Content-Schätze im Semantic Web

Mit der semantischen Suche wendet sich die digitale Welt langsam von dem Begriff Web 2.0 ab. Nun lockt eine neue Generation der Vernetzung, das Web 3.0. User bekommen im „Semantic Web“ genau das Wissen, das sie suchen. Denn die Informationen im Netz können von Computern in ganz neue Beziehungen gesetzt werden.

Suchmaschinen liefern nicht nur im Handumdrehen passgenaues Wissen, die Fragen dürfen immer öfter in der Alltagssprache gestellt werden. Bei Google funktioniert diese semantische Suche schon bestens, für die folgenden Eingaben zum Beispiel tauchen umgehend Antworten in einem Snippet auf:

  • Wie viele Arbeitstage hat das Jahr 2017?
  • Was ist 2,3 mal 5467,67?
  • Warum ist der Himmel blau?

Die Prämisse der Suchmaschinenentwickler ist immer noch dieselbe wie vor ein paar Jahren: Jeder soll genau das finden, was er braucht, und zwar immer und überall. Damit das perfekt funktioniert, wird Computern beigebracht, wie Menschen die Bedeutung einer Information zu erkennen, zu assoziieren, zu verknüpfen. Klappt das, können Google, Bing und Co. dann etwa beurteilen, was ein Nutzer meint, wenn er das Keyword „Golf“ eingibt – ob also die Automarke oder der Sport als Ergebnis infrage kommt.

Die Suche nach Information und Wissen wird im Web 3.0 intuitiver und effektiver. (© 2017 Shutterstock / Rawpixel.com)

Semantische Suche: Ein Gewinn für Unternehmen und Marken

Wenn der User schneller und einfacher Produkte und Dienstleistungen findet, ist das eine gute Nachricht für Brands und Firmen. Denn so können auch kleine Geschäfte mit ihren Stärken punkten und sichtbar werden. Es bedeutet gleichzeitig aber auch ein Umdenken, denn ob eine Website in den Suchergebnissen auftaucht, hängt nicht mehr nur von der Seite selbst ab. Vielmehr ist eine ganzheitliche digitale Identität von großer Bedeutung. Ein entscheidendes und oft zitiertes Kriterium dafür ist die Popularität.

Die Erklärung ist naheliegend: Ob ein Unternehmen in den SERP (Search Engine Result Pages) einen Eindruck macht, wird beispielsweise von den Aktivitäten in sozialen Netzwerken beeinflusst. Ist Firma XY dort überhaupt aktiv? Reden Influencer über die Produkte oder die Marke? Außerdem prüft der Suchmaschinenalgorithmus auch, was und wie andere Seiten über die Firma schreiben. Wird beispielsweise von anderen vertrauenswürdigen Quellen auf die Inhalte verlinkt? Auch die internen Verlinkungen spielen eine Rolle: Sie bieten den Nutzern Mehrwert, indem sie auf passende Inhalte hinweisen, und helfen außerdem den Suchmaschinen dabei, die Struktur der Seite zu erkennen.

Um über die semantische Suche gefunden zu werden, ist die klassische SEO-Optimierung mit Meta Descriptions und Meta Keywords also nicht mehr von so hoher Relevanz, wie sie es einmal war. Für Firmen empfiehlt es sich vielmehr, eine breit gefächerte Marketingstrategie zu konzipieren, um ihre digitale Identität auf vielen Kanälen zu pflegen und auszubauen.

Die Bedeutung von Informationen zu erfassen und zu verarbeiten ist zunehmend auch eine Aufgabe von künstlichen Intelligenzen. (© 2017 Shutterstock / ImageFlow)

Aufpolieren von Daten und Quellcode für die semantische Suche

Wer im Netz gefunden werden will, muss seine Inhalte maschinenlesbar machen. Obwohl die Algorithmen, die bei einer semantischen Suche im Hintergrund ablaufen, immer besser werden, können sie Unterstützung gebrauchen.

Wie das geht? Webseitenbetreiber zeichnen bestimmte Informationen im HTML-Code mit ganz bestimmten Vokabeln aus, mit sogenannten semantischen Markups. In einem Text steht beispielsweise „Max Mustermann wohnt in Musterstraße 11 in Musterstadt“. Für den Besucher der Seite lässt sich daran nichts Besonderes erkennen, die einzelnen Informationshappen können allerdings für Computer ausgezeichnet werden, damit deutlich wird: „Max Mustermann“ ist ein Name, „Musterstraße 11“ ist eine Adresse und „Musterstadt“ ist ein Ort.

In der Praxis greifen die Webdesigner dabei auf Auszeichnungen zurück, die beispielsweise auf schema.org festgelegt sind oder die vom World Wide Web Consortium (W3C) empfohlen werden. Suchmaschinen-Bots fällt es damit deutlich einfacher, Kontexte zu erkennen und schließlich semantische Verknüpfungen herzustellen. Es kann auf Produktdetails, Bewertungen, Beschreibungen und vieles mehr verwiesen werden.

Außerdem hat es der Computer mit den Auszeichnungen leichter, die sogenannten Snippets in den Suchergebnissen zu erstellen – mehr dazu im Artikel „Strukturierte Daten: Vier Fakten für gutes Online-Marketing“.

Checkliste: Semantische Suche

  • Die Marke und das Unternehmen vernetzen
  • Eine ganzheitliche Marketingstrategie konzipieren
  • Daten strukturieren und maschinenlesbar machen
  • Interne Verlinkungen nutzen