Rapid Prototyping: Damit haben Sie etwas in der Hand

Dank des Verfahrens halten Sie viel schneller das Muster eines Produkts in den Händen als mit üblichen Methoden. Das heißt, mit Rapid Prototyping erkennen Sie in relativ kurzer Zeit, ob Ihr neues Projekt qualitativ und funktional Ihren Vorstellungen entspricht. Und Sie haben auch etwas, das Sie schon in einer frühen Phase Ihren Kunden zeigen können. Das ist besser, als ihnen weniger anschauliche Zeichnungen oder Konzepte vorzulegen.

Mit 3D-Druck schnell zum Modell

Bevor wir zu weiteren Vorteilen kommen, ein Blick darauf, wie Sie ein Modell mit Rapid Prototyping herstellen. Da gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Am Anfang stehen aber immer computergestützte Entwürfe auf Basis von CAD-Daten. Aus diesen entstehen in dem gewählten Verfahren binnen Stunden oder Tagen die Prototypen. Häufig kommen dabei 3D-Drucker zum Einsatz. Zum Beispiel für:

  • Gipsdruck: Werkstoff ist Gipspulver, das mit einem Klebstoff versetzt und in Schichten aufgetragen wird. Diese Technik empfiehlt sich beispielsweise für Architekten, die ihre Ideen zu etwas Handfestem machen wollen. Das können sie mit dem Gipsdruck vergleichsweise günstig machen. Allerdings zerbrechen die spröden Modelle leicht und bedürfen einer entsprechenden Nachbehandlung.
  • Desposition Modelling: Auch dieses Verfahren ist relativ preiswert. Statt Gipspulver kommt ein Kunststoffdraht zum Einsatz. Er wird erhitzt, geschmolzen und auf eine Basis aufgebracht. Dabei kommen mechanisch belastbare Modelle heraus, die sich für Formprüfungen eignen.
  • UV-Harzverfahren: Hier wird Harz gedruckt und schichtweise mit UV-Licht ausgehärtet. Damit lassen sich mehrfarbige Prototypen herstellen. Diese sind aber recht teuer und leicht zerbrechlich.
  • Weitere Verfahren sind beispielsweise Selektives Lasersintern beziehungsweise -schmelzen (SLS/SLM) mit Metall (sehr teuer) oder Kunststoffen sowie die Stereolithografie (STL/SLA), bei der ebenfalls ein Laser Harz aushärtet.  Je nach Methode erzeugen sie sehr präzise Exempel und eignen sich für kleine Serien.

Produktentwicklung wird flexibler

Auch wenn es teils kostspielig ist, so macht Rapid Prototyping im Vergleich zu traditionellen Fertigungsvarianten die Produktentwicklung deutlich günstiger. Womit wir wieder bei den Vorteilen sind. Sie sparen also Zeit und Geld. Weitere gute Argumente:

  • Bei der Herstellung fällt weniger Abfall an.
  • Wirklichkeitsnahe Tests während der laufenden Produktentwicklung sind möglich.
  • Probleme (beispielsweise mangelnde Passgenauigkeit) lassen sich früh erkennen.
  • Fehler sind schnell behoben.
  • Kurzfristiges Berücksichtigen von Kundenwünschen ist möglich.
  • Direkte Verzahnung von Theorie und Praxis findet statt.

Wenn Sie davon profitieren wollen, beauftragen Sie entweder einen Spezialisten für Rapid Prototyping oder integrieren die Technik direkt in Ihre eigene Produktentwicklung. Die Preise dafür sinken und werden somit auch für kleinere Unternehmen erschwinglich. Für die Serienfertigung ist das Schnellverfahren allerdings zu teuer. Doch für Kleinserien oder Einzelstücke macht es sich bezahlt. Übrigens: Sie können damit nicht nur Prototypen, sondern auch Spezialwerkzeug schnell und günstig herstellen.

Weiterführende Links:

  • 3D-Drucker eröffnen kleinen und mittelständischen Unternehmen ein breites Feld für Innovationen. Doch nicht immer druckt der Printer optimal. Lesen Sie hier, welche Probleme modellübergreifend auftreten und wie Sie die Druckqualität verbessern können.
  • Vorbild für den Mittelstand: Der Einsatz von 3D-Druck zahlt sich für Opel aus. Der Autobauer konnte seine Produktionskosten massiv reduzieren. Besonders im Bereich von Hilfswerkzeugen für das Modell Adam.