RFID-Chips für Industrie 4.0 und Smart Products

Eine Vernetzung von Arbeits- und Herstellungsprozessen ist erst mit RFID-Chips realisierbar:

  • Durch die Schlüsseltechnologie kommunizieren Werkstücke mit smarten Industrierobotern.
  • Waren bleiben bei der Auslieferung einwandfrei zu identifizieren.
  • Ein vernetztes Lager bestellt automatisch neue Produkte.

Eine Konsequenz: Smart Products in großer Stückzahl werden Realität. Also Konsumgüter, die auf die individuellen Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sind. Nicht nur das, in der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens lassen sich Zeit und Kosten einsparen. Denn viele Prozesse laufen mithilfe von RFID-Tags automatisch.

RFID-Chips

RFID steht für Radio Frequency Identification, das bedeutet Funkfrequenz-Identifizierung. Die Technologie sendet und empfängt Funk, ist also kontaktlos. Gleichzeitig verarbeitet ein Minicomputer auf dem Schaltkreis Daten. Manche der Chips sind so klein wie ein Reiskorn. Und einige benötigen keine Batterien: Wenn ein Sender die kleinen Bauteile durch Radiowellen ansteuert, werden nicht nur Daten versendet. Gleichzeitig wird Energie übertragen, die RFID-Tags werden so mit Strom versorgt.

1. RFID-Technologie in der Industrie

Ziel der Industrie war stets die Massenfertigung zu einem niedrigen Preis. Meistens sind die hergestellten Produkte identisch – abgesehen von kleinen Abweichungen. Variationen gestalteten sich schwierig – Reaktionen auf Marktumbrüche oder Veränderungen waren langwierig. Mit RFID-Tags wird dieser Prozess flexibler.

Ein Beispiel zeigt, wie das aussehen kann:

  • Zunächst werden die einzelnen Bestandteile des Produkts mit entsprechenden Chips ausgestattet. Bei einem Auto beispielsweise Räder, Kotflügel und Sitze – aber auch kleinste Teile wie Schrauben und Muttern.
  • Da die Technologie nicht nur „funkt“, sondern auch Daten speichert, ist eine zweifelsfreie Identifikation möglich. Das Werkstück kommuniziert beispielsweise, in welcher Produktionsphase es sich befindet und mit welchen Teilen es zusammenpasst.

Damit ist es leichter, fehlerhafte Komponenten aus der Produktion zu entfernen. Auch in den bereits fertiggestellten Autos lassen sich defekte Bauteile noch identifizieren – und dadurch gezielt austauschen. Das spart Zeit und Geld.

2. Vorteile für die Logistik

RFID-Chips machen die Logistikbranche digital: Zum Beispiel wird die Warennachverfolgung optimiert. Einzelne Konsumgüter mit einem Funk-Tag „dokumentieren“ sich selbst:

  • Eine Lieferung und alle einzelnen Bestandteile lassen sich vom Hersteller über den Zwischenhändler bis in das Supermarktregal verfolgen.
  • Beim Be- und Entladen von Lkws werden Ladungen automatisch gecheckt. Spediteure wissen, ob die Ware in voller Stückzahl angekommen und intakt ist.
  • Der Händler übermittelt automatisch, ob ein bestimmtes Produkt nachbestellt werden muss.

Die Verdatung der gesamten Lieferkette spart Personalkosten und beschleunigt den Versand.

3. Einzelhandel der Zukunft mit RFID-Tags

Lebensmittel mit einem RFID-Tag: Intelligente Supermarktregale können automatisch Waren nachbestellen. (© 2017 Shutterstock / Stokkete)

RFID-Chips im Einzelhandel verbessern etwa das Lagermanagement: Lebensmittel „kommunizieren“ ihren Preis, Anlieferungszeitpunkt, ihr Gewicht und das Mindesthaltbarkeitsdatum. Da die Daten kontaktlos übertragen werden, hat das Personal stets Zugriff auf eine aktuelle Dokumentation.

Ist die Funkwellentechnologie mit dem Warenwirtschaftssystem verknüpft, können Nachbestellungen automatisiert werden. Denn das System weiß, wann wie viele Produkte das Geschäft verlassen. Die Inventur läuft in Echtzeit.

Künftig ist ein computergesteuertes Abbuchungssystem denkbar. Verbraucher legen die Nahrungsmittel mit RFID-Chip in den Einkaufswagen und eine smarte Kasse registriert den Kauf. Das heißt: nie wieder Schlangen.

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