Im Büro, im Betrieb läuft ohne Energie nichts: Strom, Gas, Wasser, Wärme – wenn die Rechnungen reinflattern, müssen sich Unternehmer oft warm anziehen. Handwerksbetriebe genauso wie Ladenbesitzer, Anwaltskanzleien, Versicherungsbüros, Arztpraxen, Verlage und alle anderen Unternehmen: Jeder kann seinen Energieverbrauch optimieren und so die Rechnungen quasi selber ‚kürzen’.

„Energie-Sünde“ Nr. 1: die Verschwendung von Strom durch (unbedachten) Stand-by-Betrieb. Egal, ob der ausgeschaltete Fernseher (rotes Lämpchen leuchtet noch), das Faxgerät (summt leise vor sich hin) oder der ausgeschaltete PC (dessen Ladestation aber noch am Netz hängt): Solange der Stecker nicht gezogen oder die Steckerleiste nicht wirklich abgeschaltet ist, ziehen die Geräte weiterhin Strom – auch wenn sie gar nicht in Betrieb sind. Im Büro sind das Rechner, Fax und andere Geräte im Büro, die nach acht Stunden Arbeit weitere 16 Stunden Stand-by-Strom verbrauchen.

Der Standby-Verbrauch aller europäischen Haushalte ist riesig, beläuft sich nach Berechnungen der Europäischen Kommission auf rund 43 TWh pro Jahr. Diese Leistung entspricht in etwa der gesamten Stromerzeugung durch Windkraft und Photovoltaik in Deutschland im Jahr 2009. Hinzu kommen weitere Standby-Verluste von knapp 10 TWh durch elektronische Geräte in Büros.

„Energie-Sünde“ Nr. 2: Die Verschwendung von Wärme-Energie: Mal Hand auf´s Herz: Wer verlässt im Winter abends das Büro, dreht noch schnell den Thermostat runter – und riskiert, am nächsten Morgen in ein kaltes Büro zurück zu kehren? Dabei ist alleine durch ein gezieltes Regulieren der Thermostate eine Heizkosten-Ersparnis von zehn Prozent erreichbar.

Enormes Sparpotenzial durch richtigen Umgang mit Energie

Im richtigen Umgang mit Energie prognostiziert die Deutsche Energie-Agentur bei Gewerbe, Handel und Dienstleistungen ein Sparpotenzial von 16 Prozent . Allerdings betreiben bundesweit gerade mal 23 Prozent der Unternehmen in Industrie und Gewerbe ein professionelles betriebliches Energiemanagement.

Im Quick-Check (entwickelt von der Deutschen Energie-Agentur dena) können Sie sich ruck, zuck selbst ein Bild darüber machen, ob und wie in Ihrem Unternehmen, in Ihrem Betrieb Energiekosten systematisch gemanagt werden. Je mehr Haken Sie hinter Fragen wie diese machen könne, desto besser sind Sie aufgestellt:

  • Es gibt eine Energieeffizienz-Strategie. Die Geschäftsführung kommuniziert und treibt das Thema (etwa durch eine entsprechende Planung).
  • Es gibt Ziele zur Reduktion / Kennzahlen zur Steuerung von Energiekosten.
  • Effizienzziele können in Echtzeit – auch anlagenscharf – kontrolliert werden.
  • Sie investieren in Energieeffizienzmaßnahmen
  • Sie haben einen Energiemanager, ein Energieteam (Führungskraft) bestimmt.
  • Kennzahlen und Einspar-Techniken werden in alle Bereiche kommuniziert.
  • Techniker sind in moderner, smarter Mess- und Steuerungstechnik

Können Sie nicht oder nur zögerlich mit ‚Ja’ antworten, heißt das: Handlungsbedarf!

In Büros oder kleineren Unternehmen generell lassen sich die Strom-, Heiz-, Gas-Kosten mit zahlreichen, ineinandergreifenden ‚händischen’ Maßnahmen relevant senken, zum Bespiel eben: jeden Heizkörper einzeln auf „0“ drehen. Aber wer hält das schon tagaus, tagein über Jahre durch. Eine Alternative ist der Einsatz von Smart Metering.

Smart Metering ist das digitale Messen und Senden von Energiedaten (Strom, Gas, Wasser, Wärme). Die digitalen Stromzähler erfassen Verbrauchsdaten (anders als die alten Drehstromzähler) elektronisch und schicken sie via Internet zum Mieter, Smart Metering-Anbieter oder Energie-Erzeuger.

Smart Meter machen versteckte Stromfresser sichtbar

Der Smart Meter misst genau, was die 365 Tage durch heizenden Heißwasser-Boiler (in der Küche unter der Spüle oder in den Toilettenbereichen unterm Waschbecken) verbrauchen – vor allem nachts, wenn gar keiner in der Firma ist. Man entdeckt auf dem Smart Meter-Screen, ob jemand im gesamten Keller das Licht angelassen hat – und kann es abstellen. Selbst von unterwegs oder natürlich auch von der (Ferien-)Insel aus.

Der Smart Meter macht den unsichtbaren Verbrauch sichtbar – er hilft, Stromfressern auf die Spur zu kommen. Mit diesem Wissen lässt sich unnötiger Verbrauch, Verschwendung, stoppen. Gesichtet und gesteuert werden können alle angeschlossenen Energie-Verbraucher im Büro (Lampen, Geräte, Heizung , IT-Systeme, Server) über PC, Tablet oder Smartphone (App). Einfacher geht´s nicht.

Konkret lassen sich per Touch-Screen:

  • eine (nonstop aufheizende!) Kaffeemaschine in der Küche ausschalten
  • die Heizung in einem bestimmten Raum (auf Wunschtemperatur) runterfahren
  • die Heizung insgesamt im Büro auf eine Zieltemperatur herunter pegeln
  • alle Energiequellen zusammen mit einem Klick ausschalten, die nachts oder am Wochenende nicht gebraucht werden

Das Smart Metering erlaubt mit zeitgesteuerten Heizplänen natürlich im Vorhinein, die Temperatur zimmer-scharf optimal auszusteuern. Immerhin macht die Raumwärme rund ein Viertel des Endenergieverbrauchs aus. Da lohnt sich eine ausgeklügelte Wärmeplanung schnell.

Smart Meter spielen auch in puncto Sicherheit eine Rolle

Auch in puncto Sicherheit gibt es zusätzlich sehr nützliche Features:

  • Lampen können so programmiert werden, dass man von außen meint: Einbruch zwecklos – da ist ja jemand drin.
  • Vernetzte Rauchmelder schlagen auf dem Smartphones des Mieters Alarm, wenn sich ein Feuer ausbreitet.
  • Wer auf dem Weg in den Urlaub unsicher ist, ob nicht doch die Herdplatte angeblieben ist, kann sich mit einem Blick auf sein Smartphone
  • Ein Metzger etwa kann sich auf seinem Smartphone alarmieren lassen, wenn seine Kühlanlage im Betrieb kaputt geht und die Ware aufzutauen droht. (Der Alarm wird ausgelöst, wenn der Stromverbrauch unter den normalen Schwellenwert sinkt.)

Die Bereiche also mit dem hohen Einsparpotenzial: Klimatisierung, Licht, technische Geräte bzw. IT. Die Anzahl von Anbietern im Bereich Smart Metering ist riesig.

Beispiel RWE: Der Energiekonzern bietet Smart Meter-Anlagen, mit denen man von unterwegs checken kann: Vergessen, die Heizung oder Licht auszuschalten? Auch steuerbar: Heizung geht automatisch aus, wenn sich Fenster (mit Sensoren ausgestattet) zum Lüften öffnen. Online-Steuerung auf Tablet oder Smartphone inklusive.

Beispiel Telekom: Das Smart Metering des Telekommunikationskonzerns erlaubt neben mobilem Echtzeit-Check von Strom, Licht und Heizung auch Smartphone-Alarmierung in puncto Sicherheit (Rauchmelder, offene Fenster). Im IT-Bereich erkennt die Software Stromverschwendung in der Netzwerk-IT (Einsparpotenzial von bis zu 60 Prozent).

Beispiel Hochtief: Der Baukonzern definiert in Österreich das Smart Office noch ein bisschen breiter, bietet Büros an, deren Smart Meter nicht nur den aktuellen Stromverbrauch der Nutzer anzeigen, sondern die mit eigenen Windkraft- und Solar-Anlagen auf dem Dach ausgestattet sind – und damit 30 Prozent des Büro-Verbrauchs selbst produzieren. und an die Steuerungsmöglichkeiten in seiner Wohnung. Wohnen. Das System empfiehlt

Bund macht Fördergelder für Energiesparer locker

Übrigens: Das Bundesministerium für Wirtschaft hat Fördergelder für mittelständische Unternehmen aufgelegt, die ihren Energieverbrauch konkret senken. Unternehmen, die in neue Messtechnik für Energiemanagementsysteme investieren, winkt ein Zuschuss von bis zu 8.000 Euro (auch für Installationskosten) . Beim Kauf von Software für Energiemanagementsysteme liegt die maximale Zuschuss-Höhe immerhin noch bei 4.000 Euro.

Weiterführende Links: