Spitzenausgleich: Energie und Steuern sparen

Bereits seit Januar 2013 müssen Unternehmen für eine Auszahlung des Spitzenausgleichs den Nachweis eines betrieblichen Energiemanagements erbringen. Diese Regelung geht zurück auf die Klimavereinbarung zwischen der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft im Jahr 2000.

Die Abmachung lautete damals, dass Unternehmen ihren Treibhausgasausstoß reduzieren müssten. Die Bundesregierung versicherte, dass deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich dadurch jedoch keine Wettbewerbsnachteile entstehen würden. Der Spitzenausgleich dient daher heute wie damals dazu, Steuern zu sparen. Oder anders ausgedrückt: Er soll die Mehrkosten abfangen, die den Unternehmen durch Strom- und Energiesteuern für betriebliche Zwecke entstehen.

Das lohnt sich. Durch den Spitzenausgleich können große Unternehmen (auf Rechtsgrundlage von § 55 Energiesteuergesetz und § 10 Stromsteuergesetz) bis zu 90 Prozent ihrer Energiesteuer- oder Stromsteuerbelastungen zurück bekommen.

Strengere Regeln ab Dezember 2015

Allerdings: Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür wird noch in diesem Jahr verschärft. Denn ab dem 5. Dezember 2015 müssen Betriebe mit mehr als 250 Mitarbeitern beziehungsweise einem Jahresumsatz über 50 Millionen Euro das neue Energieleistungsgesetz umgesetzt haben. Anders als in den vergangenen beiden Jahren drohen größeren Unternehmen ab diesem Zeitpunkt Bußgelder, wenn sie nicht entweder...

  • ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 vornehmen beziehungsweise
  • ein Umweltmanagementsystem nach EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) einrichten.

Kleinere Unternehmen, niedrigere Hürden

Aber auch KMU können Steuern sparen und sich den Spitzenausgleich sichern, Und das freiwillig, denn noch sind sie nicht vom Energieleistungsgesetz betroffen.

Für sie gelten stattdessen andere, weniger strenge Regeln. So sieht der Gesetzgeber für Mittelständler nach Paragraph 3 der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) alternative Systeme zur Verbesserung der Energieeffizienz als genügend an. Statt eines obligatorischen Energiemanagementsystems gilt für KMU ein unverbindliches...

    • Energieaudit nach DIN EN 16247-1 oder
    • die Erfassung ihrer Energiedaten gemäß der Anlage 2 der SpaEfV.

Wichtig: Sie müssen Ihr Unternehmen diesen Verfahren nachweislich unterziehen und ab Dezember 2015 damit 100 Prozent ihres gesamten Energieverbrauchs aktenkundig energieeffizient gestalten. Bis dahin reichen nur 60 Prozent.

Es kann sich also für Ihr Unternehmen auszahlen, Effizienzpotenziale durch Audits zu erkennen und wesentliche Energieflüsse offenzulegen. Diese oder vergleichbare Systeme sind also die Voraussetzung für den Spitzenausgleich nach SpaEfV für KMU. Oder anders ausgedrückt: Keine Audits, keine Steuerersparnis.

Audits: Der Energie auf der Spur

Entscheiden Sie sich für diesen Weg, bekommen Sie Besuch von einem Energieauditor. Dieser Prüfer muss zertifiziert und beim BAFA (Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) registriert sein. Sein Job: die Analyse des Energieverbrauchs von Ihren Gebäuden, Anlagen oder Betriebsabläufen. Das Ergebnis zeigt die Energieflüsse und -potenziale in Ihrem Unternehmen auf. Das soll für ...

  • Energieverschwendung sensibilisieren und
  • Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen.

Energie und Steuern sparen

Ist die Bestandsaufnahme abgeschlossen, heißt es daher: aktiv werden und die empfohlenen Energiesparmaßnahmen umsetzen. Das ist für KMU zwar bisher nicht verbindlich. Der Gesetzgeber schafft hier durch verschiedene Fördermöglichkeiten jedoch Anreize für mehr Energieeffizienz:

  • Für die Erstellung eines Energieaudits erhalten KMU staatliche Zuschüsse in Höhe von bis zu 8.000 Euro
  • Investitionen in energieeffizientere Technologien werden mit bis zu 30 Prozent Zuschüssen gefördert

Doch Energieaudits sind nicht nur Voraussetzung für fiskalische Vorteile.  Denn neben Steuern sparen Sie auch beim Verbrauch und schonen so das Klima. Weiterhin kann die Verbesserung der Energieeffizienz langfristig auch als erster Schritt zu einem ganzheitlichen Energiemanagementsystem gesehen werden.

Weiterführende Links:

  • Die Initiative Stromeffizienz zeigt detailliert die Veränderungen zum Thema Spitzenausgleich zwischen 2013 und heute auf.
  • Die IHK Berlin klärt über die Bedeutung von Energieaudits auf.
  • Die Anforderungen der DIN EN 16247 legt die IHK Detmold offen und vergleicht sie mit der DIN EN ISO 50001.