade zur Tastatur arrangiert werden soll. Ein weiterer Vorteil der Keilform: Die Tastatur liegt im zusammengeklappten Zustand nicht auf dem Display auf, Abdrücke der Tasten auf dem Bildschirm kommen so nicht zustande.

2-in-1-Gerät Das Display des Surface Book ist dank perfekt einrastender Anschlüsse sicher mit der Tastatureinheit zu verbinden. (© 2017 Microsoft)

Mit Stift, Touch und Tastatur

Der praxistaugliche Surface-Stift (inklusive Rechtsklick- und Radiergummi-Funktion) ist im Lieferumfang des Surface Book enthalten. Durch einen ins Gerät integrierten Magneten hält er an der Laptop-Seite. So kann er sicher transportiert werden, wenn es mit dem Surface Book zu Kundenbesuchen oder Außendiensteinsätzen geht.

Bei Schreib- und Zeichentests erwies sich der Eingabestift als präzises Werkzeug – zumal sich Handgeschriebenes auch digital umwandeln lässt. Das Schreiben und Zeichnen auf dem Display gelang im Praxistest sehr gut. Da mit dem praktischen Helferlein auch in Word oder OneNote geschrieben werden kann, eignen sich Surface Book und Stift durchaus als ein ständiger Begleiter für viele Geschäftsleute. Möchten diese beispielsweise in Word schnell ein paar Notizen anfertigen, ohne dafür die Tastatur zu nutzen, kann einfach zuvor über die Windows-Taskleiste die Stifteingabe aktiviert werden.

Die Hardwaretasten des Tastaturdocks haben zwar etwas Spiel, reagieren aber mit einem soliden Druckpunkt zuverlässig auch beim schnellen Tippen. Die abnehmbare Tablet-Einheit lässt sich außerdem nicht nur solo nutzen, sie kann auch verkehrt herum – mit dem Display nach oben (siehe Bild) – ans Tastendock angeklickt werden. So entsteht ein feiner elektronischer Notizblock, auf dem sich per Surface-Stift schreiben lässt. Natürlich lassen sich so auch Skizzen erstellen oder Bereiche auf Fotos oder Grafiken markieren oder auswählen.

Diese Positionierung des Displays eignet sich übrigens auch, um Präsentationen, Webseiten, Fotos oder Videos mit Kunden oder Kollegen zu betrachten. Zumal der Touchscreen der Tablet-Einheit auch Eingaben im Laptop-Modus mit angesteckter Tastatur erlaubt.

Surface Book mit Performance Base Im Studio-Modus: Das abnehmbare Display des Surface Book lässt sich auch so anstecken, dass es die Tastatureinheit des Surface Book abdeckt. Perfekt etwa, um Videos oder Fotos zu betrachten. (© 2017 Microsoft)

Schneller Intel-Prozessor

Im 2017er-Update des Surface Book, auch „Surface Book mit Performance Base“ genannt, hat Hersteller Microsoft einen Core-i7-Prozessor der sechsten Generation aus der Intel-Skylake-Serie verbaut.

Das Surface Book aus dem Praxistest war mit einem Core i7-7600U (Taktung 2 x 2,60 GHz) und 16 GB Arbeitsspeicher ausgestattet. Dieser verspricht zunächst mehr Rechenleistung – auch wenn die aktuelle siebte Version des i7-Prozessors (Codename: „Kaby Lake“) hier nicht eingesetzt wurde.

Das Gesamttempo des Surface Book ist unter anderem auch von der Grafikleistung abhängig. Und dafür spendiert Microsoft der Tablet-Notebook-Kombi dann auch eine Nvidia Geforce GTX 965M mit 2-GB-GDDR5-Speicher. Das bedeutet in der Praxis eine Verdoppelung der Grafikleistung im Vergleich zum Vorgängermodell. Im Anwendertest flutschten Office-Anwendungen, hochauflösende Grafiken, detailreiche Webseiten, Filme und Fotos in Full HD und mehr absolut ruckelfrei über den 13,5-Zoll-Monitor des Surface Book.

Pluspunkte
  • Abnehmbares Display, dann als 13,5-Zoll-Tablet nutzbar
  • Gute Stiftbedienung
  • Sehr scharfe Display-Auflösung
  • 2 Kameras (Front- und Rückseite) mit 5- und 8-Megapixel-Linse
  • Steckplatz für SD-Karten
  • Sehr hochwertig verarbeitetes Scharnier zwischen Display und Tastatur
  • Sehr lange Akkulaufzeit

Microsoft hat nicht nur den Prozessor getauscht, sondern auch das Kühlsystem neu konzipiert. Im neuen Modell kühlen jetzt aktive Lüfter, sobald die Technik heißläuft.

Lange Laufzeit

Das Surface Book besitzt insgesamt zwei Akkus – einen in der Tablet-Einheit und einen Zusatzakku im Tastaturdock. Für sich genommen, kann das Tablet allerdings nicht mit großzügiger Akkulaufzeit glänzen – nur einige Stunden Surfen im Internet oder Videogenuss sind mit einer Akkuladung möglich. Ist aber die Tastatur mit ihrem eigenen Akku an die Tablet-Einheit angesteckt, hält das Surface Book locker einen ganzen Arbeitstag durch und hat noch abends ausreichend Saft, um E-Mails zu checken.

Woher kommt die Ausdauer? Im Vergleich zum Vorgängermodel hat Microsoft die Akkukapazität auf 80 Wh erhöht und auch mehr Platz für den Akku geschaffen. Dafür wurde die Tastatur zum Display hin etwas erhöht. Die schräge Position hat noch einen weiteren positiven Effekt: Beim Arbeiten ist sie so ergonomischer.

Top-Display inklusive

Der 13,5-Zoll-Bildschirm des Surface Book mit Performance Base ist mit einem eher ungewöhnlichen Seitenverhältnis von 3:2 gefertigt. Er besitzt eine Auflösung von satten 3.000 x 2.000 Pixeln und einem hohen Schärfegrad von 267 dpi. Damit liegt das 2-in-1-Gerät ziemlich genau auf dem Niveau von Apples aktuellen iPads der Pro-Serie (dort sind es 264 dpi).

Im Test konnte das Display des Surface Book mit einem sehr hohen Blickwinkel und einer sehr natürlichen Farbwiedergabe überzeugen. Der Bildschirm ist zwar nicht entspiegelt, doch selbst bei stärkerer Sonneneinstrahlung ließen sich dank der sehr hohen Helligkeit noch viele Details auf dem Monitor erkennen.

Display-Tastatur-Gelenk Sieht markant aus, funktioniert aber prima: das Display-Tastatur-Gelenk des Surface Book. (© 2017 Microsoft)

Gute Abstimmung dank Windows 10 Pro

Wie schon im Lenovo ThinkPad X1 Carbon ist auch im Surface Book in der 2017er-Version Microsofts aktuelles Betriebssystem Windows 10 Pro vorinstalliert – ohne jeglichen Programm-Schnickschnack.

Technische Daten

Display:

13,5 Zoll, Diagonale: 34,29 Zentimeter, Auflösung: 3.000 x 2.000 Pixel, Schärfegrad: 267 dpi

Abmessungen:

31,2 x 23,2 x 1,5 Zentimeter (nur Tablet) – 2,3 Zentimeter (mit Tastatur-Einheit), 1,647 Kilo

Weitere Ausstattung:

  • Intel-Core-Prozessor i7-7500U (7600U) mit 2 x 2,60 GHz, 16 GB Arbeitsspeicher
  • Windows 10 Pro (64 Bit) vorinstalliert
  • Für 2,4- und 5-GHz-WLAN-Netze, auch für 5-GHz-WLAN-ac, 2x2-MIMO-Antennentechnik
  • 5-Megapixel-Kamera für Videotelefonate via Skype mit Full-HD-Auflösung (1.080p) auf der Vorderseite
  • Rückseiten-Kamera mit 8 Megapixeln
  • Bluetooth 4.0
  • Bis 1 TB interner SSD-Speicher (953 GB davon frei verfügbar)

In der Tablet-Notebook-Kombi wurde auch die Funktion für den reibungslosen Wechsel zwischen Desktop- und Tablet-Modus gut integriert. Allerdings muss man die Funktion beim ersten Einschalten noch aktivieren. Selbstverständlich ergibt sich auch im Zusammenspiel zwischen Windows 10 und Office 365 von der Telekom ein fein aufeinander abgestimmtes Gesamtpaket fürs effektive Arbeiten. Das bietet auch die digitale Assistentin Cortana, mit der sich viele Funktionen des Surface Book per Sprache ansteuern lassen.

Mobile Daten per WLAN

Sobald ein WLAN-Netz zur Verfügung steht, lassen sich Daten mit hohem Tempo empfangen und versenden. Denn im Surface Book steckt zum einen der schnelle WLAN-ac-Standard für Verbindungen über die 2,4- und 5-GHz-Frequenz. Dazu gibt es eine 2x2-MIMO-Antennentechnik, die für einen verbesserten Empfang sorgt und zudem auch ein höheres Übertragungstempo verspricht.

Über die MIMO-Technik können Daten dann etwa an mehrere geeignete Endgeräte gleichzeitig gesendet werden. Die MIMO-fähigen Empfänger müssen nicht länger darauf warten, bis sie für den Datenempfang an der Reihe sind (wie in einem herkömmlichen WLAN-Netz). Die Daten werden in hohem Tempo einfach gleichzeitig empfangen. So lässt sich die Geschwindigkeit des Datenaustausches im Büro merklich steigern. Der Turbo funktioniert im WLAN allerdings nur, wenn im Büro-Router auch die neue Multi-User-MIMO-Funktion (MU-MIMO) eingebaut wurde. Die gibt’s etwa beim Top-Modell der Telekom, dem Speedport Smart.

Surface Stift Mit dem Surface-Stift lässt es sich sehr angenehm auf dem Display des Surface Book schreiben oder zeichnen. (© 2017 Microsoft)

Fazit

Leider fehlt dem Surface Book ein Schacht für eine LTE-Karte. Das macht etwa Lenovo beim Lenovo ThinkPad X1 Carbon besser. Auch eine Entsperrung via Fingersensor ist nicht möglich. Dafür kann dem 13,5-Zoll-Hybrid beim Arbeitstempo so schnell keiner was vormachen. Auch die Möglichkeit, mit nur einem Knopfdruck aus dem „Notebook“ ein reines Tablet zu machen – inklusive Touchscreen – verdient Lob. Gleiches gilt für die durchdachte Stiftbedienung.

Insgesamt ist Microsoft mit dem Surface Book Performance Base ein gutes Businesswerkzeug gelungen – das gibt es allerdings nur zu einem Businesspreis: Knapp 3.000 Euro kostet beispielsweise die getestete Version mit 1-TB-SSD und i7-Prozessor. Die günstigste Version des Surface Book (128-GB-SSD, i5-Prozessor) ist „schon“ ab 1.500 Euro zu haben.

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