Das neue Note ist da

Trotz extrem schmalem Rahmen, lang gezogenem Gehäuse, leichten Rundungen an den Ecken sowie Vorder- und Rückseite aus bruchsicherem Gorilla-5-Glas: Auf den ersten Blick fasziniert das über die seitlichen Ränder hinaus abgerundete 6,3-Zoll-Display. Samsung-typisch punktet es mit Brillanz und leuchtenden Farben. Im Grunde bedeckt das Display die gesamte Front des Note 8.

Wäre da nicht der extrem schmale Rahmen, würde Samsungs Top-Business-Smartphone wohl überdimensioniert wirken. So ist es zwar recht groß (16,3 x 7,5 x 0,9 Zentimeter), aber dank seiner schmalen Silhouette, bestehend praktisch nur aus einem in die Länge gezogenen Display im 18,5:9-Format, wirkt es doch erstaunlich handlich. Dennoch ist eine optimale Bedienung mit nur einer Hand ausgeschlossen. Wer den mitgelieferten Displaystift (S-Pen) nutzen will, arbeitet ohnehin mit beiden Händen.

Das Display des Note 8 Das Display des Galaxy Note 8 bedeckt fast die gesamte Front des Samsung-Smartphones. (© 2017 Samsung)

 

Eine scharfe Sache: Das Note-8-Display

Mit dem Display knackt Samsung wieder einmal alle Rekorde: Der Super-AMOLED-Bildschirm im Note 8 erreicht eine Diagonale von 6,3 Zoll mit einer Auflösung von 2.960 x 1.440 Pixeln (Quad-HD).

Die Pixeldichte von 521 ppi beweist eindrucksvoll, wie scharf ein aktuelles Smartphone-Display sein kann – selbst mit XXL-Maßen.

Auch der extrem hohe Helligkeitswert von 867,5 Candela pro Quadratmeter überzeugte im Test: Sogar bei starkem Lichteinfall ist so ziemlich alles auf dem Display gut abzulesen. Die Farbtreue wirkte natürlich, die Farbwiedergabe hinterließ einen hervorragenden Eindruck. Weiterer Pluspunkt: Mit dem Note 8 lassen sich hochaufgelöste HDR-Videos mit vollem Kontrastumfang anschauen – etwa bei YouTube.

Bildschirmstift inklusive

Samsung hat bereits seit einigen Jahren mit seiner Galaxy-Note-Reihe das Genre der XXL-Smartphones, die sich über einen Displaystift bedienen lassen, salonfähig gemacht. Mit dem S-Pen können Nutzer auch in Schreibschrift Texte und Notizen schreiben, die sich anschließend digitalisieren lassen. Auch Zeichnungen sind möglich.

Galaxy-Note 8 S-Pen Mit der nur 0,7 Millimeter dicken Spitze des Bildschirmstifts für das Note 8 lassen sich auch feine Zeichnungen auf dem Display erstellen. (© 2017 Sasmung)

 

Doch Digitalstift ist nicht gleich Digitalstift: Der S-Pen fürs Note 8 hat 4.096 Druckpunkte, eine nur 0,7 Millimeter dünne Spitze und funktioniert sogar im Regen. Er steckt seitlich in einem Gehäuseschacht. Ein leichter Druck auf der Oberseite genügt, und er federt ein Stück heraus und lässt sich einfach entnehmen.

Nützlich dabei: Die Stift-App für handschriftliche Notizen, Übersetzungen einzelner Wörter, das Ausschneiden von Filmsequenzen oder das Erstellen von Screenshots startet beim Herausziehen des Stifts automatisch. Per S-Pen lassen sich sogar auf dem dunklen Sperrbildschirm (ohne vorherige Aktivierung des Geräts) Notizen schreiben und im Stand-by dauerhaft lesen. So wird das Note flugs zum handlichen Schreibblock.

Dual-Kamera mit echter optischer Bildstabilisierung

Weitwinkel-Linse und Teleobjektiv: Auf der Note-8-Rückseite befinden sich gleich zwei 12-Megapixel-Kamerlinsen.

Pluspunkte

  • S-Iris-Scanner für hohe Sicherheit
  • Bildschirmstift für handschriftliche Notizen und Zeichnungen
  • Sehr scharfes und kontrastreiches Display
  • Wasser- und staubdicht nach IP68

Die sorgten im Test für Zoom-Aufnahmen mit toller Qualität. Außerdem ließ sich dank der Tiefenschärfe-Funktion („Bokeh“-Effekt), die die Dual-Kamera bietet, während der Aufnahme und auch nachträglich festlegen, ob der Hintergrund gezielt unscharf erscheinen soll oder nicht. Damit es bei solchen Aufnahmen keine Wackler gibt, bietet das Note 8 als erstes Smartphone überhaupt für beide Linsen eine echte optische Bildstabilisierung.

Im Anwendertest konnte die 2x12-Megapixel-Dualkamera auch dank lichtstarker F1.7-Blende für die Weitwinkel-Linse und F2.4-Blende fürs Teleobjektiv mit richtig guter Fotoqualität auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen überzeugen. Videos lassen sich auch mit den Hauptkameras in 4K-Auflösung („2160p“ bei 30 Bildern pro Sekunde) aufnehmen. Außerdem gibt es einen Zeitlupenmodus mit 720p-Auflösung (240 Bilder pro Sekunde).

Dual-Kamera Die beiden 12-Megapixel-Linsen der Dual-Kamera im Note 8 befinden sich auf der Rückseite des Geräts. (© 2017 Samsung)

 

Sicher ist sicher – auch per Iris-Scan

Das XXL-Samsung kann seinen Besitzer anhand des unveränderlichen Iris-Musters erkennen. Die Iris-Funktion zur Entsperrung des Displays ist gerade dann praktisch, wenn der Nutzer nasse oder verschmutzte Hände hat und so den ansonsten zuverlässig arbeitenden Fingerabdruckscanner nicht nutzen kann. Da sich dieser Scanner allerdings auf der Geräterückseite direkt neben den Kameralinsen befindet, war er im Test nicht immer intuitiv ertastbar.

Im Anwendertest von Digitaler Mittelstand funktionierte die Entsperrung per Iris-Scan übrigens auch bei einem Brillenträger – allerdings nicht immer gleich im ersten Versuch. Trägt man keine Brille, sind die Augen weit geöffnet und wird das Smartphone in einem Abstand von 25 bis 35 Zentimeter vor das Gesicht gehalten, gab es bei den Tests keine Probleme beim Entsperren.

Um den Iris-Scanner einzurichten und das Muster der Iris aufzuzeichnen, muss mit weit geöffneten Augen in die Frontkamera des Note 8 geschaut werden. Nach der Prozedur schaut man einfach nach einem Druck auf die Einschalttaste (befindet sich an der rechten Gehäusekante) in die Frontkamera, um sich zu identifizieren.

Samsungs Sicherheitslösung KNOX arbeitet, wie auch im S8/S8 Plus, mit dem neuen Galaxy Note 8. Laut Samsung ist das System ein verlässlicher Standard beim Smartphone-Datenschutz. Besonders vetrauliche Informationen wie Firmendaten oder Kundenprofile können Nutzer jetzt in einem „sicheren Ordner“ ablegen. Diesen Extra-Ordner kann nur der Anwender öffnen, der dazu auch berechtigt ist – etwa mit einer Autorisierung per Iris-Scan oder Fingerabdrucksensor.

Bildergalerie: Die wichtigsten Funktionen des Note 8

 

Tempo, Tempo

Im Galaxy Note 8 steckt der schnelle WLAN-ac-Standard der zweiten Generation – auch Wave 2 genannt.

Technische Daten
Display:
6,3 Zoll, Diagonale: 16 Zentimeter, Auflösung: 2.960 x 1.440 Pixel (Super AMOLED, Quad-HD, Schärfewert: 521 ppi)

Abmessungen:
16,3 x 7,5 x 0,9 cm, 195 Gramm

Weitere Ausstattung:

  • Samsung Exynos Octa 8895, Octa core (4 x 2.3 GHz + 4 x 1.7 GHz), 64 Bit, 10-nm-Prozessor
  • 6 GB Arbeitsspeicher
  • bis 256 GB interner Speicher, per microSD-Karte bis 256 GB erweiterbar
  • LTE CAT 16 für alle Frequenzen bis 1 GBit/s im Download
  • Android 7.1.1
  • Für 2,4- und 5-GHz-WLAN-Netze, auch für 5-GHZ-WLAN-ac, MU-MIMO-Unterstützung
  • Hauptkamera: 12 MP mit Dual-Pixel-Technologie (Videoaufnahme in UHD-HD „2160p“ mit 3.840 x 2.160 Pixel); Frontkamera: 8 Megapixel für Videotelefonate via Skype
  • NFC für schnelles Koppeln von Geräten per Bluetooth eingebaut
  • Bluetooth 5.0 (LE „Low Energy“ für bis zu 2 MBit/s Datentempo)

Der Turbo funktioniert im WLAN allerdings nur, wenn im Router die neue Multi-User-MIMO-Funktion (MU-MIMO) eingebaut wurde. Das bieten inzwischen die Top-Modelle der Telekom (etwa der Speedport Smart), von AVM, TP-Link und Linksys. Sie unterstützen alle die MU-MIMO-Funktion.

So können Funkdaten parallel an bis zu drei geeignete Endgeräte gleichzeitig gesendet werden. Die MU-MIMO-fähigen Empfänger müssen nicht darauf warten, bis sie an der Reihe für den Datenempfang sind (wie in einem herkömmlichen WLAN-Netz), sondern können Daten in hohem Tempo gleichzeitig empfangen. So lässt sich das Tempo für den Datenaustausch im Büro merklich steigern.

Das Galaxy Note 8 ist seiner Zeit weit voraus: Mit LTE CAT 16 (mit maximalem Datentempo bis 1 Gigabit pro Sekunde) unterstützt es zwar schon das derzeit höchste LTE-Tempo, allerdings sind die deutschen Mobilfunknetze noch nicht so weit. Im Telekom Netz ist das Note 8 mit bis zu 300 Megabit pro Sekunde rasant unterwegs.

In die Europa-Version des Galaxy Note 8 hat Samsung den hauseigenen Exynos-8895-Prozessor eingebaut. Die 8-Kern-CPU ist mit 4 x 2,3 Gigahertz und 4 x 1,7 Gigahertz getaktet. Dazu gesellen sich satte 6 Gigabyte Arbeitsspeicher. In der Praxis bedeutet das: Menüs und Apps flutschen nur so über das Display. Ruckler und Verzögerungen ließen sich im Anwendertest nicht ausmachen – auch nicht beim Verwenden von Videoschnitt, beim Bearbeiten von hochauflösenden Fotos oder beim Multitasking.

Wasserdicht Das Gehäuse des Galaxy Note 8 ist nach der Schutzklasse IP68 von dem Eindringen von Wasser und Staub geschützt. (© 2017 Samsung)

 

Fazit

Zwar dringt Samsung mit einem Preis von 999 Euro für die 64-Gigabyte-Version in Apple-Sphären vor, allerdings ist das Samsung Galaxy Note 8 auch eine komplett eigene Klasse für sich – mit eigenem Bedienkonzept, riesigem Display und intelligenter Stiftbedienung. Mit Vertrag bei der Telekom sieht die Sache etwas moderater aus: Um 180 Euro als Einmalzahlung werden dort fällig. Dafür bekommt der Käufer viel State-of-the-Art-Technik und Businessqualität. Neben seiner hochwertigen und eleganten Fertigung ist das Note 8 nach der Schutzklasse IP68 wasser- und staubdicht, bietet bruchsicheres Gorilla-5-Glas, aktuelle WLAN-Funktionen, rasantes LTE-Tempo, eine tolle Stiftbedienung, Dual-Kamera, Iris-Scanner und den neuesten Samsung-Mobil-Prozessor. Der extrem helle 6,3-Zoll-Bildschirm konnte im Test mit Detailschärfe, hohem Kontrast und natürlicher Farbwiedergabe vollends überzeugen.

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Am Anfang war das Wort. Dann kam Siri.